4.26.009 Füramooser Ried

 Verordnung des Landratsamtes Biberach über das Landschaftsschutzgebiet "Füramooser Ried" im Landkreis Biberach vom 23.11.1967 (Schwäbische Zeitung, Ausgabe Biberach vom 1.12.1967, Ausgabe Laupheim vom 2.12.1967).

 Aufgrund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) i.d.F. des 2. Änderungsgesetzes vom 1. Dezember 1936 (RGBl. I S. 1001) sowie des § 7 der Verordnung zur Durchführung des Reichsnaturschutzgesetzes und des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes i.d.F. der Bekanntmachung vom 17. Oktober 1962 (GBl. S. 203) wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Südwürttemberg-Hohenzollern als höherer Naturschutzbehörde folgendes verordnet:

§ 1

 (1) Das "Füramooser Ried" im Bereich der Markung Füramoos wird in dem in Abs. 2 näher beschriebenen Umfang als Landschaftsschutzgebiet dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt. Es umfaßt eine Fläche von 39,3 ha.

 (2) Die Grenzen des Schutzgebietes verlaufen wie folgt:

 Im Nordwesten von der Einmündung des FW Nr. 71 in den Vic.Weg Nr. 4 in nordöstlicher Richtung entlang dem Vic.Weg Nr. 4 bis zur nördlichen Ecke der Parzelle Nr. 954/21; im Nordosten von der bezeichneten Ecke entlang den nordöstlichen Grenzen der Parzellen Nr. 954/21 und 954/19, von dort den FW Nr. 45, Nr. 37 und Nr. 36 entlang bis zur Einmündung des FW Nr. 36 in den FW Nr. 12; im Südosten von der bezeichneten Einmündung den FW Nr. 12 entlang bis zur Einmündung des FW Nr. 11, im Süden den FW Nr. 11 entlang bis zur Einmündung des FW Nr. 71; im Südwesten den FW Nr. 71 entlang bis zum Vic.Weg Nr. 4.

(3) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in grüner Farbe in der beim Regierungspräsidium Südwürttemberg-Hohenzollern aufliegenden Landschaftsschutzkarte eingetragen. Mehrfertigungen dieser Karte befinden sich beim Landratsamt Biberach sowie beim Bürgermeisteramt Füramoos, sie können dort eingesehen werden.

§ 2

 Im geschützten Gebiet ist es verboten, Veränderungen vorzunehmen, die die Landschaft verunstalten oder die Natur schädigen oder den Naturgenuß beeinträchtigen.

§ 3

 (1) Der Erlaubnis des Landratsamtes Biberach bedarf, wer Maßnahmen durchführen will, die geeignet sind, eine der im § 2 genannten Wirkungen hervorzurufen.

 (2) Der Erlaubnis bedarf insbesondere, wer beabsichtigt,

a) Bauten aller Art, auch wenn sie einer baurechtlichen Genehmigung nicht bedürfen,

b) Stützmauern, Zäune und andere Einfriedigungen,

c) Drahtleitungen zu errichten oder zu ändern,

d) Kahlschläge anzulegen,

e) Steine, Lehm, Sand, Kies oder andere Erdbestandteile abzubauen oder die bisherige Bodengestaltung in irgendwelcher Weise zu ändern,

f) Wege, Parkplätze oder Zeltplätze anzulegen, zu lagern, zu zelten oder Wohnwagen abzustellen,

g) Abfälle, Müll oder Schutt abzulagern,

h) Eingriffe in die natürlichen Gewässer vorzunehmen,

i) mit Kraftfahrzeugen außer im Anliegerverkehr zu fahren,

k) standortfremde Gewächse anzupflanzen.

 (3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die beabsichtigte Maßnahme nicht gegen das Verbot des § 2 verstößt. Sie ist mit entsprechenden Auflagen und Bedingungen zu erteilen, wenn durch diese ein Verstoß der Maßnahme gegen das Verbot des § 2 abgewendet werden kann. In den übrigen Fällen ist sie zu versagen.

§ 4

 (1) Die §§ 2 und 3 finden keine Anwendung auf Maßnahmen, die der land- oder forstwirtschaftlichen Nutzung dienen und das Landschaftsbild möglichst schonen. Die Vorschrift des § 3 Abs. 2 Buchst. d bleibt unberührt. Aufforstungen und Wiederaufforstungen dürfen nur im Einvernehmen mit dem Staatlichen Forstamt vorgenommen werden. Der Fichtenanteil muß gegenüber den Laubhölzern auf ein wirtschaftlich vertretbares Mindestmaß beschränkt bleiben.

 (2) Veränderungen der Nutzungsart sind dem Landratsamt Biberach schriftlich anzuzeigen und dürfen erst vorgenommen werden. wenn das Landratsamt Biberach die Veränderung nicht binnen 6 Wochen seit dem Eingang der Anzeige untersagt hat. Das Landratsamt ist befugt, die Veränderungen zu untersagen oder an Auflagen und Bedingungen zu binden, wenn sie eine der im § 2 benannten Wirkungen hätte. Die Untersagung ist aufzuheben, wenn nachgewiesen wird, daß die Veränderung für die Fortführung des Betriebes unerläßlich ist.

 (3) Nutzungsart i.S. d. Abs. 2 ist die Nutzung eines Grundstücks als Ackerland, als Obstwiese, als Weide, als Weinberg oder als Wald.

 (4) Die Absätze 1 und 2 finden keine Anwendung auf Bauwerke, die einer baurechtlichen Genehmigung bedürfen.

§ 5

 Die §§ 2 und 3 finden keine Anwendung auf

a) das Aufstellen von Schildern, die auf den Landschaftsschutz oder die Forsteinteilung hinweisen, Verbotstafeln und Verkehrszeichen,

b) die rechtmäßige Ausübung der Jagd und der Fischerei ohne Errichtung von Jagdhütten,

c) die bisherige Art der Gras- und Streugewinnung,

d) das Torfstechen in der bisherigen Weise, soweit es der natürliche Wasserstand zuläßt.

§ 6

 (1) In besonderen Fällen kann das Landratsamt Biberach mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Südwürttemberg-Hohenzollern Ausnahmen von § 2 zulassen.

 (2) Die Ausnahme kann an Bedingungen und Auflagen gebunden werden.

§ 7

 Beim Inkrafttreten dieser Verordnung bereits vorhandene Verunstaltungen der Landschaft sind auf Verlangen des Landratsamts Biberach ganz oder teilweise zu beseitigen, wenn dies den Betroffenen zuzumuten und ohne größere Aufwendungen möglich ist. Behördlich genehmigte Anlagen werden hierdurch nicht berührt.

§ 8

 Verstöße gegen die Vorschriften dieser Verordnung werden nach § 21 Abs. 3 und § 22 des Reichsnaturschutzgesetzes bestraft oder nach § 13 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 8. Juni 1959 (GBl. S. 53) mit Geldbuße geahndet.

§ 9

 Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

Biberach a.d.Riß, den 23. November 1967

Landrat