4.35.001 Württembergisches Bodenseeufer

 Schutz der Landschaftsteile am württembergischen Bodenseeufer (Tettnanger und Friedrichshafener Tagblatt vom 18.09.1940; Schwäbische Zeitung vom 02.06.1951).

 Verschiedene Vorfälle (unerlaubtes Bauen, Erstellen von Zäunen und Hecken, Beschädigen und Roden von Uferböschungen und anderes) geben Anlaß, die zum Schutz der Landschaftsteile am württembergischen Bodenseeufer auf Grund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) in der Fassung des Zweiten Ergänzungsgesetzes vom 1. Dezember 1936 (RGBl. I S. 1001) sowie des § 13 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275) mit Ermächtigung der höheren Naturschutzbehörde für den Bereich des württembergischen Bodenseeufers im Kreis Tettnang erlassene Verordnung vom 13. September 1940 wiederholt bekanntzugeben:

§ 1

 Die in der Landschaftsschutzkarte bei der unteren Naturschutzbehörde in Friedrichshafen (Landratsamt Tettnang) mit roter Farbe eingetragenen Landschaftsteile im Bereich der Gemarkungen Friedrichshafen, Langenargen und Kressbronn des Kreises Tettnang werden in dem Umfange, der sich aus der Eintragung in die Landschaftsschutzkarte ergibt, mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung dem Schutze des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt.

§ 2

1. Es ist verboten, innerhalb der in der Landschaftsschutzkarte durch besondere rote Umrahmung kenntlich gemachten Landschaftsteile Veränderungen vorzunehmen, die geeignet sind, die Natur zu schädigen, den Naturgenuß zu beeinträchtigen oder das Landschaftsbild zu verunstalten.

2. Im besonderen fallen unter das Verbot:

 a) die Anlage von Bauwerken aller Art, auch von Ufermauern, Bootshäfen, Landungsstegen, Wellenbrechern (Buhnen) aus Beton oder Stein;

b) die Anlage von Bade- oder Sportplätzen, von Müll- und Schuttplätzen, sowie die sonstige künstliche Veränderung der natürlichen Bodengestalt, zum Beispiel durch Kies- und Sandgruben auf anderen als hierfür ausdrücklich freigegebenen Flächen;

c) das Anbringen von Inschriften, soweit sie sich nicht auf den Schutz des Gebietes oder auf die Wegbezeichnung beziehen und von Reklametafeln;

d) das Erstellen von Bäumen und Hecken, die die Sicht auf den See von öffentlichen Wegen aus versperren oder den Durchgang am Ufer zur Zeit des Mittel- und Niederwasserstandes unmöglich machen;

e) das mutwillige Beschädigen oder massenhafte Abreißen von Pflanzen, das Beschädigen, Fällen oder Ausasten von Bäumen, das Roden natürlicher Gebüsche und das mutwillige oder fahrlässige Beunruhigen der Tiere, insbesondere des Wassergeflügels in der Schilfzone;

f) die Belassung der unter Absatz a) bis d) aufgeführten bereits vorhandenen Verunstaltungen, sofern eine behördliche Genehmigung der Anlagen oder Bauten usw. nicht vorliegt;

g) die Veränderung von genehmigten Bauten ohne Zustimmung der unteren Naturschutzbehörden.

§ 3

 Unberührt bleibt die wirtschaftliche Nutzung, sofern sie dem Zweck dieser Verordnung nicht widerspricht. Jedoch bedarf die Anpflanzung nicht bodenständiger Bäume außerhalb des Waldes der Zustimmung der unteren Naturschutzbehörde.

§ 4

 Die Durchführung eines Uferweges im Interesse des Uferschutzes ist zu dulden. Etwaige Uferabsperrungen, die der Durchführung des Uferweges entgegenstehen, sind aufzuheben.

§ 5

 Ausnahmen von den Vorschriften in § 2 können vom Landratsamt im Einvernehmen mit der höheren Naturschutzbehörde in besonderen Fällen zugelassen werden.

§ 6

 Wer den Bestimmungen des § 2 zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und dem § 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

 Diese Verordnung trat am 18. September 1940 in Kraft.

 Die Landespolizei, der Zollgrenzschutz und die Forstbeamten werden gebeten, auf die Einhaltung der Bestimmungen vorstehender Verordnung zu achten und etwaige Verfehlungen anzuzeigen.

Tettnang, den 29. Mai 1951

Landratsamt

 Änderungen:

 Durch VO vom 17.12.1982 (NSG 4102 "Lipbachmündung") Fläche um 4 ha verringert.

 Durch VO vom 10.10.1983 (NSG 4020 "Eriskircher Ried") Fläche um 12 ha verringert.

 Durch VO vom 16.12.1997 (NSG 4286 "Argen") Fläche um 15 ha verringert.

 Durch VO vom 12.10.1998 (Änderung) Fläche um 3 ha verringert (VO s.u.).

Verordnung des Landratsamtes Bodenseekreis zur Änderung der "Verordnung zum Schutz der Landschaftsteile am württembergischen Bodenseeufer" in der Gemeinde Kressbronn vom 12. Oktober 1998.

Aufgrund von §§ 22 und 58 Abs. 3 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) in der Fassung vom 29. März 1995 (GBl. S. 385) wird verordnet:

Artikel 1 Zweck

Durch diese Verordnung wird der Geltungsbereich der "Verordnung zum Schutz der Landschaftsteile am württembergischen Bodenseeufer" vom 13. September 1940 zur Realisierung eines Wassersportzentrums um bereits gewerblich geprägte Flächen reduziert.

Zu diesem Zweck wird die Verordnung des Landratsamtes Tettnang zum Schutz der Landschaftsteile am württembergischen Bodenseeufer vom 13. September 1940 (Verbo Tettnanger Tagblatt und Verbo Friedrichshafener Tagblatt vom 18. September 1940) in der Gemeinde und Gemarkung Kressbronn geändert.

Artikel 2 Aufhebung

Der räumliche Geltungsbereich der Verordnung zum Schutz der Landschaftsteile am württembergischen Bodenseeufer wird für eine östlich direkt an das Baggerloch (Hafen Meichle & Mohr) angrenzende Fläche mit den Grundstücken Flurstücknummern 5315/1, 5317 und 5256, jeweils Teilfläche, in der Gemeinde und Gemarkung Kressbronn aufgehoben.

Die Reduzierung der Schutzgebietsfläche beträgt etwa 2,7 ha.

Artikel 3 Abgrenzung und Niederlegung

Die Grenzen der in Artikel 2 aufgeführten Fläche sind in einer Detailkarte im Maßstab 1:2500 mit einer integrierten Übersichtskarte im Maßstab 1:25000 des Landratsamtes Bodenseekreis vom 07. Oktober 1998 gekennzeichnet und gelb, die geänderte Schutzgebietsgrenze grün angelegt.

Die Karten sind Bestandteil dieser Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Landratsamt Bodenseekreis ‑ Umweltschutzamt ‑ Glärnischstraße 1‑3, Friedrichshafen und bei der Gemeindeverwaltung, Hauptstraße 19, Kressbronn während der Sprechzeiten zur Einsicht durch jedermann niedergelegt.

Artikel 4 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach Ihrer Verkündung in Kraft.

Landratsamt Bodenseekreis

‑Umweltschutzamt­

Friedrichshafen, den 12. Oktober 1998

gez.

Tann

 

Änderung:

 

Durch Verordnung des LSG 4.35.042 vom 26.02.2004 Fläche verringert.