4.35.005 Steilrand und Schotterfeld des Argentals südlich der Kochermühle

 Sammelverordnung für die LSG 4.35.005, 4.35.017, 4.35.018, 4.35.021.

 Verordnung zum Schutz von Landschaftsteilen entlang der Argen in den Gemeinden Kreßbronn, Langnau, Neukirch und Tannau (Schwäbische Zeitung - Ausgabe Tettnang und Friedrichshafen - vom 15.09.1954).

 Auf Grund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (Reichsgesetzblatt I S. 821) in der Fassung des Zweiten Änderungsgesetzes vom 01. Dezember 1936(Reichsgesetzblatt I S. 1001) sowie des § 13 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (Reichsgesetzblatt I S. 1275) wird mit Ermächtigung des Regierungspräsidiums (höhere Naturschutzbehörde) folgendes verordnet:

§ 1

 Die in den Landschaftsschutzkarten bei der unteren Naturschutzbehörde (Landratsamt Tettnang) mit roter Farbe eingetragenen Landschaftsteile im Bereich der Gemeindemarkungen Kreßbronn, Langnau, Neukirch und Tannau, je Kreis Tettnang, werden in dem Umfang, der sich aus der Eintragung in die Landschaftsschutzkarten ergibt, dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt.

Es sind dies:

 A) In der Gemeindemarkung Kreßbronn:

1.            Steilränder der Argen von Gießen bis zum Kochermühle;

2.            Steilrand des Argentals südlich der Kochermühle;

3.            Teile der Hochwacht im Tettnanger Wald;

4.            Teile des Krüntenbühls im Tettnanger Wald;

5.            der Schleinsee.

 B) In der Gemeindemarkung Langnau:

1.            Teile des Krüntenbühl und Reichenbühl im Tettnanger Wald;

2.            Argenaue östlich Wiesach, Unterösch und Husarenplatz bei Laimnau;

3.            Teile des Eismoränenwalls und Flachmoor nördlich Rappertsweiler;

4.            Ränder dreier eiszeitlicher Terrassen, östlich von Laimnau bei Badhütten und Wellmutsweiler;

5.            der Degersee;

6.            der Muttelsee;

7.            der Kammersee;

8.            der Wielandsee;

9.            Ränder eiszeitlicher Terrassen bei Steinenbach;

10.        Orchideenstandort südlich Laimnau.

 C) In der Gemeindemarkung Neukirch:

1.            Das Argenufer rechts der Argen von Pflegelberg bis Summerau, die Argeninsel bei Pflegelberg und der Zusammenfluß beider Argen;

2.            Die Halde Flunau-Reisenbronn mit Ruine Neu-Summerau;

3.            Der Grichten bei Goppertsweiler;

4.            Endmoränenlage "Höhe 585,1" zwischen Gunzenweiler und Litzelmannshof;

5.            Endmoränenkegel Ebersberg mit Mahlweiher;

6.            Kreuzweiher - Langensee mit Zwischengebiet.

 D) In der Gemeindemarkung Tannau:

1.            Teile des Endmoränenwalls und Flachmoor nördlich Rappertsweiler;

2.            Waldteil Schoos "Höhe 496", nordwestlich Wiesach;

3.            Waldwiese und Flachmoor in der "Münzlachen" westlich Iglerberg.

§ 2

 (1) Es ist verboten, innerhalb der in den Landschaftsschutzkarten mit roter Farbe kenntlich gemachten Gebiete Veränderungen vorzunehmen, die geeignet sind, die Natur zu schädigen, den Naturgenuß zu beeinträchtigen oder das Landschaftsbild zu verunstalten.

 (2) Unter das Verbot fallen insbesondere:

a) die Anlage von Bauwerken aller Art, auch von Ufermauern, Bootshäfen, Landestegen, Wellenbrechern aus Beton;

b) die Anlage von Bade- und Sportplätzen und das Lagern und Zelten an anderen als den behördlich hierfür vorgesehenen Plätzen;

c) das Ablagern von Müll und Schutt;

d) das Anbringen von privaten Tafeln, Inschriften und Werbezeichen;

e) der Bau von Drahtleitungen;

f) die Anlage von Abschütthalden, Baggerbetrieben, Kies-, Sand- oder Lehmgruben oder die Erweiterung bestehender Betriebe an anderen, als hierfür ausdrücklich freigegebenen Flächen;

g) die Beseitigung oder Beschädigung der innerhalb der geschützten Landschaftsteile vorhandenen Hecken, Bäume und Gehölze außerhalb des geschlossenen Waldes, der Tümpel und Teiche;

h) das mutwillige Beschädigen oder massenhafte Abreißen von Pflanzen, das Roden natürlicher Gebüsche und das mutwillige oder fahrlässige Beunruhigen der Tiere, insbesondere des Wassergeflügels in der Schilfzone.

 Die forstliche Behandlung der Wälder und Waldreste, die sich innerhalb der geschützten Landschaftsteile befinden, bleibt einer besonderen, von der unteren Naturschutzbehörde im Benehmen mit dem zuständigen Forstamt und dem Kreisbeauftragten für Naturschutz zu treffenden Vereinbarung vorbehalten.

§ 3

 Unberührt bleiben die wirtschaftliche Nutzung oder pflegliche Maßnahmen, sofern sie dem Zweck dieser Verordnung nicht widersprechen.

§ 4

 Ausnahmen von den Vorschriften dieser Verordnung können vom Landratsamt (untere Naturschutzbehörde) in besonderen Fällen zugelassen werden.

§ 5

 Wer den Bestimmungen des § 2 zuwiderhandelt, wird nach §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und § 16 der Durchführungsverordnung hierzu bestraft.

§ 6

 Diese Verordnung tritt am 15. September 1954 in Kraft.

Tettnang, den 10. September 1954

Landratsamt

Änderung:

Durch VO 16.12.1997 (LSG 4.35.040 „Eiszeitliche Ränder des Argentals mit Argenaue“) Fläche um 20ha verkleinert.