4.35.030 Salem-Killenweiher

 (umfaßt Gebiet Drumlin Neuberg).

 Verordnung zum Schutze von Landschaftsteilen im Gebiet "Salem und Killenweiher", Landkreis Überlingen.

 Aufgrund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) in der Fassung des Dritten Änderungsgesetzes vom 20. Januar 1938 (RGBl. I S. 36) sowie des § 13 der hierzu ergangenen Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275) in der Fassung der Ergänzungsverordnung vom 16. September 1938 (RGBl. I S. 1184) wird folgendes angeordnet:

§ 1

Die in der Landschaftsschutzkarte bei der höheren Naturschutzbehörde in Freiburg mit grüner Farbe eingetragenen Landschaftsteile "Salem und Killenweiher" in den Gemarkungen Salem, Mimmenhausen und Grasbeuren des Landkreises Überlingen werden in dem Umfange, welcher sich aus der Eintragung in der Landschaftsschutzkarte ergibt, mit dem Tage der Bekanntmachung dieser Verordnung dem Schutze des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt.

§ 2

 (1) Es ist verboten, innerhalb der in der Landschaftsschutzkarte durch grüne Umrandung kenntlich gemachten Gebiete Veränderungen vorzunehmen, die geeignet sind, das Landschaftsbild oder die Natur zu beeinträchtigen.

 (2) Unter das Verbot fallen insbesondere:

a) die Anlage von Bauwerken aller Art, auch von solchen, die keiner baupolizeilichen Genehmigung bedürfen, von Aussichts- und anderen Gerüsten und Masten, sowie das Landschaftsbild störenden Einfriedigungen;

b) das Aufstellen von festen oder beweglichen Verkaufsbuden und Ständen;

c) der Bau von Drahtleitungen;

d) das Ablagern und Wegwerfen von Abfällen, Müll und Schutt;

e) die Anlage von Steinbrüchen, Kies-, Sand- oder Lehmgruben, Abschütthalden;

f) die Durchführung von Rodungen und Kahlschlägen, ausgenommen kleinere unter 0,5 ha;

g) die Aufforstung von Wiesen und Äckern mit standortfremden Nadelhölzern;

h) das Lagern und Zelten an anderen als hierfür vorgesehenen Plätzen;

i) das Anbringen von Tafeln, Inschriften und dergleichen, soweit sie sich nicht auf den Landschaftsschutz oder den Verkehr beziehen.

§ 3

 (1) Unberührt bleiben die wirtschaftliche Nutzung oder pflegliche Maßnahmen, sofern sie dem Zweck dieser Verordnung nicht widersprechen.

 (2) Die forstliche Nutzung bleibt unberührt; die Wälder sollen jedoch in ihrem bisherigen Charakter als Laubmischwälder erhalten bleiben.

§ 4

 Ausnahmen von den Vorschriften der §§ 2 und 3 können in begründeten Fällen von der höheren Naturschutzbehörde zugelassen werden.

§ 5

 Wer den Bestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und dem § 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

§ 6

 Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im Amtsblatt für den Landkreis Überlingen in Kraft.

Überlingen, den 17.09.1951

das Landratsamt als untere Naturschutzbehörde