4.36.019 Argensee

 Verordnung zum Schutze des Landschaftsteils "Argensee" (Schwäbische Zeitung, Ausgabe Wangen vom 10.9.1954; Schwäbische Zeitung vom 1.10.1971).

 Aufgrund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26.6.1935 (RGBl. I S. 821) in der Fassung des Dritten Änderungsgesetzes vom 20.1.1938 (RGBl. I S. 36) sowie des § 13 der hierzu ergangenen Durchführungsverordnung vom 31.10.1935 (RGBl. I S. 1275) in der Fassung der Ergänzungsverordnung vom 16.9.1938 (RGBl. I S. 1184) wird mit Ermächtigung der höheren Naturschutzbehörde in Tübingen folgendes verordnet:

§ 1

 Der in der Landschaftsschutzkarte bei der unteren Naturschutzbehörde in Wangen mit grüner Farbe eingetragene Landschaftsteil "Argensee" im Bereich der Gemeindemarkungen Waltershofen - Gebrazhofen - Kißlegg wird in nachstehendem Umfange, wie er sich aus der Eintragung ergibt, mit dem Tage der Bekanntmachung dieser Verordnung dem Schutze des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt. Das Landschaftsschutzgebiet ist wie folgt begrenzt:

Feldweg Nr. 14, Feldweg Nr. 7 Markung Waltershofen, in Verlängerung desselben der Privatweg durch die Parzellen Nr. 36 und Nr. 37 bis Parzelle Nr. 43/1, von da ab eine Linie im Abstand von 40 m vom Ufer bis zur Markungsgrenze Gebrazhofen, von hier die nördliche Grenze der Parzellen Nr. 258/1 und Nr. 258/2 Markung Gebrazhofen und weiter wiederum eine Linie im Abstand von 40 m vom Ufer bis zum Ausgangspunkt.

§ 2

 Es ist verboten

a) in dem vorgenannten Landschaftsteil Änderungen vorzunehmen, die geeignet sind, das Landschaftsbild oder die Natur zu beeinträchtigen. Hierunter fallen insbesondere die Anlagen von Bauwerken aller Art, die Aufstellung von Verkaufsbuden, Bänken, Zelt- und Lagerplätzen, Müll- und Schuttablagerungsplätzen,

b) die innerhalb dieses Landschaftsteils vorhandenen Wasserpflanzen, Hecken, Bäume und Gehölze außerhalb des geschlossenen Waldes zu beseitigen oder zu beschädigen,

c) das Gebiet mit Motorfahrzeugen zu befahren und dort zu parken, soweit dies nicht im Rahmen der landwirtschaftlichen oder forstlichen Bewirtschaftung erfolgt,

d) das Befahren des Sees für alle Personen mit Ausnahme der Eigentümer des Sees und der Ufergrundstücke bzw. der Nutzungsberechtigten,

e) in dem genannten Gebiet zu zelten,

f) an andere, als der vom Bürgermeisteramt bezeichneten Stelle zu baden und zu lagern,

g) Papier, Behälter, Flaschen und Unrat jeder Art wegzuwerfen,

h) durch lautes Geschrei, Geräusch, Radio- und Grammophonmusik oder zu nahes Herankommen an die Nistplätze der am und im Argensee brütenden Vögel und der sonstigen Tiere diese zu belästigen.

§ 3

 Unberührt bleiben die land- und forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art unter Vermeidung von Kahlhieben und gradlinigen Aushieben sowie pflegliche Maßnahmen, sofern sie dem Zweck dieser Verordnung nicht widersprechen.

§ 4

 Ausnahmen von den Verboten des § 2 können in besonderen Fällen von der unteren Naturschutzbehörde zugelassen werden.

§ 5

 Wer den Bestimmungen dieser Anordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und dem § 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

§ 6

 Diese Anordnung tritt mit dem Tage ihrer Bekanntmachung in der Schwäbischen Zeitung in Kraft.

Wangen im Allgäu, den 7.9.1954

Landratsamt

als untere Naturschutzbehörde-

i.V. (gez.) Zell, Regierungsrat