4.36.030 Rotenbacher Weg - Achufer

 Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen als höhere Naturschutz- und obere Jagdbehörde über das Naturschutzgebiet "Schächele" und das ihm zugeordnete Landschaftsschutzgebiet "Rotenbacher Weg - Achufer" vom 23. März 1981 (GBl.1981, S. 242).

- A u s z u g -

 Aufgrund von § 21, § 22 (in Verbindung mit § 21 Abs. 5) und § 58 Abs. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zu Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654) und von § 22 Abs. 2 des Landesjagdgesetzes in der Fassung vom 20. Dezember 1978 (GBl. 1979 S. 12) wird verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

 Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Isny, Landkreis Ravensburg, werden zum Natur- bzw. Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Schächele" und das Landschaftsschutzgebiet die Bezeichnung "Rotenbacher Weg - Achufer".

§ 2 Schutzgegenstand

 (1) Die Größe des Naturschutzgebietes beträgt 15,0411 ha, die des Landschaftsschutzgebietes 5,6980 ha. Sie umfassen auf Gemarkung Isny folgende Flurstücke, Wege und Gewässer entsprechend der Darstellung in der Flurkarte:

2.            Das Landschaftsschutzgebiet umfaßt
a) im Norden entlang der Grenze des Naturschutzgebietes einen zwischen 8 m und 15 m breiten Streifen, der in Flurstück 541/2 beginnt und 30 Meter in Flurstück 541/1 hineinreicht, ab hier auf eine Länge von 27,5 m einen 35 m breiten Streifen und den östlichen Restteil des Flurstücks 54/1 sowie die Flurstücke 542, 543, 535/1 und /2, 536 bis 540,
b) im Südosten die Flurstücke 433/2, 446, Kastellstraße 87 und 91,
c) im Süden einen 4 m breiten Streifen entlang der Grenzen des Naturschutzgebietes auf den Flurstücken 409/1 und /2, die Flurstücke 403 und 426 einschließlich des im Süden angrenzenden Gewässers und das Flurstück Kastellstraße 73.

 (2) Die Grenzen des Natur- und Landschaftsschutzgebietes sind in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Tübingen vom 18. Februar 1981 im Maßstab 1 : 2 500, kombiniert mit einem Kartenauszug im Maßstab 1 : 1 000 und einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25 000, gekennzeichnet, wobei die Grenzen des Naturschutzgebietes rot und des Landschaftsschutzgebietes grün angelegt sind. Die Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Tübingen als höhere Naturschutzbehörde verwahrt; eine Ausfertigung befindet sich beim Landratsamt Ravensburg als untere Naturschutzbehörde in Ravensburg. Die Verordnung mit Karte kann während der üblichen Sprechzeiten eingesehen werden.

Landschaftsschutzgebiet

§ 6 Schutzzweck des Landschaftsschutzgebietes

 Schutzzweck ist die ungeschmälerte Erhaltung der mit dem Naturschutzgebiet naturräumlich zusammenhängenden randlichen Grünzone und die Verhinderung nachteiliger optischer und ökologischer Einflüsse auf das Naturschutzgebiet durch störende oder den Naturhaushalt beeinträchtigende Veränderungen der Umgebung.

§ 7 Verbote im Landschaftsschutzgebiet

 Im Landschaftsschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die den Charakter des Naturschutz- und Landschaftsschutzgebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen, insbesondere wenn dadurch

1.            der Naturhaushalt geschädigt,

2.            die Nutzungsfähigkeit der Naturgüter nachhaltig gestört,

3.            eine geschützte Flächennutzung auf Dauer geändert,

4.            das Landschaftsbild nachteilig geändert oder die natürliche Eigenart der Landschaft auf andere Weise beeinträchtigt oder

5.            der Naturgenuß oder der besondere Erholungswert der Landschaft beeinträchtigt wird.

§ 8 Erlaubnisvorbehalt im Landschaftsschutzgebiet

 (1) Handlungen, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können, bedürfen der schriftlichen Erlaubnis der höheren Naturschutzbehörde.

 (2) Der Erlaubnis bedürfen insbesondere die in § 4 Abs. 2 Nr. 1 bis 15 dieser Verordnung genannten Handlungen.

 (3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlung Wirkungen der in § 7 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen oder Bedingungen abgewendet werden können. Sie kann mit Auflagen, unter Bedingungen, befristet oder widerruflich erteilt werden, wenn dadurch erreicht werden kann, daß die Wirkungen der Handlung dem Schutzzweck nur unwesentlich zuwiderlaufen.

§ 9 Zulässige Handlungen im Landschaftsschutzgebiet

 Die §§ 7 und 8 gelten nicht für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Grundstücke sowie für die in § 5 Nr. 1,2,4 und 6 genannten Handlungen.

§ 10 Befreiung

 Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 Naturschutzgesetz Befreiung erteilt werden.

§ 11 Ordnungswidrigkeiten

 (1) Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Naturschutzgesetzes handelt, wer in dem Natur- und Landschaftsschutzgebiet

1.            vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 und § 5 Nr. 2, 3 und 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt,

2.            entgegen § 22 Abs. 3 des Naturschutzgesetzes in Verbindung mit § 7 dieser Verordnung Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen,

3.            entgegen § 8 dieser Verordnung ohne vorherige schriftliche Erlaubnis Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können.

 (2) Ordnungswidrig im Sinne des § 33 Abs. 2 Nr. 4 des Landesjagdgesetzes handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 und § 5 Nr. 1 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

§ 12 Inkrafttreten

 (1) Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

 (2) Gleichzeitig tritt die Verordnung des Landratsamtes Wangen im Allgäu - Kreisnaturschutzbehörde - zur Sicherung von Naturdenkmalen im Landkreis Wangen vom 17. August 1960 (Amtsblatt des Kreises Wangen vom 25. August 1960), soweit sie die "Achquellseen bei Isny" betrifft, außer Kraft.

Tübingen, den 23. März 1981

Dr. Gögler