4.36.052 Hotterloch

 Verordnung des Landratsamtes Ravensburg über das Landschaftsschutzgebiet "Hotterloch" im Landkreis Ravensburg vom 04. März 1968 (Schwäbische Zeitung vom 07.03.1968).

 Aufgrund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) i.d.F. des 2. Änderungsgesetzes vom 1. Dezember 1936 (RGBl. I S. 1001) sowie des § 7 der Verordnung zur Durchführung des Reichsnaturschutzgesetzes und des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes i.d.F. der Bekanntmachung vom 17. Oktober 1962 (Ges. Bl. S. 203) wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Südwürttemberg-Hohenzollern als höherer Naturschutzbehörde folgendes verordnet:

§ 1

 (1) Der in Absatz 2 näher beschriebene Landschaftsteil in den Gemeindegebieten Schmalegg, Ravensburg und Taldorf, Landkreis Ravensburg, wird als Landschaftsschutzgebiet dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt.

 (2) Das Schutzgebiet umfaßt 64,80 ha. Seine Grenzen verlaufen wie folgt, angefangen nördlich des Wohnplatzes Hotterloch, Gemeinde Taldorf, im Uhrzeigersinn beschrieben:

Gemarkung Schmalegg:
Von der Südostecke des Flurstücks 589 an der Gemarkungsgrenze Taldorf-Schmalegg entlang der Süd- und Westgrenze dieses Flurstücks und der West- und Nordgrenze des Flurstücks 594.

Gemarkung Ravensburg:
Entlang den Nord- und Ostgrenzen der Flurstücke 942/1, 942/2, 943, 947/1 und 946/2 bis zur Gemarkungsgrenze gegen Taldorf.

Gemarkung Taldorf:

Entlang der Gemarkungsgrenze gegen Ravensburg, den Ostgrenzen der Flurstücke 9/2 und 11/1 sowie den Feldwegen 6, 5 und 3, der Südgrenzen der Flurstücke 11 und 8, dem Feldweg 2, der Nordwestgrenze des Flurstücks 8, den Feldwegen 14 und 7 bis kurz vor dem Güllenbach; von hier aus, das Flurstück 10 durchschneidend, in gerader Linie zur südlichsten Ecke des Flurstücks 9/3 und entlang deren Südwest- und Südgrenze bis zum Feldweg 11; entlang diesem, die Bundesstraße 33 überquerend, zum Feldweg 9 und mit diesem bis zur Südecke des Flurstücks 5; weiter entlang der Südgrenze des Flurstücks 5 und dem nicht exkatastrierten Weg in Flurstück 5 (an der Grenze Wald-Wiese) zum Ausgangspunkt der Beschreibung zurück.

 Die Grenzen des Landschaftsschutzgebietes ergeben sich auch aus der in grüner Farbe gemachten Eintragung in die beim Regierungspräsidium Südwürttemberg-Hohenzollern in Tübingen aufliegenden Landschaftsschutzkarte. Je eine Mehrfertigung der Landschaftsschutzkarte befindet sich beim Landratsamt Ravensburg sowie bei den Bürgermeisterämtern Schmalegg, Ravensburg und Taldorf. Sie kann dort eingesehen werden.

§ 2

 Im geschützten Gebiet ist es verboten, Veränderungen vorzunehmen, die die Landschaft verunstalten oder die Natur schädigen oder den Naturgenuß beeinträchtigen.

§ 3

 (1) Der Erlaubnis des Landratsamtes Ravensburg bedarf, wer Maßnahmen durchführen will, die geeignet sind, eine der in § 2 genannten Wirkungen hervorzurufen.

 (2) Der Erlaubnis bedarf insbesondere, wer beabsichtigt,

a) Bauten aller Art, auch wenn sie einer baurechtlichen Genehmigung nicht bedürfen,

b) Stützmauern, Zäune und andere Einfriedigungen,

c) Drahtleitungen zu errichten oder zu ändern,

d) Steine, Lehm, Sand, Kies oder andere Bodenbestandteile abzubauen oder die bisherige Bodengestaltung in irgendeiner Weise zu ändern,

e) Wege, Parkplätze, Zeltplätze und Badeplätze anzulegen,

f) Abfälle, Müll und Schutt abzulagern,

g) Wohnwagen aufzustellen und zu zelten,

h) Abwässer in stehende oder fließende Gewässer einzuleiten,

i) den Flußlauf des Güllenbachs zu verändern.

 (3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die beabsichtigte Maßnahme nicht gegen das Verbot des § 2 verstößt. Sie ist mit entsprechenden Auflagen und Bedingungen zu erteilen, wenn durch diese ein Verstoß der Maßnahme gegen das Verbot des § 2 abgewendet werden kann. In den übrigen Fällen ist sie zu versagen.

§ 4

 (1) Die §§ 2 und 3 finden keine Anwendung auf Maßnahmen, die der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung im bisherigen Ausmaße dienen und das Landschaftsbild weitestgehend schonen.

 (2) Veränderungen der Nutzungsart sind dem Landratsamt Ravensburg schriftlich anzuzeigen und dürfen erst vorgenommen werden, wenn das Landratsamt die Veränderung nicht innerhalb von 6 Wochen nach Eingang der Anzeige untersagt hat.

Das Landratsamt ist befugt, die Veränderungen zu untersagen, wenn sie eine der in § 2 genannten Wirkungen haben würden. Die Untersagung ist aufzuheben, wenn nachgewiesen wird, daß die Veränderung für die Fortführung des Betriebes unerläßlich ist.

 (3) Nutzungsart im Sinne des Absatzes 2 ist die Nutzung als Ackerland, Obstwiese, Weide oder Wald.

 (4) Die Absätze 1 und 2 finden keine Anwendung auf Bauwerke, die einer baurechtlichen Genehmigung bedürfen.

§ 5

 Die §§ 2 und 3 finden keine Anwendung auf

a) das Aufstellen von Schildern, die auf den Landschaftsschutz hinweisen oder der Forsteinteilung dienen, amtliche Verbotstafeln und Verkehrszeichen,

b) die rechtmäßige Ausübung der Jagd und der Fischerei ohne die Errichtung von Jagdhütten.

§ 6

 (1) In besonderen Fällen kann das Landratsamt Ravensburg mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Südwürttemberg-Hohenzollern Ausnahmen von § 2 zulassen.

 (2) Die Ausnahmen können an Bedingungen und Auflagen gebunden werden.

§ 7

 Beim Inkrafttreten dieser Verordnung bereits vorhandene Verunstaltungen der Landschaft sind auf Verlangen des Landratsamtes Ravensburg ganz oder teilweise zu beseitigen, wenn dies den Betroffenen zuzumuten und ohne größere Aufwendungen möglich ist. Behördlich genehmigte Anlagen werden hierdurch nicht berührt.

§ 8

 Verstöße gegen die Vorschriften dieser Verordnung werden nach § 21 Abs. 3 und § 22 des Reichsnaturschutzgesetzes bestraft oder nach § 13 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 8. Juni 1959 (Ges.Bl. S. 53) mit Geldbuße geahndet.

§ 9

 Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

Ravensburg, den 4. März 1968

Landratsamt

-Kreisnaturschutzbehörde-

gez. Sailer