4.36.062 Bundwiesen - Holzwank

 VO gilt für die LSG 4.36.062 und 4.36.026 (Änderung)

 Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen als höhere Naturschutz- und obere Jagdbehörde über das Naturschutzgebiet "Gründlenried-Rötseemoos" und das ihm zugeordnete Landschaftsschutzgebiet "Bundwiesen-Holzwank" vom 21. April 1983 (Ges.Bl. v. 27.5.1983, S. 192).

- A u s z u g -

 Aufgrund von § 21, § 22 (in Verbindung mit § 21 Abs. 5) und § 58 Abs. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG.) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654) und von § 22 Abs. 2 Landesjagdgesetz in der Fassung vom 20. Dezember 1978 (GBl. 1979 S. 12) wird verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

 Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinde Kißlegg, Landkreis Ravensburg, werden zum Natur- bzw. Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Gründlenried-Rötseemoos" und das Landschaftsschutzgebiet die Bezeichnung "Bundwiesen-Holzwank".

§ 2 Schutzgegenstand

 (1) Die Größe des Naturschutzgebietes beträgt 348,56 ha, die des Landschaftsschutzgebietes 62,76 ha. Sie umfassen auf den Gemarkungen Immenried, Wiggenreute und Emmelhofen folgende Flurstücke, Flurstücksteile und Gewässer entsprechend der Darstellung in der Flurkarte:

2.            Das Landschaftsschutzgebiet umfaßt die Flurstücke und Flurstücksteile
2.1 auf Gemarkung Immenried die Flurstücke 197 bis 200, Wassergraben Nr. 3, 228 (östlicher Teil), 201, 202/1,/2, 202/4,/5 und 202/3 (westlicher Teil),
2.2 auf Gemarkung Kißlegg Flur 4 Wiggenreute die Fläche
  a) westlich der Gründlenach (Bach 3) und westlich der Flurstücke 397/2, 381 bis 383,
  b) nördlich des Flurstücks 375/5,
  c) östlich der Flurstücke 389, 391, 407/1 und/2, 409, 411/7 und/6, 422 (östlicher Teil), 421/8 und/9 (östlicher Teil), 421/1, 421/11 und 421/6,
  d) südlich des Flurstücks 420/4 sowie Bach 2 (Moosbach) und Bach 4 (Immenrieder Aach) im umgrenzten Gebiet.

 (2) Die Grenzen des Natur- und Landschaftsschutzgebietes sind in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Tübingen vom 21. Februar 1983 im Maßstab 1 : 2 500 und einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25 000 gekennzeichnet, wobei die Grenzen des Naturschutzgebietes rot und des Landschaftsschutzgebietes grün angelegt sind. Die Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Tübingen als höhere Naturschutzbehörde verwahrt; eine Ausfertigung befindet sich beim Landratsamt Ravensburg als untere Naturschutzbehörde in Ravensburg. Die Verordnung mit Karte kann während der Dienststunden eingesehen werden.

Landschaftsschutzgebiet

§ 6 Schutzzweck des Landschaftsschutzgebietes

 Schutzzweck ist die ungeschmälerte Erhaltung der mit dem Naturschutzgebiet naturräumlich zusammenhängenden randlichen Grünzone und die Verhinderung nachteiliger optischer und ökologischer Einflüsse auf das Naturschutzgebiet durch störende oder den Naturhaushalt beeinträchtigende Veränderungen der Umgebung.

§ 7 Verbote im Landschaftsschutzgebiet

 Im Landschaftsschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die den Charakter des Naturschutz- und Landschaftsschutzgebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen, insbesondere wenn dadurch

1.            der Naturhaushalt geschädigt,

2.            die Nutzungsfähigkeit der Naturgüter nachhaltig gestört,

3.            eine geschützte Flächennutzung auf Dauer geändert,

4.            das Landschaftsbild nachteilig geändert oder die natürliche Eigenart der Landschaft auf andere Weise beeinträchtigt oder

5.            der Naturgenuß oder der besondere Erholungswert der Landschaft beeinträchtigt wird,

6.            es darf kein Umbruch der Wiesen in Ackerland erfolgen,

7.            es dürfen keine neuen Entwässerungseinrichtungen eingerichtet werden.

§ 8 Erlaubnisvorbehalt im Landschaftsschutzgebiet

 (1) Handlungen, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können, bedürfen der schriftlichen Erlaubnis der höheren Naturschutzbehörde.

 (2) Der Erlaubnis bedürfen insbesondere die in § 4 Abs. 2 Nr. 1 bis 14 dieser Verordnung genannten Handlungen.

 (3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlungen Wirkungen der in § 7 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen oder Bedingungen abgewendet werden können. Sie kann mit Auflagen, unter Bedingungen, befristet oder widerruflich erteilt werden, wenn dadurch erreicht werden kann, daß die Wirkungen der Handlung dem Schutzzweck nur unwesentlich zuwiderlaufen.

§ 9 Zulässige Handlungen im Landschaftsschutzgebiet

 (1) Die Nutzung der Streuwiesen (in der Flurkarte schraffiert dargestellte Flächen) Flurstücke Nr. 201 südlicher Teil, 202/1 südwestlicher Teil, 202/2, /4 und /5; 420/1 teilweise, 420/4 westlicher Teil, 421/1 östlicher Teil, 421/2 östlicher Teil, 421/3, 421/5 östlicher Teil, 421/6 teilweise, 421/9 teilweise, 411/1 teilweise, 411/3 nördlicher Teil, 411/6 nordöstlicher Teil und 418 nordwestlicher Teil hat mit der Maßgabe zu erfolgen, daß kein Dünger eingebracht und der erste Schnitt nicht vor dem 1. September durchgeführt wird.

 (2) Die § 7 Nr. 1 bis 5 und § 8 gelten nicht für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Grundstücke sowie für die in § 5 Nr. 1, 2, 3, 5 und 6 genannten Handlungen.

§ 10 Befreiung

 Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

§ 12 Inkrafttreten

 (1) Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

 (2) Gleichzeitig tritt die Verordnung des Landratsamtes Ravensburg über das Landschaftsschutzgebiet "Rötsee" vom 26. Februar 1979 (GBl. 1980 S. 69) außer Kraft, soweit sie sich auf den Geltungsbereich dieser Verordnung bezieht.

Tübingen, den 21. April 1983

Dr. Gögler