4.36.063 Uferbewuchs der Eschach

 Verordnung zum Schutze des Uferbewuchses der Eschach auf Markung Leutkirch (Schwäbische Zeitung, Ausg. Leutkirch v. 31.07.1953).

 Auf Grund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26.06.1935 (RGBl. I S. 821) in der Fassung des 3. Änderungsgesetzes vom 20.01.1938 (RGBl. I S. 36) sowie des § 13 der hierzu ergangenen Durchführungsverordnung vom 31.10.1935 (RGBl. I S. 1275) mit Ermächtigung des Regierungspräsidiums Tübingen als höhere Naturschutzbehörde vom 11.06.1953 wird folgendes verordnet:

§ 1

 Der in der Landschaftsschutzkarte beim Landratsamt Wangen mit grüner Farbe eingetragene und im zugehörigen Verzeichnis unter Nr. XXVII/1 aufgeführte Uferbewuchs an der Eschach auf Markung der Stadt Leutkirch wird in dem in § 2 genannten Umfang mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung dem Schutze des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt.

§ 2

 Diese Verordnung umfaßt sämtlichen Uferbewuchs am derzeitigen Lauf der Eschach von der sogenannten Bleiche bis zum Ziegelstadel und von der Ölmühle bis zur Markungsgrenze gegen Niederhofen bis zu einem Abstand von 4 m vom Ufer, sowie Teile des Uferbewuchses am alten Flußbett in dem Umfang, der sich aus der Eintragung in die Landschaftsschutzkarte ergibt.

§ 3

1.            Innerhalb des in § 2 bezeichneten Bereiches ist verboten
a) die Beseitigung oder Beschädigung von Gebüsch, Bäumen und anderem Uferbewuchs,
b) die Ablagerung von Abfällen, Müll und Schutt, sofern die Ablagerung nicht zur Auffüllung des alten Flußbettes dient.

2.            Vorhandene landschaftliche Verunstaltungen sind zu beseitigen.

§ 4

 Unberührt bleiben pflegliche Maßnahmen an den Grundstücken und am Bewuchs, sofern sie dem Zweck dieser Verordnung nicht widersprechen.

§ 5

 Ausnahmen von den Vorschriften in § 2 können vom Landratsamt in besonderen Fällen zugelassen werden.

§ 6

 Wer den Bestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und dem § 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

§ 7

 Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe in der Schwäbischen Zeitung, Ausgabe Leutkirch, in Kraft. Im selben Zeitpunkt gilt die Anordnung des Landratsamtes (vom 01.12.1951) zur einstweiligen Sicherstellung des Uferbewuchses an der Eschach als aufgehoben.

Wangen im Allgäu, den 27. Juli 1953

Landratsamt als untere Naturschutzbehörde

Dr. Münch, Landrat