MOORKARTE

VON

BADEN-WÜRTTEMBERG

1:50 000

 

Herausgegeben

vom

Landesvermessungsamt Baden-Württemberg

und dem

Regierungspräsidium Tübingen

Abteilung Wasserwirtschaft

 

_________

 

Erläuterungen

zu

Blatt Singen (Hohentwiel)

L 8318

von

 Kh.ttlich

(Gesamtredaktion und deutscher Blattanteil)

 

und F. Klötzli (Schweizer Anteil)

 

mit einem Beitrag von J. Werner (Geologie)

 

 

mit 20 Abbildungen und 1 Übersichtstabelle

 

 

Druck und Vertrieb:

Landesvermessungsamt Baden-Württemberg

Stuttgart 1975

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vorwort und Einleitung

 

Das Kartenwerk „Moorkarte von Baden-Württemberg 1:50000" wird mit diesem 8. Blatt Singen fortgeführt. Ziel des Vorhabens ist es, nach einem festen Zeitplan, der noch überschaubar ist, alle Moor- und Anmoorvorkommen besonders der moorreichen Landesteile zu inventarisieren. Die anstoßenden Gebiete — vor allem Bayerns und der Schweiz — werden dabei einbezogen, soweit sie Anteile der vom Landesvermessungsamt Baden-Württemberg bearbeiteten Blätter einnehmen. Dies gilt auch für das Blatt Singen, dessen gute Hälfte auf Schweizer Gebiet entfällt. Diesen Teil hat freundlicherweise Herr Privatdozent Dr. F. KLÖTZLI (Zürich) mit seinen Mitarbeitern, die auf der Karte genannt sind, bearbeitet.

 

Die Karte hat freilich nicht eine nur statistische Aufgabe. Soweit es das vorliegende Material und der Raum zulassen, wird eine wis­senschaftliche Durchdringung und Systematisierung der aufgenom­menen Objekte angestrebt, die dem letzten Stand der Erkenntnisse entspricht.

 

Angesichts des weiten Benutzerkreises dieser Karte (und um ihre Kapazität möglichst optimal auszuschöpfen) werden auch Infor­mationen gebracht, die über das eigentlich Moorkundliche hinaus­gehen, wie Naturschutz, Vor- und Frühgeschichte.

 

Im übrigen wurde das Grundkonzept der Karte und des Erläu­terungsheftes, welches schon beim ersten Blatt (Saulgau, L 7922, 2. Auflage 1970) angewandt worden ist, beibehalten. Kleine Ände­rungen ergeben sich ans zwischenzeitlich vertieften Einsichten und der Notwendigkeit, weitere Arten von Vorkommen zu berücksich­tigen (Bodensee-Riede; komplexe Kalktuff-Torf-Lagerstätten).

 

Der Auftrag, die Moore des Landes Baden-Württemberg aufzu­nehmen, obliegt dem Referat Kulturtechnische Boden- und Moor­kunde bei der Außenstelle Sigmaringen des Wasserwirtschaftsamtes Ravensburg.

 

Die Angaben über die Moore auf dem deutschen Blatt­anteil stützen sich zum Teil auf Aufnahmen nach den Richtlinien des Moorkatasters (1:2500), diese sind im Text (2.1 und in der Übersichtstabelle Seite 1, Seite 2) mit einem „M" und der (römischen) Kataster­nummer gekennzeichnet. Alle anderen Vorkommen wurden haupt­sachlich im Jahre 1972, im Felde umgrenzt, in die Deutsche Grund­karte 1:5000 eingetragen und dann über die Topographische Karte 1:25000 in fortschreitender kartographischer Generalisierung in das 50000er Blatt übertragen.

 

Bei den Arbeiten im Felde mußte man sich bei den meisten Kleinvorkommen auf die Benutzung eines 75 cm langen Handbohr­stockes beschränken. Hierauf beziehen sich die im beschreibenden Teil häufigen Angaben „> 75cm". Bei fast allen größeren Vorkom­men wurde mit dem Kammerbohrer bis auf den mineralischen Un­tergrund durchgeteuft. Diese Vorkommen sind im Übersichtskärtchen (Abb. 2) durch ein Kreuz hervorgehoben.

 

Auf dem Blattanteil der Schweiz diente als topogra­phische Grundlage die Landeskarte der Schweiz 1:25000, wobei die Bohrungen mit einem Handstock bis zur Tiefe von 100(—130) cm ausgeführt wurden. Die Aufnahmen erfolgten vom Frühjahr 1972 bis Januar 1974. Im Nußbaumer Seengebiet 2.22b—e erfolgte eine Kammerbohrung bis auf das mineralische Liegende.

 

Auf dem gesamten Blatt wurden auf diese Weise in Deutschland 124, in der Schweiz 86 Vorkommen erfaßt.

 

Am Ende der Einzelbeschreibungen in 2.1 ist jeweils vermerkt. wann die Feldaufnahme erfolgte bzw. wann früher aufgenommene Objekte erneut überprüft worden sind. Dabei bedeutet z. B. (VIII./ 72) August 1972. Auf diese Weise kann der jeweils aktuelle Zustand besonders dort dokumentiert werden, wo durch mancherlei Eingriffe (Deponien von Müll und Bauschutt u. ä.) schnelle Änderungen mög­lich oder gar im Gange sind.

 

Die geologische Übersichtskarte (Abb. 1) und das Kapitel „Geo­logische Gegebenheiten und Moorbildung" (1.3) stammen von J. WER­NER, die Angaben über die vorgeschichtlichen Fundstellen von J. AUFDERMAUER (Kreisarchäologe des Kreises Konstanz), A. SCHLÄFLI (Naturwissenschaftliche Sammlungen des Kantons Thurgau) und W. DRACK (Denkmalpfleger des Kantons Zürich).

 

Zu bemerken ist, daß die Forderung der Überschrift des Kapitels 2.1, wonach die einzelnen Vorkommen nach Geomorphologie, Stratigraphie, Entwicklungsgeschichte, Typologie, Flora, Vegetation und Nutzungsverhältnissen zu beschreiben bzw. einzuordnen sind, nicht bei jedem Einzelfall erfüllt werden konnte. Entwicklungsgeschicht­liche Angaben wurden dort weggelassen, wo sich die Zusammen­hänge aus der Stratigraphie von selbst ergeben. Ferner resultierte aus den bei mehreren Aufnehmenden notwendigerweise nicht ein­heitlichen wissenschaftlichen Interessenschwerpunkten jeweils nicht immer vergleichbares und gleichermaßen aussagekräftiges Material. Dies ist kein Nachteil, macht es doch die Vielfalt der Aspekte des Phänomens „Moor" deutlich. Es mußte sich jedoch auf die Einzel­beschreibungen auswirken.

 

Die Kennzeichnung der Abbildungen besorgte O. STUMPP, der auch die Übersichtstabelle Seite 1, Seite 2 zusammenstellte. Ihm standen mit Zei­chenarbeiten O. RESTLE und K. MARTIN zur Seite.

 

Über den Stand der Moorkarte und die in Arbeit bzw. in Vor­bereitung befindlichen weiteren Blätter gibt die Übersicht auf der vorderen Innenseite des Umschlags Auskunft.

 

Anschriften der Verfasser:

 

Prof. Dr. KH. GÖTTLICH, D-748 Sigmaringen,

Wasserwirtschaftsamt, Karlstraße 31c

 

Privatdozent Dr. F. KLÖTZLI, CH-8044 Zürich,

Eidgen. Technische Hochschule, Geobotanisches Institut —

Stiftung Rubel — Zürichbergstraße 38

 

Oberlandesgeologe Dr. J. WERNER, D-78 Freiburg,

Geologisches Landesamt, Albertstraße 5

 

1. Allgemeiner Teil

 

1.1 Definition und Darstellung der kartierten Vorkommen

 

In der Karte ist als „Moor" der geographische Ort dargestellt, an dem eine mindestens 30 cm mächtige Schicht oder Schichtfolge von — sedentär gebildeten — Torfen und/oder sedimentierten Mudden (Dy oder Gyttja) lagert. Bei offensichtlich (infolge Entwässerung) gesackten Schichten kann die Schichtstärke auf 25 cm herab­gesetzt werden. Diese Mächtigkeit wurde jedoch bei der Aufnahme einzelner Vorkommen in der Schweiz in die Karte bewußt unter­schritten, um auch offensichtlich in schnellem Schwunde begriffene Moore (und Anmoore) aus Gründen einer möglichst vollständigen Dokumentation noch aufnehmen zu können. Aus dem gleichen Grunde wurden auch (wie beim Blatt Konstanz) Örtlichkeiten ver­merkt, an denen noch in diesem Jahrhundert Moore bestanden („ab­gegangene Moore" nach der Kartensignatur). Diese Angaben stützen sich auf FRÜH und SCHRÖTER (1904).

 

Als „Moor" wurden ferner in die Karte auch solche — meist sehr geringmächtige — Anmoore eingetragen, die über Mudden anstehen, weil sie ein Entwicklungsstadium durchlaufen haben, das im „Regel­fall" zur Moorbildung führt bzw. schon geführt hat. Letzteres, weil bei diesen Vorkommen nach der im Felde möglichen Ansprache der meist stark zersetzte und mineralstoffreiche Torf kaum vom Anmoor zu trennen ist (vgl. auch unter Definitionen).

 

Außerdem sind auf dem Anteil der Schweiz einzelne reine Mudden-Lagerstätten (z. B. 2.16bb und 2.16cc) als Moor kartiert.

 

Für die Nomenklatur, d.h. die Bezeichnung der Torfe und Mudden, wurden die im Moorkataster von Baden-Württemberg ein­geführten Begriffe verwendet. Sie entsprechen bis auf lokal be­dingte Varianten der in der einschlägigen Literatur verwendeten Terminologie. Um Vergleichbarkeit zu erreichen, wurden dieser auch die Moorbeschreibungen aus der Schweiz angepaßt.

 

Der neue Klassifizierungsvorschlag von SCHNEEKLOTH und SCHNEIDER (1972) für die Torfe und Moore in der Bundesrepublik Deutschland, der Mudden nicht einbezieht, wurde aus praktischen Erwägungen nicht benutzt.

 

Im übrigen sind die wichtigsten verwendeten Fachausdrücke am Ende des Heftes unter 2.7 erläutert.

 

Für „Anmoor" wird die Definition von GÖTTLICH (1965, S. 78 ff) angewandt. Danach sind es organo-mineralische Böden, die zumin­dest in ihrem juvenilen Entwicklungsstadium ein A-G0-Gr-Profil (Gley) haben bzw. hatten. In besonderen Fällen kann auch ein Ag-Horizont (Pseudovergleyung) vorhanden sein. Die A-Horizonte der Anmoore bestehen aus Anmoorhumus im Sinne von KUBIENA oder/und haben einen Anteil von Torf oder Muddehumus. Dieser muß mindestens 20 cm mächtig sein (auf diesen Horizont beziehen sich die Mächtigkeitsangaben von Anmooren bei den Einzelbeschreibun­gen). Sein Glühverlust (bei 550° C) soll zwischen 15 und 75 Ge­wichtsprozent liegen. Nach dieser Definition sind nicht als An­moore einzustufen stark durchschlickte oder durchsandete Torfe, zumal dann, wenn sie im Grundwasserbereich liegen, kaum zersetzt und pedogenetisch verändert sind. Auch deshalb ist der Glühverlust allein nur bedingt als Abgrenzungskriterium der Anmoore zu den Moor- und Mineralböden verwendbar.

 

Bei den Beschreibungen auf dem Blattanteil der Schweiz wurde für die Abgrenzung Torf (bzw. Moor) — Anmoor oft etwas anders verfahren: dort wurden als Anmoor stark bis sehr stark zersetzte (und deshalb aschereich gewordene) Torfe eingestuft. Es sind dies strenggenommen sekundäre Anmoore. Im Felde ist freilich ganz allgemein ihre Trennung von den primären Anmooren — die der obigen Definition entsprächen — kaum möglich.

 

Bei der Kartensignatur für „Überdecktes Moor" ist eine genaue Umgrenzung im Falle von „über 1 m" nicht möglich, da nur in Ausnahmefällen feststellbar ist, wo die überdeckten Moorschich­ten auskeilen. Dort, wo bei sehr kleinen Mooren die eine Überdeckung anzeigende Schraffur über eine Umgrenzung hinausreicht, hat dies graphische Gründe, bedeutet also nicht grundsätzlich eine über 1 m dicke Überdeckung. Schließlich können die Angaben über diese Vorkommen nicht vollständig sein, weil ihr Auffinden vielfach vom Zufall abhängt.

 

Allgemein wurden nur Moorvorkommen mit einer Mindest­größe von 0,25 ha oder ein Geringfügiges weniger in die Karte aufgenommen. Der Außenrand der Umfassungslinie entspricht da­bei ihrer Umgrenzung in der Natur.

 

Um die Lokalisierung der beschriebenen — auch der klein­sten — Vorkommen im Gelände zu erleichtern, wurden Flur-, Bach-, Hof- und ähnliche Bezeichnungen in den Einzelbeschreibungen ge­nannt, auch wenn sie aus der Karte nicht zu ersehen sind. In diesem Falle ist auf die einschlägigen Blätter der Deutschen Grundkarte 1:5000 und die Topographische Karte 1:25000 für Deutschland und die Schweizer Landeskarte 1:25000 zurückzugreifen.

 

Alle Größenangaben in der Übersichtstabelle Seite 1, Seite 2 stützen sich bei den mit „M" bezeichneten Objekten auf planimetrische Messun­gen in der 2500er (Vegetations-)Karte. Bei den noch nicht vom Moorkataster erfaßten Vorkommen wurden die Größen aus den 5000er-Karten planimetriert und die Nutzungsanteile im Felde ge­schätzt. Die Flächenangaben für den Anteil der Schweiz stützen sich auf die Umgrenzungen in der 25000er-Karte und auf Schätzungen.

 

1.2 Die angewandten Untersuchungsmethoden

 

Das schon erwähnte Moorkataster, es umfaßt fortschreitend alle Moore und Anmoore im Lande, wird im Maßstabe der Flurkarten 1:2500 und 1:1500 oder ihrer Verkleinerungen auf 1:5000 geführt. Die vorliegende Karte kann daher nur eine gedrängte, übersichtliche Wiedergabe des Moorkatasters sein, fallweise ergänzt durch vereinfachte Aufnahmen solcher Moore, die dort noch nicht aufgenommen werden konnten.

 

Für das Kataster werden die einzelnen Moore in einem Gitter­netz von 50X50 bis 50X100 m mit dem Kammerbohrer (Kammer­länge 50 cm) untersucht. Dieses Netz wird im Bedarfsfalle wesent­lich verdichtet. Die Oberflächenhöhen aller Bohrpunkte werden an das Landesnivellement angeschlossen.

 

In einem Protokoll, das die detaillierte makroskopische Beschrei­bung aller aufgefundenen Schichten enthalt, werden die Befunde niedergelegt. Diese Daten werden zeichnerisch ausgewertet in je einer Bohrpunktnetz- und Moortiefenkarte mit trans­parenten Deckblättern, welche die Höhenlinien der Oberfläche und des mineralischen Untergrundes enthalten. Die Stratigraphie wird in mindestens einem Längs- und Querprofil dargestellt.

 

Zu jeder Katasteraufnahme gehören ferner Bodenarten- und Vegetationskarten. Die Bodenkarte stellt die Torf- und Muddearten sowie sonstige Sedimente der obersten 50 cm dar. Sie wird an repräsentativen Stellen durch Untersuchungen von Boden­aufschlüssen und Laboranalysen ergänzt. Ziel der Vegetationskarte ist es, den Bewuchs nach landwirtschaftlich-kulturtechnischen Ge­sichtspunkten zu gliedern. In ungenutzten Mooren werden im Zu­sammenhange mit der Vegetation Fragen des Natur- und Land­schaftsschutzes berücksichtigt.

 

Je nach der aktuellen Fragestellung werden bei den Katasteraufnahmen über das skizzierte Maß hinaus Spezialuntersuchungen, etwa zur ökologisch-standörtlichen Bewertung, zu Problemen der Landesplanung, der Landschaftspflege, der landwirtschaftlichen und torftechnischen Nutzung einbezogen.

 

Hinzu kommen grundsätzliche Probleme der Moorforschung, die gesondert publiziert werden, während die Katasteraufnahmen selber wohl den verschiedenen Interessenten offen sind, aber nicht veröffentlicht werden können.

 

In allen wichtigeren Vorkommen, für die Katasteraufnahmen (noch) nicht vorliegen, wurden Bohrungen bis auf den mineralischen Untergrund niedergebracht. Wo dies geschah, ist der Abb. 2 zu ent­nehmen.

 

1.3 Geologische Gegebenheiten und Moorbildung

 

(vgl. hierzu das geologische Übersichtskärtchen Abb. 1) von J. WERNER

 

Allgemeine geologische Übersicht

 

Das Blatt Singen der Moorkarte 1:50000 ist in der Hauptsache ein Jungmoräne-Blatt. Nur in die Nordwestecke ragen noch Gebiete herein, die während der Wurm-Eiszeit eisfrei waren: Der Ostabfall des Randen (Reyat), der südlich der „Randen-Verwerfung" aus Weißjura-Kalkstein, nördlich davon aus tertiärer Juranagelfluh be­steht, und der aus tertiären Vulkaniten bestehende Hohenstoffeln. Das übrige Blattgebiet wurde vollständig, also auch in den Hoch­gebieten wie Schiener Berg, Cholfirst usw., vom Gletscher der letz­ten Eiszeit überfahren und großflächig von glazigenen Ablagerungen überdeckt (Moränen, Schotter, Eisstau, Beckentone).

 

Für die Moorentstehung sind die vor-würmeiszeitlichen Schichten und Gesteine unerheblich. Sie sollen daher nur kurz gestreift werden. Im übrigen kann zur Geologie des Blattgebietes auf die geo­logische Karte des Landkreises Konstanz 1:50000 und auf die ausführliche Darstellung von SCHREINER (1970) verwiesen werden.

 

Weißjura

 

Die Kalksteinschichten des Weißen Jura sind stark zerklüftet und von Hohlräumen durchsetzt (verkarstet), also sehr wasserdurch­lässig. Infolgedessen ist die Oberfläche des im Blattgebiet zutage anstehenden Weißjuras (Randen, Reyat) so gut drainiert, daß sich dort keine Moore bilden konnten.

 

Die tertiären Bildungen des Blattgebietes sind recht mannigfal­tig. Zu ihnen gehören nicht nur die sedimentären Bildungen des Molassebecken-Nordrandes, sondern auch die vielfältigen vulkani­schen Eruptivgesteine des Hegaus. Die Füllungen der alten Vulkan­schlote (Basalte, Phonolite) bilden die harten Kerne der markanten Bergkegel des Hegaus (Hohenstoffeln, Hohentwiel, Hohenkrähen), die als Härtlinge durch die Abtragungsvorgänge herauspräpariert wurden.

 

Die Juranagelfluh, eine fluviatile Wechselfolge von Weiß Jura­geröll- und Tonmergelschichten, bildet den Ostabhang des Randen nördlich der großen Randenverwerfung (nordwestliche Blattecke). Sie ist zwar wenig wasserdurchlässig, doch kam es auch in ihrem Bereich hauptsächlich aus morphologischen Gründen nicht zur Moor­bildung.

 

Für die Moorbildung sind von den tertiären Schichten nur einige als Quellhorizonte wirksame Schichtgrenzen der Oberen Süßwasser­molasse von Bedeutung. Unterhalb solcher Quellaustritte entstanden (vor allem am Schienerberg) kleine Hang-Quellmoore.

 

Älteres Pleistozän

 

Günz- und mindeleiszeitliche Deckenschotter-Platten, oft in zahl­reiche Einzelflächen aufgelöst, schützten die weichen darunter la­gernden Schichten der Oberen Süßwassermolasse vor rascher Abtragung. Auf diese Weise sind die zahlreichen Hochgebiete, wie Schienerberg, Stammheimer Berg, Rauhenberg, Cholfirst u. a., erhalten geblieben. Da sämtliche Deckenschotterplateaus in der letzten Eiszeit vom Gletscher überfahren und von etwa vorhandenen mächtigen Bodenbildungen entblößt wurden, konnten darauf unter den ge­gebenen Niederschlagsverhältnissen in der Nacheiszeit noch keine Moore entstehen. Die Auflagerungsgrenze der Schotter auf der Mo­lasse ist häufig ein Quellhorizont, unterhalb dessen sich kleine Hang-Quellmoore bilden konnten (z. B. 2.17a und 2.19a und b).

 

Rißeiszeit

 

Außerhalb des Wurm-Vereisungsgebietes finden sich in der nord­westlichen Blattecke und am Abhang des Hohenstoffeln unbedeu­tende Vorkommen von Rißmoräne auf Juranagelfluh.

 

Würmeiszeit

 

Für die Entstehung der großen Moorflächen des Blattgebietes sind fast ausschließlich die Ablagerungen und die Ereignisse der Würmeiszeit verantwortlich, vor allem die hydrologische Entwick­lung beim Rückzug des Gletschers von seinem Maximalstand. Große, wassererfüllte Eisstaubecken (vor allem die sich an den Zeller See anschließende Senke von Radolfzell—Böhringen—Moos—Bohlingen 2.15 und 2.14 z.T.) wurden mit Beckentonen, randlich auch mit Delta-Kiesen, verfüllt. Die Beckentonflächen bieten durch ihre Was­serundurchlässigkeit und durch ihre tiefe Lage zum Vorfluter die besten Voraussetzungen für eine Moorentstehung.

 

Zu großflächiger Moorbildung kam es auch dort, wo in breiten Schmelzwasserrinnen die Schotteroberfläche unter das heutige Grundwasserniveau abtaucht (z. B. Aachtal oberhalb Singen, Moor südwestlich Rielasingen 2.12 und 2.16m). — Die See- und Torfbil­dungen im Tal bei Binningen (2.21a) sind auf die Aufstauung der verlassenen Schmelzwassertalung durch Schuttkegel zurückzuführen, die aus den Seitentälern vorgeschüttet wurden.

 

Die höhergelegenen Schottermassen (z, B. bei Singen und Gottmadingen) sind oft von kleinen und großen Toteislöchern durch­setzt, die in unterschiedlichem Grade vermoort sind. Vermoorte Toteislöcher finden sich auch auf Endmoränen verschiedener Sta­dien sowie auf den großen Grundmoränenflächen.

 

Südlich des Stammer Berges bildete sich beim Eisrückzug ein kleines, übertieftes Gletscherzungenbecken (2.22) aus, in dem es — z. T. um freie Wasserflächen herum — zu starker Moorbildung kam.

 

Die würmeiszeitlichen Bildungen und der Ablauf des Eisrück­zuges mit Rückzugshalten (Stadien), zugehörigen Eisstaubecken und Entwässerungsrinnen sind dem Kartellen Abb. 1 zu entnehmen.

 

Holozän

 

Die Moorbildungen der Bodensee-Uferniederungen sind von holozänen Sedimenten unterlagert. Um die Wende SpätglaziaI./Postglazial reichte der Bodensee noch etwa 1 km weit in das heutige Hinterland des Zeller Sees. In diesem Gebiet gehen die spätglazialen Beckentone nach oben in die bis zu 17 m mächtigen postglazialen Seekreide-Ablagerungen („Elb") über. An den schmalen Uferstrei­fen der Höri, auf der Mettnau und am Markelfinger Ufer dominie­ren die Schnecklisande, deren gröberes Korn (0,5—1 cm) aus konzentrisch-schaligen Kalklagen um Schneckenschalen oder deren Resten aufgebaut ist. Sie sind eine Brandungsbildung des Holozäns (siehe auch 2.2).

 

Die an vielen Stellen aus den vermoorten Uferniederungen auf­ragenden flachen Standwälle, die immer uferparallel verlaufen, wur­den im frühen Holozän durch die Bodenseebrandung aufgehäuft. Sie bestehen vorwiegend aus Schnecklisanden oder aus gewöhnlichen Sanden.

 

1.4 Zur Hydrographie, Klimatologie und naturräumlichen Gliederung

 

1.41 Die hydrographischen Verhältnisse folgern zwangsläufig aus den geomorphologischen Gegebenheiten. Auf dem Blatt sind die Unterschiede in der Massenerhebung erheblich:

 

Nördlich vom Rhein werden die größten Höhen vom Hegau (Hohenstoffeln bei Weiterdingen 832 m), dem westlichen Ausläufer des Hohen Bodanrück (652 m) und vom Schienerberg (Schrotzburg 691 m) erreicht. Erhebungen also von rd. 250 bis 440m über dem Mittelwasser des Bodensees bzw. rd. 200—390 m über der Singener Niederung (die ihrerseits im Mittel 45m über dem Bodensee liegt). Die ausgedehnte Niederung der Radolfzeller Aach liegt nur ca. 5 m über dem mittleren Seewasserspiegel.

 

Linksrheinisch, auf dem Südteil des Blattes, werden gegenüber dem Schienerberg bis 614m Erhebung erreicht (bei der Siedlung Muren am Ostrande des Blattes). Die Höhenzüge an Untersee und Hochrhein fallen dann im Thurtal wieder auf knapp über 400 m ab: dies entspricht wiederum knapp dein Niveau des Bodenseewasserstandes.

 

Wenn man Bodensee, Rhein und Thur — die allen anderen Wasserläufen als „Vorflut" dienen — außer acht läßt, findet man außer kurzen und gefallreichen (Tobel-)Bächen von den Höhen fol­gende wichtigere Bäche mit bedeutenderen, vielfach vermoorten Auelandschaften: Vom Norden zum Bodensee die Radolfzeller Aach, deren Haupteinzugsgebiet in der Singener Niederung liegt; zum Hochrhein die Biber. Vom Süden zum Hochrhein der Geisslibach und zur Thur der Seebach mit seinem seen- und moorreichen Quell­gebiet.

 

Ausgesprochen abflußlose oder nahezu abflußlose Gebiete finden sich im Blattbereich nur in den Zonen der Toteisseen im Nordosten und Südwesten. Hier haben sich überall überwiegende Verlandungs-Moore gebildet.

 

1.42 Zur Charakterisierung der Klimaverhältnisse liegen aus dem Blattgebiet die Klimadiagramme (aus WALTER und LlETH 1960) von Diessenhofen (das für das Hochrheintal repräsentativ sein möge) und von Lohn am Randen vor (Abb. 4 u. 5). Letzteres dürfte die Verhältnisse der höher gelegenen Teile des Blattes wiedergeben.

 

In den Diagrammen sind auf den Ordinaten die Monatsmittel der Temperatur und die Niederschläge so aufgetragen, daß 10°C jeweils 20 mm Niederschlag entsprechen. Neben der Stationsbezeichnung steht in Klammern die Seehöhe, daneben (rechts) die mittlere Jahrestemperatur und die mittlere Jahresniederschlagssumme, Un­ter der Stationsbezeichnung ist in eckiger Klammer die Zahl der Beobachtungsjahre (erste Zahl für Temperatur, zweite für Niederschläge) verzeichnet. Zwischen den Kurven für Niederschläge (oben) und der für Temperatur ist der humide Zeitabschnitt — der hier das ganze Jahr über anhält — senkrecht schraffiert, die Zeit mit mittleren Monatsniederschlägen über 100 mm, bei auf ein Zehntel reduziertem Maßstab der Höhen, schwarz angefegt. Die Zahl in der linken unteren Ecke gibt das absolute Temperaturminimum, die tiefste gemessene Temperatur, wieder.

 

Den beiden Diagrammen ist — trotz des Höhenunterschiedes der Stationen von 231 m — kein wesentlicher Klimaunterschied zu ent­nehmen. Das heißt, daß sich im gesamten Bereich die ausgleichende und thermisch puffende Wirkung des Bodensees noch deutlich auswirken dürfte. Die höheren Niederschläge bei der Hochrheinstation sind vielleicht auf Regenstau bei Südwestwinden vor dem Rauhen­berg hei Gailingen zurückzuführen. Insofern dürften die hohen Niederschläge in Diessenhofen eine Ausnahme sein. Dem Klima­atlas von Baden-Württemberg (1953) ist zu entnehmen, daß die Jahresniederschlagssumme allgemein mit der Erhebung und der Annäherung an die Alpen deutlich zunimmt. Für die Singener Nie­derung werden 750, für den Schienerberg 950 mm angegeben. Ver­gleiche dazu auch den deutlichen Unterschied zwischen Meersburg und Kreuzungen (Klimadiagramme im Erläuterungsheft zum Blatt Konstanz, L 8320 der Moorkarte, S, 9).

 

1.43 Die naturräumliche Gliederung (Abb. 3) folgt für den Blattbereich nördlich des Rheines der Einteilung von BENZING (1964 und 1968). Für die Bezeichnung der einzelnen Einheiten, die im Übersichtskärtchen ausgegliedert sind, besteht der folgende Zah­lenschlüssel:

 

030/031                       Nördliches Bodensee- und Hegaubecken

030/031           10        Hegauer Kegelbergland

030/031           11        Westhegauer Talwannen

030/031           12        Herblinger-Dörflinger Hügelland

030/031           13        Schienerberg mit Höri-Uferland

030/031           20        Bodensee-Untersee

030/031           23        Bodanrückhügelland

030/031           24        Große Hegauniederung = Singener Niederung

030/031           30        Hohe Bodanrück-Homburg-Höhen

090                              Schweizer Randen

090                  9          Reiat

0911                            Hegaualb

0911                11        Tengen-Blumenfelder Randhöhen

 

Für den Teil südlich des Rheines — ausschließlich Schweizer Hoheitsgebiet — steht die Gliederung von KAUFMANN (1963) zur Verfügung. Die Kennziffern der von ihm angegliederten Einheiter: sind in das Übersichtskärtchen eingetragen; ihre Bezeichnungen werden aber hier nicht wiedergegeben, da es sich als zweckmäßiger erwies, eine etwas andere Einteilung zu verwenden, die KLÖTZLI vorgeschlagen hat. Die ergab sich bei den Felduntersuchungen für dieses Moorkartenblatt. Gegen Osten schließt sie an die Einteilung für das Blatt Konstanz L 8320 (siehe dort Abb. 3 und Erläuterungs­heft S. 11) an.

 

Es bedeuten in der Karte:

 

a) Niederterrasse des Rheins

b) Cholfirst

c) Stammertal bis Schlatt

d) Andelfinger Seenplatte

e) Thurtal

f) Nußbaumer Seenplatte

g) Stammerberg — Hörnliwald

h) Seerücken. Einhang zum Rhein

i) Plateau des westlichen Seerückens

 

Diese Einteilung wurde hier weitgehend der Gliederung nach den Moorgruppen 2.18—2.25 zugrunde gelegt.

 

1.5 Moortypologische Übersicht

 

Bei der Darlegung dieser Zusammenhänge wird der Übersicht­lichkeit halber überwiegend — aber nicht ausschließlich — der Verteilung der verschiedenen Moor-Ausprägungen, d.h. Typen in den einzelnen ausgeschiedenen, mehr oder weniger natürlichen Räumen (Abb. 1, 2 und 3) gefolgt.

 

1.51 Allgemein ist jedoch zunächst das Folgende vorauszuschicken. Auf dem Blattbereich kommen nur Niedermoore vor. Übergangsmoorartige Vegetation und Torfbildung finden sich als Ansätze einer Entwicklung zum Hochmoor nur an besonders in dieser Richtung begünstigten Stellen. Das sind solche, in denen das Mineralbodenwasser nicht oder nur selten einwirken kann. Hier sind das Zinsloh-Bannholz-Moor auf dem Schienerberg (2.17h) und das Barchetsee-Moor (2.21i) zu nennen.

 

Der zahlen-, nicht flächenmäßig vorherrschende Moortyp sind tiefgründige Verlandungsmoore in Toteislöchern (Sollen). Sie konzentrieren sich auf den nordöstlichen und auf den südwest­lichen Blatt-Teil (2.13 bzw. 2.21). Für die verschiedenen Abläufe der Verlandungsprozesse in den Sofien sind 9 Profile aus dem deutschen Blatteil dargestellt (Abb. 6).

 

Dazu ist folgendes zu bemerken:

 

Im Friedinger Egelsee (2.12i) sind menschliche Einflüsse deutlich erkennbar. Nach abgeschlossener Verlandung hat sich durch Grundwasseranhebung wieder ein (sub-)limnisches Stadium mit Schwingrasenbildung unter nährstoffarmen Bedingungen einge­stellt.

 

Die Verlandungen im Durchenberg-Moor und im mittleren Bu­chensee (2.13a und b) unterscheiden sich deutlich.

 

Typisch für das praktisch gänzlich von Gesteinen der Jungmoräne bedeckte Gebiet sind ferner Kalktuffbildungen, die auf einer Moorkarte nicht vernachlässigt werden dürfen, weil sie genetisch in enger Wechselbeziehung zu Moor- und Anmoorbildung stehen.

 

Nur wenige Beispiele seien genannt: Auf dem Schienerberg 2.17a, f, y; auf dem Cholfirst 2,19a und b (letztere mit besonders verwickeltem Aufbau).

 

Die Zahl der topogenen Versumpfungs- (Nieder-)Moore tritt etwas zurück; wenn sie auch erhebliche Flächen einnehmen. So in den Niederungen von Singen (2.12e) und der Radolfzeller Aach (dort im Zusammenhang mit dem Bodenseeried, 2.15l) und im Bibertal (2.16 m).

 

Die Anmoore auf dem Blatt lassen sich typologisch kaum einordnen, zumal wenn man berücksichtigt, daß ihre Definition auf dem Schweizer Anteil eine andere als auf dem deutschen ist (vgl. 1.1).

 

Flächenmäßig spielen sie als Aueanmoore die relativ größte Rolle in der Singener Niederung (2.12), wo sie in mancherlei Über­gängen zu Niedermooren und mineralischen Aueböden verbreitet sind (GÖTTLICH 1973, S. 148/149).

 

1.52 Nach der regionalen Verteilung ergibt sich für Hegau-Bergland (2.11) das Vorkommen tiefgründiger Verlandungsmoore (a und b) sowie ein geringer Anteil topogen bedingter Versumpfungsbildungen (wie e).

 

In der Singener Niederung (2.12) finden sich überwiegend flachgründige Versumpfungsmoore mit nicht immer deutlichen Übergängen zu Anmooren. Der dort einbezogene Friedinger See (i) ge­hört typologisch zu den in den Räumen 2.13 und 2.14 stark vertre­tenen Vorkommen.

 

In der Zone zwischen Rielasingen und Gütingen (2.13 und 2.14) herrschen tiefgründige Vermoorungen von Toteislöchern, oft auch im Komplex mit Tal- und Hangversumpfungen (2.14f) vor. Ausgesprochene Versumpfungsmoore — die übrigens unabhängig von den ansonsten jeweils vorherrschenden Typen auf dem ganzen Blattbereich auftreten können — sind recht selten (so 2.13c).

 

Im Durchenbergmoor (2.13a) herrschen von Beginn an nährstoffarme Bedingungen mit deutlicher Tendenz vom Übergangs- zum Hochmoor, die sich freilich nicht durchsetzen konnte (dies gilt auch für viele Moore in den Geländedepressionen des benachbarten Bodanrück, 2.11—2.13 auf Blatt Konstanz L 8320).

 

Die Profile aus dem Litzelseemoor (2.14f), Feuenried (2.15i) und dem Murbacher Ried (2.16e) mit Kalk- oder Lebermudde in den basalen Schichten geben sozusagen Normalfälle wieder.

 

In der Niederung der Radolfzeller Aach (2.15), beson­ders an deren Rand, finden sich noch vermoorte Solle (die mit denen in 2.14 zusammenhängen, wie i), daneben aber hauptsächlich im Übergang zu Anmooren und Seerieden (III) mächtige Kalkmudde-Lagerstätten im verlandeten früheren Aach-Lauf (l), ferner Moore durch Talversumpfung (b) und Quellmoore (a).

 

Recht breit ist erwarteterweise das typologische Spektrum in dem weitgefaßten Raum der Biberniederung (2.16) mit der. umgebenden Höhen, Neben Moorbildungen in tiefen (e) und flachen (1) Sollen ein großes Versumpfungsmoor (m) neben kleinen dieser Art (aa). Ferner Verlandungsmoore in relativ flachen Mulden (x) und schließlich komplexe Vermoorungen, die aus Verlandungs- und Versumpfungsprozessen zusammengewachsen sind (u); ähnlich (2.14f).

Im Grassee (2.16i, in jüngerer Zeit künstlich überstaut) erkennt man nach erstmaliger Verlandung, überwiegend durch Braunmoostorfe, ein zweites, durch Torfmudde bezeugtes limnisches Stadium.

 

Auf dem Schienerberg und seinen Hängen (2.17) reichen die Vorkommen von einem Ansatz zur Hochmoorbildung (h) auf dem Plateau, der aus nährstoffarmem See hervorgegangen ist, bis zu kalzitrophen (Quell-)Hangmooren in mancherlei Übergängen zu reinen Kalktuffablagerungen (i, f, y und andere). Auf der Hoch­fläche finden sich ferner ausgeprägte Versumpfungsmoore (b).

 

Anmoore — mit (c, n) oder ohne (m) Kalktuffbildung — finden sich — meist als Anfangsstadien von Hangmooren aufzufassen — in stark geneigten Lagen oder an Hangfüßen.

 

Auf der Niederterrasse des Rheines (2.18) treten am Terrassensprung ebenfalls Tuffablagerungen auf (a). In gleicher geomorphologischer Situation auch Anmoore (b, e und f) und Hang­moore aus Bruchtorfen. Die Anmoore und Moore weisen durchwegs schwächere oder stärkere Tuffbildung auf. Auffällig ist die kom­plexe Moorbildung des Nigelsees (g) in ± ebener Lage, jedoch an den südlichen Terrassensprung anstoßend.

 

Im übrigen umfaßt die Niederterrasse, ebenso wie die Alluvionen des Rheines, der Thur und Biber, kaum noch offene Wasser­flächen. Stellenweise sind durch Ausbaggerung oder Kiesabtrag neue Kleinseen entstanden. Die Moore und Anmoore sind sämtlich durch Kultivierungsmaßnahmen stark beeinflußt. Nur unter Wald (Pruno-Fraxinetum) sind noch einige natürliche Torf/Mudde-Lager vorhanden. Viele Anmoore sind sekundär aus flachgründigen Seggentorflagern entstanden, mitbedingt durch das recht trockene Klima in der Vegetationsperiode; eines der trockensten des nördlichen Schweizer Mittellandes.

 

Der Cholfirst (2.19) ist durch seine sehr schön ausgebildeten Moor-Kalktuffkomplexe um Quellen gekennzeichnet. Auf ihnen wachsen mit die größtflächigen Kopfbinsenrieder (Primulo-Schoeneten) der Schweiz.

 

Im Stammertal (2.20) liegen, bis auf das Etzwiler (Verlandungs-)Moor (d), alle Vorkommen als Versumpfungsbildungen in flachen Mulden. Sie sind als Moore (b und c) oder Anmoore (a und e) ausgebildet.

 

Im Bereich der Andelfinger Seenplatte und der Nußbaumer Seengruppe (2.21 und 2.22) handelt es sich (vgl. SCHLÄFLI 1972) meist um noch offene, zum Teil ganz verlandete Toteisseen und von Moorrändern eingefaßte Seen mit sehr verschie­denartiger Moorvegetation saurer bis basifiler Standorte. Auch Waldmoore und von Wald umfaßte Sölle sind nicht selten. Die mei­sten Moore sind zwar kultiviert (vgl. das ausgedehnte Versump­fungsmoor Öhrlinger Riet 2.21b) und tiefgründig vererdet; aber immer noch finden sich zusammenhängende, lebende Niedermoor­flächen auf mächtigen bis 8 m tiefen Torf- und Muddelagen (vgl. Abb. 6a). Während hochmoorartige Vegetation nur andeutungsweise im Bereich von Birkenbrüchen (Betuletum pubescentis) vor­kommt, sind Übergangsmoor-Schwingrasen, vor allem am Barchetsee (2.21i) sehr gut entwickelt. Dort findet sich auch eine typische Folge der organischen Schichten über die Mudden bzw. zum Bruch­torf. Nahezu alle Wechsellagerungen sind möglich, Transgressions- und Regressionsphasen bzw. Inversionen oft nachzuweisen. Sie sind vielfach künstlich hervorgerufen durch Grundwasserabsenkung zur Gewinnung von Kultur- und Streuland. — Primäre Anmoore sind keine vorhanden.

 

Für die Vorkommen im Bereich Stammerberg — Hörnliwald (2.23), den Einhang des Seerückens zum Rhein (2.24) und auf dem Seerücken (2.25) bestätigt sich für die Kuppen- und Plateaulagen das zum Blatt Konstanz (L 8320, 1972) auf Seite 13 unter 1.53 Gesagte.

 

Aufschlußreiche Horizontfolgen ergeben sich im noch recht natürlich gebliebenen Moorteil von der Wolfsgrueb ob Steckborn (2.25c). Es handelt sich um ein Verlandungsmoor in relativ flacher Mulde. In dieser Region sind besonders viele Moore bzw. Anmoore abgegangen und einige überdeckt worden.

 

Natürliche primäre Anmoorlager sind normalerweise mit Pruno-Fraxineten bestockt, stellenweise tragen sie von Wald umschlossenes Streuland.

 

In den Hanglagen des Seerückens gegen den Rhein erscheinen vereinzelt quellige Mulden mit Kopfbinsenriedern (Primulo-Schoeneten), 2.24a, oder ihren durch Düngung hervorgerufenen Folgestudien, d. h. Hochstaudenrieder (Valeriano-Filipenduleten) und Knotenbinsenwiesen (Jancus subnodulosus) — Stadien der Quellsümpfe. Sie stocken auf meist sehr tiefgründigen Kalktufflagern mit verschiedenartigem Anmoor-Anteil. Darunter finden sich stellenweise Braunmoos- und Bruchtorfe.

 

Die angedeuteten, oft sehr komplizierten Schichtfolgen — beson­dere in den Sollen (und den Depressionen zwischen den Drumlins auf dem Blatt Konstanz) — harren noch der Erforschung als landschafts-, klima-, wald- und besiedlungsgeschichtliche Quellen, Sie sind diesbezüglich von unersetzlichem Wert. Die Dokumentation der Moorkarte kann hier die richtigen Ansatzpunkte zeigen.

 

2. Spezieller Teil

 

2.1 Die einzelnen Vorkommen nach Geomorphologie, Stratigraphie, Entwicklungsgeschichte, Typologie, Flora, Vegetation und Nutzungsverhältnissen

 

2.11 Vorkommen im Hegau-Bergland

 

2.11a Blattanteil des Binninger Riedes

 

Kleinerer, südlicher Teil eines größeren Moores, das sich auf dem Blatt Tuttlingen (L 8118) fortsetzt. In der Mitte des Blattanteiles ergab sich folgende Schichtfolge: 0—20 cm durchschlickter Seggentorf L V; —40 cm Braunmoos-Seggentorf H 4, L III; —70 cm Seggen-Schilftorf H 3, L II; —74 cm schluffiger Ton L IV; 290 cm Seggen-Schilftorf H 3—7, LII; —310 cm Seggen-Braunmoostorf 114, L III; —430 cm Seggen-Schilftorf H 6—5, L II; —450 cm Seggen-Braunmoostorf H 4, L II; —580 cm Seggen-Schilftorf H 5, L II; 660 cm Seggen-Schilftorf H 7, L II; —700 cm Seggen-Braunmoostorf H 4—3, L III; —790 cm Torfmudde L II; —860 cm Kalkmudde mit Conchylien LII; —880 cm Tonmudde; 880 cm— schluffiger Ton. In diesem Moorteil wurde also ein relativ kurzwährendes Verlandungsstadium (Mächtigkeit der Seesedimente nur 160 cm) von einem langwährenden Versumpfungsprozeß abgelöst (Mächtigkeit der Torfe in gesacktem Zustand 700 cm). — Jetzt Flug- und Reitplatz angelegt. Großer Teil mit Pappeln aufgeforstet; südlich des unzureichenden Vorfluters meist nasses Grünland. Beim früheren Bahnhof Binningen Schutthalde und Überdeckung mit Material aus dem Bahndamm (VII./72).

 

2.11b (M LXXXIV z. T.) Weiterdinger Moor

 

Zu Füßen des phonolithischen Mägdeberges in einer ausgedehn­ten Senke ein bis zu maximal 760 cm tiefes Moor, das im N gering­fügig über die Blattgrenze hinausreicht, in dem 70 Bohrungen nie­dergebracht worden sind (siehe Abb. 7 und 8). Schichtfolge an einem Bohrpunkt (60), der nicht vom Profilschnitt auf Abb. 8 erfaßt ist: 0—40 cm eisenschüssiger lehmiger Ton L V; —150 cm Seggentorf, angereichert mit Kalksand, schichtweise Conchylien H 5, L IV—III; —240 cm Seggen-Schilftorf H 7—8, L III; —350 cm Schwemmtorf mit Holzresten L II; —570 cm Schilftorf, schichtweise Schwemmtorf H 6, L II; —580 cm Torfmudde; —590 cm Torf mit Kalkmudde und Conchylien; 590 cm— schluffige, sehr dichte Kalkmudde, dar­unter feinsandiger Ton.

 

Wie aus dem Profilschnitt und dem Vorhandensein von zwei mineralischen Durchragungen (Inseln) zu erkennen, verlief die Ver­landung des Vorsees mit Muddenumlagerungen und randlicher Schwemmtorfsedimentation sowie Einspülung von Schlick recht un­ruhig. Das Moor ist jetzt, vor allem von N und W her, zu einem er­heblichen Teil mit kolluvialem Lehm überdeckt. Dieser Abschwemmprozeß begann nachweislich in der frühmittelalterlichen Rodungszeit: das Alter des jüngsten Torfes unter der Überdeckung wurde mittels 14C-Analyse von Dr. GEYH, Hv. 1366, auf 785 ± 60 n. Chr. bestimmt (GÖTTLICH 1973, vgl. auch 2.5).

 

Bis auf eine kleine, aufgeforstete Fläche ist das ganze Moor landwirtschaftlich genutzt.

 

Südlich davon ein kleines Anmoor mit Moorkern. — Ackerland

 

2.11c (M LXXXIV z.T.) Moor bei Heiliggrab in der Flur Mark

 

Dieses Vorkommen liegt in einem tiefen, allseits von Höhen eingeschlossenen Becken. Bei 16 Bohrungen (vgl. Abb. 9) wurde die grüßte Moortiefe mit 670 cm ermittelt. Die Schichtfolge kann dem Profilschnitt (Abb. 10) entnommen werden, wozu erklärend zu sagen ist, daß es sich bei dem dort eingezeichneten „Kalktuff" im Liegen­den um eine tuffartig verhärtete Kalkmudde bandelt. Die darüber folgenden Torfe sind in regelloser Verteilung von Torfmudde und Schwemmtorfen durchsetzt.

 

Demnach verlief die Verlandung auch hier nicht zügig, sondern beeinflußt durch mehrere trockene und nasse Phasen bzw. niedrige und hohe Wasserstände. Auch dieses Moor ist, wie das vorige, in den hangenden Schichten durch kolluviales Material stark beeinflußt.

 

Abgesehen von einigen Krautgärten Schilfröhricht und Hochstaudenried mit Strauchanflug, Einige Naßwiesen am SW-Rand (IV./66).

 

2.11d (M LXXXIV z. T.) Moors teile in der Flur im Graben südlich von Duchtlingen

 

Ein kleines Versumpfungsmoor am Hangfuß mit östlich anschlie­ßender Hangvermoorung. Bis 180 cm tiefe, schlickreiche Seggen- und Schilftorfe über sandigem Ton- — Acker- und Grünland (VI./72).

 

2.11e (M LXXXIV z.T.) Osterwiesenmoor westlich von Duchtlingen

 

In einer gegen SW geneigten Mulde ein bis 200 cm tiefes Versumpfungsmoor aus stark durchschlickten Seggen-Bruch- und Schilftorfen über kiesigem Untergrund, Anmoorrand gegen E. Jetzt voll­mundig gedränt und intensiv landwirtschaftlich genutzt (VI./72).

 

2.12 Vorkommen in der Singener Niederung (Bereich der Oberen Radolfzeller Aach)

 

2.12a Moor am Saubach

 

In Delle am Hangfuß ein z. T. überdecktes Moor; bis knapp über 75 cm Seggen-Bruchtorfe auf Lehm. — Acker (VI./72).

 

2.12b Anmoorstelle nördlich Hausen a. d. Aach

 

In der Flur Innere Reute kleines, bis 60 cm tiefes Anmoor über feinsandigem Ton. — Pappel- und Fichtenpflanzung (VII./72).

 

2.12c (M CI z.T.) Moor in der Flur Innere Sulz östlich von Hausen a. d. Aach

 

In einer, vielleicht durch Toteisbildung gebildeten, rinnenartigen Eintiefung der Terrassenschotter ein Verlandungsmoor (bei 19 Boh­rungen) bis 390 cm tief. Schichtfolge dort: 0 — 20 cm eisenschüssiger Schlick, L V; —80 cm Seggen-Bruchtorf H 8, L IV; —120 cm schluffiger Seggenbruchtorf mit Holzlage, L IV; — 150 cm Seggentorf mit Schilftorfanteil H 7, L III; — 180 cm Seggen-Schilftorf mit Braun­moosen H 5, L III; — 230 ein Torfmudde mit Bruchtorfanteilen L II; —300 ein Kalkmudde mit Conchylien; — 390 cm gebänderte, tonige Kalkmudde mit Conchylien; — 410 cm toniger Sand; 410 cm— tonig-sandiger Kies. Die Kalkmuddeschicht ist außen an den Rand­partien überall vorhanden; eine abdichtende, basale Ton(mudde)-Schicht ist nicht durchgehend vorhanden. Infolge zeitweiliger Durch-strömung der Rinne sind die Torfe zum Teil umgelagert. — Durch­schnittliches und zu nasses Grünland. Acker und Krautgärten (VII./72).

 

2.12d (M CI z. T.) Moor in der Flur Alte Länder östlich von Hausen a. d. Aach

 

In flacher Senke ein in der Mitte bis 170 cm tiefes Verlandungsmoor mit Kalkmudde in der Schichtfolge, Die weitgehend allochthonen Torfe kontaktieren am Rande mit Geröll. — Extensives Grün­land und Krautgärten. Einzelne aufgelassene Stinke mit Ruderalflora (VII./72).

 

2.12e (M CI z. T.) Moor und Anmoor in den Kehlhofwie­sen sowie nördlich vom Bruderhof (Flur Rohrwiesen) südlich von Hausen a. d. Aach

 

Der Ostteil des Vorkommens liegt in den Kehlhofwiesen, im Bereich des einstigen Prallufers der Aach, am Fuß einer würmzeitlichen Seitenmoräne. Der Fluß wurde hier um 1800 umgeleitet, sein altes Bett aufgefüllt. Vermoorter Bereich (Talversumpfung) ist flache, nur schwach wellige Aue. Bis 170 cm tiefes, im ganzen flachgründiges Moorvorkommen mit breitem Saum eines schlickigen Anmoores, der sich östlich der Aach fortsetzt. Torfe sind — infolge der dauernden, versumpfenden Überschwemmungen — stark durchschlickt, örtlich und schichtweise auch durchsandet, mit lokalen Vor­kommen von Sandmudde im Liegenden. Im Mooruntergrund junge Talkiese, örtlich auch mergeliges Material der nahen Moräne. Schichtfolge des tiefsten Punktes: 0 — 20 cm mergeliger, eisenfleckiger Schlick L V; — 40 cm toniger Schlick L V; — 60 cm Seggen-Bruchtorf H 8, L III; — 100 cm schichtweise toniger Schlick und durchschlickter Seggentorf L IV; — 145 cm Seggen-Bruchtorf H 6— 5. L III; —-170 cm mergeliger humoser Ton mit Conchylien; 170 cm — tonig-sandiger Kies.

 

Die Anmoorteile sind nur sehr flachgründig (um 30 cm); sie ste­llen durchwegs über Kies an.

 

Mäßiges bis zu nasses, je nach Grad und Beschaffenheit der mineralischen Überdeckung auch zu trockenes Grünland.

 

Das Vorkommen nördlich vom Bruderhof ist ein ausgedehntes Talversumpfungsmoor mit einzelnen Verlandungszentren mit nörd­lichem Anmoor-Rand. Unterhalb der Terrasse beim Bruderhof liegt wahrscheinlich die tiefste Stelle mit rd. 100 cm Seggen-Schilftorf über feinsandiger Kalkmudde. Ansonsten beträgt die — gegen die Aach zu abnehmende — Mächtigkeit um 80 cm. (Von diesem Moorteil liegt keine Katasteraufnahme vor.)

 

Mittleres, wechselfeuchtes Grünland mit einzelnen Streuwiesenparzellen (Hochseggenbestände). In der Flur Burst ein großer Auffüllplatz. Auf der W-Seite gegen Remishof und den Schießstand zu im Anmoorteil weitere aufgefüllte Parzellen (VI./72).

 

2.12f (M CI z.T.) Moor und Anmoor bei der Riedmühle westlich von Hausen a. d. Aach

 

Südlich unterhalb einer Terrasse (Flur Löchle) bis linksseitig der Aach reichend, drei Moorkerne mit einfassenden Anmoor-Saum. Der Entstehung nach ist der nördliche Teil ein Hangmoor aus Versumpfung und Wasserandrang am Terrassensprung und in der Aue — in die es hinabreicht — eine Versumpfungsbildung durch Über­schwemmungen und dauernd hohe Grundwasserstände. Größte Moortiefe nur 120 cm mit folgender Schichtfolge: 0—30 cm mer­geliger, durchschlickter Seggentorf; —50 cm Bruch-Seggentorf H 8—7; —120 cm Seggentorf mit Bruchtorfanteilen über feinsan­digem Ton. Torfe sind durchwegs dicht gelagert. Die beiden ande­ren Moorkerne sind reine Versumpfungsbildungen aus schlickreichen Bruch-Seggentorfen.

 

Die einfassenden Anmoore, durch hohen Schlickgehalt charakte­risiert, sind vergleyt. Ihre Dicke über dem Talkies beträgt 60 cm, meistens aber weniger.

 

Überwiegend nasse Streuwiesen (Hochstaudenried und Seggen­bestände) (VII./72).

 

2.12g Anmoore bei der Flur Hart, nordöstlich von Hausen a. d. Aach

 

2 kleine Anmoordellen im flachen, nach E geneigten Hang. Be­reich des künftigen Autobahnzubringer-Kreuzes, der wahrscheinlich aufgefüllt und planiert wird.

 

Auf humosem, sandigem Lehm nur 20—30 cm feinkörniges Anmoor. Versumpfung durch gehemmten Abfluß von Niederschlags­wasser, besonders im Frühjahr. — Grünlandnutzung der stark verunkrauteten Flächen mit Niederseggen (III./73).

 

2.12h Anmoor und Moor bei Beuren a. d. Aach

 

Blattanteil eines Aueanmoores mit einsetzendem Moor, das sich gegen N erstreckt.

 

Talversumpfungsanmoor östlich der Aach, mit kleinem Moor­ausläufer, der auf das anschließende Blatt Tuttlingen (L 8118) über­greift.

 

Stark durchschlicktes Feinkorn-Anmoor bis 50 cm; stellenweise Altwasservermoorungen mit sandigem Schlick auf sandigem Lehm.

 

Östlich des parallel zur Aach angelegten Vorfluters zum Teil sehr nasses Grünland und Weidekoppeln; zwischen Graben und Aach bis zur Straße Beuren—Steißlingen Pappel- und Erlenpflanzung. Moorteil am östlichen Rand des Vorkommens über 80 cm durchschlickter Seggentorf (vermutlich altes Flußbett). Versumpfungsmoor. — Sehr nasses Grünland und Weidekoppeln, stark verunkrautet, mit Niederseggen (III./73).

 

2.12i Egelseemoor bei Friedingen

 

In verlandetem See (Toteisloch?) ein tiefgründiges Moor. Schichtfolge in der Mitte: 0—140 cm Schwingrasen aus wäßrigen Seggentorfen; —430 cm Seggen-Schilftorf H 2, LI/II; —580 cm Seggen-Schilftorf mit Braunmoosen H 2, LI/II; —650 cm Torfmudde mit Lebermudde L I; —790 cm Lebermudde L I; 790 cm— Tonmudde. Bildlicher Ausläufer durch Mülldeponie abgetrennt. An den Rändern Schlicküberdeckung. — Soweit noch nicht gestört, wertvolle Flora mit Cladium mariscus, Massenvorkommen von Comarum palustre (im S-Teil), Peucedanum palustre. Am N-Rande, zusammen mit Carex lasiocarpa, schon Sphagnum-Anflug. Weitere Eingriffe sollten, da schutzwürdig, unterbleiben (VI./72).

 

Vgl. auch LANG (1973, S. 162 und 164).

 

2.12k Moor mit Anmoor in der Flur Weiher beim Leprosenhaus am Fuß des Friedinger Schloßberges

 

In von SE gegen NW geneigter Mulde früherer Oberer Weiher. Bis 80 cm — örtlich auch mehr — stark durchschlickte Seggen-Schilftorfe auf Lehm eines Versumpfungsprozesses, Anmoorteil über gleichem Untergrund 30 cm stark.

 

Zur Hälfte vermutlich gedränte, gute Wiesen, das übrige je zur Hälfte Naßwiesen und Niederseggenbestand mit Schilf (VI./72).

 

2.12l Anmoore südwestlich der Maiershöfe

 

In der Flur „Beim Wasenhölzle" in Auffüllung begriffene, überdeckte Anmoorsenke. 20—30 cm Anmoor über Lehm. — Hochstaudenried.

 

In der Flur „Viehweide“ in Senke bis 40 cm tiefes, feinsandiges Anmoor über sandigem Lehm. — Hochseggenbestand mit Hochstaudenried. Iris pseudacorus.

 

Das östliche Vorkommen (Flur Faulbrunnen) ist ein Hang­anmoor mit kleinem Moorkern (bis 60 cm tief) über feinsandigem Lehm. — Gutes Grünland (VI./72).

 

2.12m Vermoorung am Steißlinger See und Anmoore westlich vom Benzenhof

 

Am Steißlinger See zwei schmale Verlandungszonen, nördliche nur Blattanteil. Gegen den See zu über 100 cm Seggen-Schilftorfe über conchylienreicher Kalkmudde. — Meist mäßiges Grünland; kaum Ufervegetation (VI./72).

 

2.13 Vorkommen im Raum Gütingen—Stahringen

 

2.13a Durchenbergried und Moor im Gemeindewald Durchenberg

 

Das Naturschutzgebiet Durchenbergried ist ein verlandetes Toteisloch mit folgender Schichtfolge in seiner Mitte: 0—40 cm Seggen-Sphagnumtorf H 3; L II; —150 cm Seggen-Braunmoostorf H 3, L II; —180 cm Seggentorf mit einzelnen Braunmoosen (und Scheuch-zeria?) H 3, L II; —200 cm Seggen-Reisertorf mit Wollgras, L II; —350 cm Reiser-Wollgrastorf H 7—5, L II; —420 cm Wollgrastor. mit Scheuchzeria H 5 L II; —720 cm Torfmudde mit Braunmoosen L I/II; —800 cm Torfmudde mit Lebermudde L I/II; —830 cm kalkreiche Lebermudde mit Conchylien. L II; —850 cm Ton- mit Lebermudde L II: —880 cm Ton; 880 cm— grobsandig-kiesiger Ton, — Bültiger Hochseggenbestand (Carex elata) ziemlich trocken, unterhalb der Bundesstraße 34 etwas nässer; am Rande durch­gehend mit Iris pseudacorus. Gegen die Mitte zu immer nährstoff­ärmer. Dort Hochmooranflug mit abgestorbenen Waldkiefern und Drosera rotundifolia, Sphagna. Im Zwischenbereich Menyanthes trifoliata und Comarum palustre.

 

Vgl. auch LANG (1973, S. 156, 162 und 164—165), Pollendiagramm v. STARK (1927).

 

Nördlich davon im Durchenbergwald (Distrikt II, Abt. 2) ein weiteres vermoortes kleines Toteisloch. Kürzlich noch freie Wasser­fläche. Schichtfolge: 0—70 cm rezenter Wurzelfilz und Seggentorf H 2—7—5; —90 cm toniger Schlick L IV; —120 cm Seggen-Bruchtorf H 7, L III; —180 cm Seggen-Braunmoostorf H 5, L II; —360 cm Braunmoostorf H 3, L III; —450 cm Tonmudde; 450 cm— Ton. — Artenarmer, bültiger Großseggenbestand (VI./72).

 

2.13b Buchenseen-Moor mit Kleinmoos

 

Größtenteils im Naturschutzgebiet liegende rinnenförmige Toteishohlform mit noch 3 freien Wasserflächen. Ergebnisse von (Kammer-)Bohrungen:

 

a) Beim Auslauf des südlichen Sees: 0—40 cm rezenter Wurzelfilz; —270 cm Seggentorf mit Braunmoosanteilen H 3, L I; — 300 cm wässrige Torfmudde, L I; — 450 cm Kalkmudde mit Torfmudde und Conchylien, L I; —475 cm Torfmudde mit Lebermudde, LI/II; —630 cm Kalkmudde mit Lebermuddebändern L I/II, Lebermuddeanteil breckziaartig (verlagert) und mit gehäuften Conchylienvorkommen: — 650 cm Lebermudde mit Torfmuddenbrocken (auch Braunmoose und Conchylien), L II; — 750 cm Torfmudde (meist in Lebermudde — Grundmasse L II; — 800 cm nach unten tonige Lebermudde mit einigen Conchylien, L III; —830 cm Übergang in Ton; — 880 cm Ton mit einzelnen Steinchen bis 1 cm Ø; 880 cm — toniger Kies.

 

b) Am Verbindungsgraben zwischen den beiden südlichen Seen 0—75 cm Seggentorf H 8—7, L III; —180 cm Seggentorf H 6—5, L III; —200 cm Seggen-Schilftorf H 5, L II; —210 cm Seggenbruchtorf H 5, L II; —230 cm Kalkmudde mit Torfmudde und Conchylien, L II; —290 cm Kalkmudde mit Conchylien, L III; —340 cm Kalkmudde mit Torfmuddeanteil, der nach unten zu ausgeht, L III—IV; —350 cm reine Kalkmudde, L III/IV; —400 cm Kalkmudde mit Torfmuddeanteilen, L III/IV; —545 cm Kalkmudde mit Conchylien, L III/IV; 545 cm— kiesiger Ton.

 

c) Zwischen den beiden nördlichen Seen, 0—150 cm Seggen-Schilftorf H 7—5, L IV—II; —190 cm Torfmudde, L II; —300 cm Kalkmudde mit Conchylien (darin wässerige, torfige Ader bei 235—240 cm); —550 cm Kalkmudde mit Conchylien, L III—II; —775 cm Kalkmudde mit Conchylien und breiten lebermuddeartigen Bändern, L II—III; —780 cm Kalkmudde mit geringem Lebermuddeanteil, L III; —790 cm Kalkmudde mit Conchylien; —800 cm tonige Kalkmudde mit Conchylien; —850 cm sehr dicht gelagerter Ton; 850 cm— sandiger Ton. Ein weiteres Profil — ober­halb des nördlichen Sees — ist mit einem dazugehörigen Pollendia­gramm bei A. BERTSCH (1961, S. 252 ff.) zu finden. Älteres Pollendiagramm bei STARK (1927).

 

Aus der Stratigraphie ergibt sich eindeutig, daß die jetzigen Buchenseen Reste eines früher größeren Sees sind; dabei dürften sich an den relativ flachsten Stellen — die untergrundmorphologisch vorgegeben sind — durch Muddeablagerung und Torfwachstum die „Landbrücken" gebildet haben, welche den größeren Vor-See abge­schnürt haben.

 

Wertvolle Flora nur noch um den südlichen, bis zum Ufer des mittleren Sees. Dort u. a. schöne Bestände von Cladium mariscus (bis 250 cm hoch), Trichophorum alpinum, Pinguicula vulgaris, Drosera rotundifolia, Lycopodium innundatum, Liparis Loeseli. Sie werden durch Strauch- und Baumanflug zunehmend eingeengt. Nordrand des mittleren Sees ist durch Badebetrieb stark gestört. Nörd­licher Moorteil, nach teilweiser Abtorfung, durchwegs Wirtschafts­grünland (VII./72), Ergänzendes und weitere Literaturangaben über die Buchenseen mit Blockbild. Vegetationskarte und Profilen bei LANG (1973, S. 153—156 und 164). Pollendiagramm von A. BERTSCH (1961) und P. STARK (1927).

 

Nördlich von den Buchenseen in kleiner, kreisrunder Delle (Flur Kleinmoosacker) ein 75 cm tiefes Moor. — Hochseggenbestand mit Iris pseudacorus am Rande (VII./72).

 

2.13c Moore beim Schloß Möggingen

 

Vermoorte Rinne mit dem (Wasser-)Schloß Möggingen, das mit­ten im Vorkommen liegt. Im Süden zunächst in der Flur Espen ein Versumpfungsmoor mit Hangmoorstreifen; über 1 m tiefe Seggen-Schilftorfe auf feinsandigem Ton. Im Tal nasses Grünland, am Hang und entlang des Baches Schilfbestand mit Erlen, Eschen und Weidengebüsch. — Um das Schloß im E stark durchschlickte Torfe am Mühlbach (Mühlweilierbereich). Im SW Hangmoor, bis über 60 cm Seggen-Schilf- und Bruchtorfe. Schilfbestand mit Erlen. — In der Flur Schloßgut bis zum Weg in den Hinteren Brühlwiesen stark durchschlickter Seggentorf. Hohes Schilfröhricht. — Hintere Brühlwiesen (z. T. Grünland) sind durch Abschwemmkegel von den Vorderen Brühlwiesen getrennt. — Dort durchschlickte Seggentorfe, 75 cm tief. Mäßiges Grünland (VII./72).

 

2.13d Blattanteil des Mindelseemoores

 

Nur äußerster westlicher Ausläufer des großen Mindelseemoores (Naturschutzgebiet), das auf dem Blatt Konstanz (L 8320) unter 2.11k enthalten und dort ausführlich besprochen ist. Erläuterungen 1972, S, 24—27, Abb. 8—10. Weiteres ausführliches Material über das Mindelsee-Moor bei LANG (1973, S. 140—144, 150—155 und 165; dort auch Pollen- und Sporendiagramme). In der Kalkmudde Band vom Laacher Bimstuff. Pollenanalysen von STARK (1927).

 

2.14 Moorgruppe um die Toteisseen bei Böhringen

 

2.14a Anmoore in der Flur Haselmoos und Erlenwald

 

In schmaler, von Wald eingefaßter Senke ein nur 20—40 cm tiefes Feinkornanmoor über sandigem Lehm. Sehr nasses Grünland mit einigen Pappeln, gegen den Rand zu Erlen- und Weidengebüsch. Im „Erlenwald'" südöstlich Singen bei „Wasenhütte" kleine Senke (früher Torfstich?). Jetzt nur noch 20—30 cm Anmoor auf sandigem Lehm. Erlen mit Stelzwurzeln, sonst mit Fichten aufgeforstet (IV./72).

 

2.14b Langenried östlich von Singen

 

In abflußloser Senke ein Versumpfungsmoor mit folgender Schichtfolge in der Mitte: 0—20 cm rezenter Wurzelfilz; —40 cm Seggen-Schilftorf H 7, L III; —190 cm Ton; —210 cm kalkreicher Ton über grobsandigem Ton. Von der Bahnlinie durchfahren. Nördlicher Ausläufer wird mit Müll aufgefüllt. Südlich der Bahn fast Reinbestand von Calamagrostis sp. mit etwas Schilf und randlicher Pappelanpflanzung mit Weidenbüschen. Iris pseudacorus. In der Mitte erste Sphagnumbülten. Zipfel gegen SE mit etwas artenreiche­rer Flora, ansonsten Hochseggenbestand mit Baum- und Buschanflug (VII./72).

 

2.14c Anmoor nördlich der Flur Ameisen an der Bahnlinie

 

In abflußloser Senke 20—40 cm tiefes durchschlicktes Anmoor auf Lehm beiderseits der Bahnlinie. — Undurchdringlicher Schwarzerlenbruchwald (IV./72).

 

2.14d Anmoore im Kammern-Wald

 

Nördlich von vorigem Vorkommen 3 weitere Anmoore, 20—40 cm tief auf sandigem Lehm, das südöstliche davon einstiger Weiher. Erlenbruchwald mit Schilf (IV./72).

 

2.14e Moor am Großen Weiher beim Weiherhof

 

Über 1 m durchschlickte Seggen-Schilftorfe auf lehmigem Kies. Keine freie Wasserfläche mehr. — Seggenbülten und Schilfbestand (IV./72).

 

2.14f Moorkomplex nördlich Böhringen (Litzelsee, Böhringer See, Sauried und Pfarrmoos)

 

In langgezogener, von SW nach NE verlaufender Talung ergib sich vom S gegen N fortschreitend folgendes Bild: Südlich vor Schloß Ricketshausen Anmoor und Moor bis zum Bahndamm. Verlandeter Schloßweiher. — Nördlich vom Schloß ein quelliges Hangmoor mit Kalktuffbänken. Über 1 m mächtige, sehr stark zersetzte Seggen-Bruchtorfe auf Kalktuff. Erlenwald mit einzelnen Fichten am höhergelegenen NW-Rande. — Darauf folgt gegen N ein schmaler Talabschnitt, der weitgehend mit Kiesgrubenabraum aufgefüllt ist. Nasser verschilfter Bruchwald. — Am Toteisloch des Böhringer Sees wurde erbohrt: 0—70 cm Schilftorf H8—6, L III II —100 cm Seggen-Braunmoostorf H 6—3, L II; —150 cm Kalkmudde und Conchylien L II; —780 cm wie vor, jedoch mit Spuren von Torfmudde. L II; —820 cm tonige Kalkmudde; 820 cm— Tonmudde. Pollenanalysen von STARK (1927), vgl. auch LANG (1973, S. 164). Am W- und S-Ufer des Sees Verlandungszone mit Schilf und an­schließenden Streuwiesen. Pappelanpflanzungen. Beim Strandbad und Campingplatz, desgleichen im SE-Zipfel von der Kiesgrube her, Auffüllungen. — Vom vorigen Teil gegen W ein schmales Verbindungsstück entlang des Seelegrabens zum Moor am Mühlbach. Über 1 m tiefe durchschlickte Seggen-Bruchtorfe. — Gegen N von hier anschließend ein langgestrecktes Tal-Versumpfungsmoor (Frankenwiesen und Viehweid) mit Anmoorrand bis zum Litzelsee. Meist 1 m mächtige, teilweise sehr stark durchschlickte Seggen-Bruchtorfe über lehmigem Ton. Gutes Grünland. In der Flur Viehweid Fichten-Jungforst auf Hochseggenbestand und Hochstaudenried. Am zweiten Toteisloch dieses Moorkomplexes, dem Litzelsee, wurde am S-Rand als Schichtfolge ermittelt: 0—40 cm Seggenbruchtorf H 8—6, L III; —180 cm Seggen-Schilftorf H 6, L II; —200 Seggen-Braunmoostorf H 3, L III; —270 cm Schilf-Seggentorf H 6, L II; —280 cm Kalkmudde mit Conchylien, L II; —290 cm Torf mit Kalkmudde, L II; —300 cm holzreiche Torfmudde, L II; —600 cm Kalkmudde mit Conchylien, L II; —660 cm Tonmudde; 660 cm— sandig-kiesiger Ton. Der See ist etwas dystroph (mit Menyanthes trifoliata), jedoch mit schmalem Saum von Cladium mariscus. Erlenbruch-Wald um den See enthält Sorbus aucuparia und im Unterwuchs viel Convallaria majalis. Am Westrand des Moores kleiner, aber markanter (Grab?-)Hügel. Vgl. auch LANG (1973, S. 164).

 

Nördlich vom Litzelsee zieht sich ein Moorausläufer in der Flur Mindleskilch gegen NW. Tiefer Taleinschnitt, der von der Hardmühle abwärts durch Kiesabbau völlig verändert wurde. Nur noch kleiner Moorrest im untersten Abschnitt vorhanden, der auch fortschreitend mit Abraum bedeckt wird. Dort noch teilweise über 1 m Seggen-Schilftorf. — Mit Pappeln und Erlen aufgeforstet, kleine Stellen mit Hochstaudenried, Hochseggen. Iris pseudacorus.

 

Weiter gegen N folgt Verbindungsstück zum Sauried, mit um 1 m mächtigen, stark durchschlickten, randlich bis über 1 m überdeckten Seggen-Bruchtorfen. Feuchtes bis nasses Grünland und Streuwiesen. — Im anschließenden Sauried wurde auf der Höhe der Wasserfassung erbohrt: 0—20 cm kolluvialer humoser Lehm; —130 cm Seggentorf H 8—6, L IV; —150 cm Seggenbruchtorf H 8, L III; —170 cm durchschlickter Seggenbruchtorf, L III; 170 cm— sandig-kiesiger Ton. — Zu nasses bis mittleres Grünland bei ausgebautem Vorfluter. Auf der E-Seite eine Hangversumpfung mit Schilf. Wasserschutzgebiet jung aufgeforstet (Fichten und Schwarzerlen). Der ganze Komplex ist — bei genetischer Vielfalt — aus Verlandung zweier Sölle sowie Tal- und Hangvermoorung zusammengewachsen.

 

Östlich vom Böhringer See, auf der Westseite der Flur Pfarrmoos, relativ kleines und flaches, schon im Spätglazial verlandet Toteisloch mit randlich über 1 m überdeckter Vermoorung und folgender Schichtfolge: 0—70 cm Seggen-Bruchtorf H 8, L IV; —110 cm Braunmoostorf H 6—3. L III; —130 cm Torf- und Lebermudde, L II; —170 cm Ton- und Lebermudde, L II; —270 cm (Becken) Ton; 270 cm— sehr trockener dichter Ton. — Versuch einer Entwässerung durch tiefen Graben. Zu nasser Acker (VII./72). Pollendiagramm von A. BERTSCH (1961, S. 253 ff.) und Angaben bei LANG (loc.cit,) (V./72).

 

2.14g Moor zwischen Haldenstetten und Stahringen

 

Im bogenförmigen Talabschnitt oberhalb des Sauriedes zunächst in der Flur Haßlen zum Teil überdecktes Moor, über 1 m tief Seggen-Braunmoostorfen und angedeuteter Kalkmudde, die neben den Versumpfungs- auch zeitweilig abgelaufene Verlandungsprozesse bezeugt. Hangende Schichten überall mit Lehm vermischt. Nasses bis mittleres Grünland. Grabensystem unsachlich angelegt. Talaufwärts, bei der Flur Wieselbrunnen, wiederum über 1 m tiefe durchschlickte Seggentorfe, durchschnittlich um 40 cm lehmig-schlickig überdeckt. Feuchtes Grünland und sehr nasse Streuflächen. Der oberste Abschnitt gegen Stahringen zu (Flur Weierwiesen) birgt bis auf 1 m Tiefe nur einzelne Torfschichten in schlickreichem Lehm Tiefere Schichten wurden nicht mehr erfaßt. Mäßiges Grünland (V./72).

 

2.14h Anmoor nördlich von Stahringen

 

Schmale, überdeckte Anmoorrinne in einstigem Quellbereich. Durchschlickte Anmoorschicht, nur 20—40 cm stark. — Mäßig Grünland (V./72).

 

2.15 Vorkommen in der Niederung der Unteren Radolfzeller Aach

 

2.15a Moor nördlich von Wiesholz (Kt. Zürich) am Fuß des Schiener Berges

 

In tiefer Senke ein Verlandungsmoor. Im Hangenden Seggen-Schilftorfe und Seggenbruchtorfe, tiefer als 120 cm. Ausläufer gegen SE ist Hang-Quellmoor, teilweise sandig überdeckt. Auf der S-Seite Anmoorsaum. Ungenügende Vorflut. Im W meist Äcker (Mais), in der Mitte abwechselnd Acker. Grünland und Streuwiesen. Am N-Rand Pappelwäldchen und einige Weidengebüschgruppen. Gegen E meist trockenes Grünland (IX./72).

 

Bei der Flur Duhrlen ein kleines Quellmoor in Senke. Bis 80 cm durchschlickte Seggen-Bruchtorfe. — Erlengehölz und Acker

 

2.15b Moor südlich von Worblingen

 

Ein Hangmoor in der Flur Ried mit anschließender Talversumpfung. Schichtfolge: 0 — 40 cm tonig-lehmiger Schlick L V; — 90 cm toniger, durchschlickter Bruchtorf L IV; — 120 cm humoser, schluffiger Ton; — 150 cm durchschlickter Seggentorf L II; 150 cm — tonig-sandiger Kies. —Mittleres Grünland (IX./72).

 

2.15c Moor an der Straße Worblingen — Bohlingen

 

In der Flur Unter dem Worblinger Weg unter einem Terrassensprung ein Quell-Hangmoor. Schichtaufbau: 0—40 cm lehmiger-kalkreicher Schlick L V; — 90 cm durchschlickter Bruchtorf mit Kalktuff-Linsen; 90 cm — grobsandiger kiesiger Ton. — Schilfbestand, darin Lysimachia vulgaris, Epipactis palustris. Einige Grünlandparzellen. Im Tal darunter nicht genau zu umgrenzende — und deshalb nicht in die Karte eingetragene — schlickige Seggentorfe mit Ton-Schichten bis über 80 cm tief. Grenzfall einer Moorbildung. Dort Flora, besonders im E-Abschnitt mit Iris sibirica, Juncus obtusiflorus, Pedicularis palustris, Senecio paludosus u. a. Zur Erhaltung des Bewuchses sollte die Streunutzung dort nicht aufgegeben werden (VII./72).

 

2.15d (M XC z. T.) Moore und Anmoore östlich von Boh­lingen

 

In der Flur Ob Au ein Hangmoor mit Kalktuff im Liegenden. Bei durchgehender Überdeckung von feinsandigem kolluvialem Schlick nur wenige Dezimeter Seggen-Bruchtorfe. Naßwiesen. Weiter gegen E, in der Flur Bunzenwiesen, ein kleines Moor mit Verlandungsstadium mit Sandmudde. Die Torfe selber sind bis 130 cm tief. Streuwiese mit Schilfbestand. — Noch weiter im E ein kleines Anmoor in Senke. — Schilfreiche Streuwiese (VII./72).

 

In der Flur unter der Ziegelhütte bis 150 cm mächtige Torfe über sandigem Schlick und Kies. — Gärtnerei, wohl z. T. überdeckt (IX./72.).

 

2.15e (M XC z.T.) Moor in der Flur Schlattwiesen nördlich der Straße Worblingen—Moos

 

Kleines Moor von Anmoorcharakter in einer Geländedepression nur 80 cm tief aus durchschlickten Seggentorfen, über tonigem bis lehmigem Sand. — Gedräntes, mittleres Grünland (VI./72).

 

2.15f Moor in der Flur Moosfeld südwestlich Moos

 

Aus drei Ansätzen zu Hangmooren und einer Talversumpfung zusammengewachsenes Moor, 75 cm Seggen-Bruchtorfe. — Streuwiesen mit Schilf und Naßwiesen (VI./72).

 

2.15g Anmoor in der Flur Moosfeld südlich von Moos

 

Ein Anmoor mit drei Moorkernen. 30—60 cm tief über tonig; sandigem Kies; Moorstellen mit Seggen-Bruchtorfen bis 80 cm. In der Mitte ein Moorwald mit großer Lichtung (sehr naß), offene Fläche ist nasses Grünland und Streuwiesen. Sportplatz (IX./72).

 

2.15h Anmoor in der Flur Unterwiesen südwestlich von Iznang

 

In Senke entlang eines Grabens; früher kleiner Weiher, jetzt Schuttplatz. Bis 80 cm tiefes feinsandig-schlickreiches Anmoor auf Sand. — Hochstaudenried mit Schilf und Weidensträuchern (VI./72)

 

2.15i Moor in der Flur Feuenried nördlich von Überlingen am Ried

 

In einem Toteisloch mit folgender Schichtfolge: 0—20 cm Lehm; —100 cm Seggentorf H 6—4, L II—III; —300 cm Schilfseggentorf H3, L II; —380 cm Torfmudde L II; —20 cm Torf- und Lebermudde, L II; —430 cm Lebermudde, L II; —460 cm Tonmudde mit Ledermudde L III; 460 cm — grobsandig-kiesiger Ton. Vom SE her mit Schlamm aus benachbarter Kiesgrube 75 cm überdeckt. — Mittelteil Hochseggenbestand mit Schilf, Iris pseudacorus, Lysimachia vulgaris und Weidenanflug. Flora der Randteile mesotropher, mit Carex lasiocarpa, Comarum palustre, Peucedanum palustre u.a. (VI./72).

 

Vgl. auch LANG (1973, S. 164) u. pollenanalytische Untersuchung J. MÜLLER (1947).

 

2.15k Moor bei den Reutehöfen

 

In Muldenlage stark abgetorftes Moor mit breitem Anmoorsaum gegen SW. Aus Verlandung hervorgegangen. Zwei Bohrungen erbrachten unter bis 60 cm starker Abraumdecke eine 30—40 cm starke Torfmuddeschicht mit Lebermuddeanteil über Ton. Der Teil östlich der Bahn hat Hangmoorcharakter mit über 60 cm tiefen durchschlickten Seggentorfen. — Streuwiesen, Äcker, trockenes bis feuchtes Grünland, Schrebergärten und Pappelanpflanzung (VIII./72).

 

Pollenanalytische Untersuchungen von STARK (1927); vgl. auch LANG (1973, S.164).

 

2.15l (M XC z. T.) Moor bei Überlingen am Ried in der Flur Salfert

 

Moor mit stark gegliedertem Umriß, das gegen den Bodensee zu diffus in Anmoor und Schnegglisande übergeht. Besonders letztere Abgrenzung ist unsicher, weil durch Verschwemmungs- und Erosionsprozesse verwischt. Gegen E liegt die Moorgrenze hingegen eindeutig fest. 61 Kammerbohrungen (vgl. Abb. 11 und 12) ergaben das Bild eines bis 980 cm tiefen Moores, an dessen Aufbau aber Torfe nur in geringem Maße beteiligt sind: Die hangenden durchschlickten Seggen- und Seggenbruchtorfe sind meist unter einem Meter mächtig, in den obersten Schichten („Krume") vielfach von Anmoor Charakter. Das sehr mächtige Muddepaket erfüllt eine tiefe, von einem früheren Lauf der Aach ausgeräumte Rinne, die sich seewärts in eine — jetzt verlandete —  Bucht verbreitert. Daraus erklärt sich auch, daß die Mudde nicht eindeutig einer typischen Kalkmudde zuzuordnen bzw. gegenüber Schnegglisanden abzugrenzen ist.

 

Der einstige Auewaldstandort wird jetzt von nassem Grünland und Streuwiesen eingenommen. Lediglich im sichelförmig nach SW ausholenden schmalen Ausläufer (Flur Steinlache) und in der Flur Bührle sind noch Waldrelikte erhalten. Im Anmoorzipfel des ersteren ein starkes Vorkommen von Lilium martagon. Am Nordrande des Baggersees der Ziegelei kommen vor: Schoenus nigricans, Gentina pneumonanthe, Allium carinatum u. a. (VIII./72).

 

2.15m Moor „Mösle" im Naturschutzgebiet Bodenseeufer

 

Ein kleines Hangmoor mit 60 cm starken durchschlickten Bruchtorfen über Kalktuff, das seewärts in ein Hanganmoor übergeht Dieses läuft fließend in den schmalen Schnegglisandsaum der Uferzone aus. — Moor ist hangaufwärts schilfbestanden, abwärts Fichten und Schwarzerlen bestockt. Anmoor trägt einen Weißbuchen-Eschen-Mischwald (angepflanzt) (VIII./72).

 

2.16 Vorkommen in der Niederung der Biber und auf den umgebenden Höhen

 

2.16a Moor an den Hardtseen zwischen Gottmadingen und Bietingen

 

In zwei Toteislöchern, von denen das südliche (Unterer  Hardtsee) noch eine kleine freie Wasserfläche hat, zwei Moore. Ermittlung der Schichtfolge und Moortiefe war infolge zu hohen Wasserstandes nicht möglich. Zwei randliche Bohrungen ergaben im Unteren Hardtsee-Moor: 0—80 cm Seggenschilftorf H 4, L I; — 150 cm tonige Torfmudde, L II; — 180 cm Torfmudde mit Braunmoosen, L II; 180 cm— Tonmudde. Im Oberen Hardtseemoor: 0—60 cm Seggenschilftorf H 7, L II; — 90 cm Torfmudde; — 120 cm Tonmudde, darunter sandig, kiesiger Ton. Beide Moore sind demnach aus der Verlandung von Grundwasser-Seen entstanden.  Die Verlandung liegt noch nicht sehr lange zurück. — Am Rande des Unteren Sees fällt ein Massenvorkommen von Schierling (Cicuta virosa) auf. Beide Vorkommen sind spontan bewaldet, wobei in den jüngeren Beständen am Unteren See ein hoher Anteil an Ruderalpflanzen auffällt (VII./72).

 

2.16b Moor an der Mülldeponie von Bietingen (Flur Großer Rist)

 

Im Toteisloch ein vermutlich tiefgründiges Moor, das vom W her mit Müll und Bauschutt aufgefüllt wird. — Bültige Hochseggenbestände mit Weiden und Schwarzerlen. Vorkommen von Comarum palustre, Iris pseudacorus und Peucedanum palustre (VII./72).

 

2.16c (M XCI) Moore im Bibertal westlich von Randegg

 

In der Flur Oberried, am Fuß der nördlichen Talflanke drei kleine Hangmoore. Wohl ursprünglich eine zusammenhängende Vermoorung, die durch Abtorfen, Auffüllen und Überdeckung jetzt aufgeteilt ist. 22 Bohrungen ergaben, daß fast überall eine kolluviale Überdeckung vorhanden ist, die Torfe stark durchschlickt sind. Gegen die Ränder zu haben sie durchwegs Anmoorcharakter. Ausgangsimpuls der Vermoorung war neben dem Hangwasser das Vorhandensein von Altwasserschlingen der Biber, wie die Schichtfolge an der tiefsten festgestellten Stelle (im westlichsten Vorkommen) zeigt: 0—40 cm kolluviale Tonüberdeckung; —150 cm Seggenschilftorf H 8; —260 cm Torfmudde über Ton. — Das östliche Moor ist mit einem Erlenwäldchen bestockt; die beiden anderen im Zuge der jetzt umgebrochen (V./69 und I./73).

 

2.16d (M XCI) Moore im Bibertal östlich von Randegg

 

Drei Einzelvorkommen. Westlich, in der Flur Ruthwies, von gleicher Beschaffenheit und Entstehung mit kleiner Mineralbodeninsel wie bei 2.16c, jedoch — wohl durch Abtorfung — flachgründiger. Neuerdings entwässert und beackert. — Mittleres Vorkommen (Vorder-Eichenbohl) gleichfalls ein Hangmoor ohne Verlandungsschichten. Schichtfolge an der tiefsten Stelle: 0—40 cm sandig-lehmiger Schlick; —350 cm Seggenschilftorf; —360 cm Schlick über sandigem Ton. Örtlich sind an der Schichtfolge auch Bruchtorfe beteiligt. — Wurde bei der Flurbereinigung ausgespart, daher Hochseggenbestand, Hochstaudenriede und Molinieten mit Baum- um Strauchanflug. — Östlichstes dieser Vorkommen, unmittelbar an der Schweizer Grenze, in der Flur Blindenhausen ein kleines Quell Hangmoor, bis 160 cm tief mit stark durchschlickten Seggenbruchtorfen. Hochseggenbestand mit Baum-Strauch-Anflug (VII./68).

 

2.16e (MXCI) Murbacher Ried

 

Gleichfalls direkt an der Staatsgrenze, in einem Toteisloch, das Murbacher Ried. Einzelheiten über seine Schichtfolge sind der Abb. 13 und 14 zu entnehmen. Seine Torfe sind bis oben hin noch sehr wasserreich; sie haben fast Schwingrasencharakter. Daher bis auf den Rand noch ungestörte Vegetation mit bulligen Hochseggen — Südlich davon (Oberes Ried) ein weiteres kleines Moor. Bis 100 cm tiefe Versumpfungsbildung aus durchschlickten Seggentorfen. Molinietum mit Schilf (VI./68).

 

2.16f Moor in den Gieswiesen südlich von Hilzingen

 

Im Tal des Rohrbaches, der zur Biber fließt, unmittelbar südlich der einstigen Bahnlinie eine Talvermoorung, die im Norden bis 50 cm überdeckt ist. Über 60 ein starke durchschlickte Seggenbruchtorfe über kiesigem Lehm der Talaue. — Flurbereinigtes Gebiet. Zu mittleres Grünland; Rest Acker (VII./72).

 

2.16g Moore östlich von Hilzingen

 

Zwei kleine Versumpfungsmoore im Tal. Westliches aus 70 cm Seggenschilftorfen, teilweise überdeckt. Als Garten genutzt. — Östliches bis 80 cm durchschlickte Seggen-Bruchtorfe. Grünland und Baugelände, z. T. aufgefüllt (VII./72).

 

2.16h Moor am Südwestfuß des Hohentwiel bei Twielfeld

 

Versumpfungsmoor im Tal von der B 314 durchschnitten. Gegen den Rand zu bis 100 cm, in der Mitte 20—60 cm überdeckt. Aus stark durchschlicktem Seggen-Schilftorf, der rd. 100 cm mächtig ist, über kiesigem Untergrund. Sehr hoher Grundwasserstand. — Nasses Grünland und Acker (VII./72).

 

2.16i Grassee-Moor südlich von Twiefeld bei Gottmadingen

 

Im Walde, beim Spießhof (Walddistrikt IIIa, Spieß), in einem Toteisloch entstanden, bis 620 cm tief. Die Schichtfolge sei der Abb. 15 entnommen. Darin fällt die Abfolge (von unten) Tonmudde—Lebermudde—Braunmoostorf auf, die eher für Verlandungen in größeren Schmelzwasserseen als für Sölle typisch ist. Nach abgelaufener Verlandung hat sich sekundär ein zweiter kleiner See gebildet, der durch die hangende Torfmuddelinse bezeugt ist. — Überwiegend Schwarzerlen und einzelne Eschen auf einem Hochseggenbestand. Sehr nasse Stellen mit Carex-elata-Bülten und Iris pseudacorus. Am Rande des Eichenwaldes (mit Carpinus) viel Concallaria majalis (VI./72).

 

2.16k Moor im Spieß-Wald östlich von vorigem

 

Durch einen hohen Mineralrücken vom Grassee getrennt in wesentlich flacherer Mulde (ob auch Soll?) mit Schichtung: die in Abb. 16 dargestellt ist. Beachtenswert, daß im Verlandungsstadium organische und mineralische Sedimentation einander zweimal ablösen. — Am Rande Hochseggenbestand sowie Eschen und Schwarzerlen, gegen die Mitte zu besonders viele abgestorbene Fichten und Kiefern. Im Wald viel Convallaria majalis (VI./72).

 

2.16l Moor im Seewadel südlich vom Singener Friedhof

 

Im Distrikt II des Gemeindewaldes Seewadel gegen S an den Bahndamm angelehnt ein Moor in einem Soll mit besonders gegen W sehr steiler Flanke. Wilde Müll-Ablagerung auf der E-Seite. Schichtfolge in der NE-Ecke: 0—20 cm Seggentorf H 8, L II; —100 cm durchschlickter Bruchtorf mit viel Seggen und Wollgras L III; —140 cm Wollgras-Seggen-Braunmoostorf, H 4, L II; —180 cm Tonmudde; —210 cm (Becken-) Ton; 210 cm— tonig-sandiger Kies. In der Moormitte: 0—20 cm Seggen-Wollgrastorf H 8—7, L III—II; —60 cm Seggen-Bruchtorf mit Wollgras H 9, L II; — 130 cm Seggen-Wollgrastorf H 4, L II; — 180 cm Seggen-Schilftorf H 4, L II; —210 cm Braunmoostorf H 3; —260cm Braunmoostorf mit Lebermuddespuren L II; —280 cm Braunmoostorf mit Lebermuddespuren L II; — 340 cm Tonmudde; — 410 cm (Becken-)Ton; 410 cm— grobsandig, toniger Kies (vgl. auch Abb. 17). — Das Moor hat einen Übergangsmoorkern (mit Carex lasiocarpa, Menyanthes trifoliata, Drosera rotundifolia, Comarum palustre und Peucedanum palustre, Sphagna). Auf der Seite gegen E einzelne trockenere Aufwölbungen, die dicht bewaldet sind. Der Rand ist (laggartig) sehr naß mit bültigen Hochseggen  bewachsen, ansonsten mit Kiefern, Eichen, Schwarzerlen und Weiden bestockt (VII./72).

 

2.16m Grenzüberschreitendes Moor bei Moskau südlich von Rielasingen

 

Ausgedehntes, reich gegliedertes, im ganzen flachgründiges Tal-Versumpfungsmoor, das sich auf Schweizer Gebiet (Ramsen) fortsetzt: dort mit einer Mineralinsel. Schichtfolge im Nordteil: 0—60 cm Seggen-Bruchtorf H 8; —120 cm Seggentorf H 7—6; —130 cm Ton über tonig-sandigem Kies. Beim Hagenspitz: 0—60 cm Seggen-Bruchtorf über grobsandig-tonigem Kies. Beim Neusiedlerhof mit kleiner einstiger Verlandung: 0—40 cm Seggen-Bruchtorf H 1; —130 cm Kalkmudde mit Conchylien über tonig-sandigem Kies. An dieser Stelle liegt das Moor deutlich höher als die Talsohle, bedingt durch am Terrassensprung austretendes, gespanntes Grundwasser. Stellenweise Anmoorsäume. Östlich der Straße Singen—Ramsen— von der Bahnlinie durchschnitten — Seggen-Schilftorfe und durchschlickte Seggentorfe, 80 cm tief. In Ortsnähe (Sportplatz) mineralisch überdeckt. Auf der Schweizer Seite Entwässerung durch zu tiefe Gräben.

 

Gegen S im Bereich eines Baches auf den Fluren Chollbrunnen und Seewadel der Gemarkung Ramsen fast ebenes Gelände. In flacher Depression 0—40 cm stark durchsandeter Seggentorf; —70 cm sandiger Seggentorf H 8; —80 cm lehmig-schlickiger Ton (muddeartig); 80 cm— Kies der Grundmoräne. — Sehr unterschiedlicher Bewuchs: neben Grünland, Äckern und Krautgärten alte Stiche mit Weidengebüsch, Reste von Hochstaudenried (IX./72).

 

2.16n Anmoor in der Gemeinde Buch, Flur Unterwiesen

 

Südöstlich des Weilers Hard langgestrecktes, hangabwärts um 40 cm stark lehmig überdecktes Anmoor. Einzelne kleine Moorstellen, so auf der Talsohle gegen SE: 0—35 cm lehmig überdeckt; —70 cm holzreicher Bruch-Seggentorf (H 8) unter dem Einfluß gespannten Wassers; —90 cm toniger Schlick mit Seggentorf-Linsen; —96 cm Ton; 96 cm— feinsandiger Schluff. Aus dem (Aue-)Lehm der Überdeckung und der Umgebung des Anmoores entwickelt sich eine Vega, die bei extremem Austrocknen in schiefrige Aggregate zerfällt. — Als Acker genutzt (III./72).

 

2.16o Anmoor in der Flur Moos

 

Südlich von vorigem Vorkommen bei der Schießanlage kleines — nicht näher untersuchtes — Hanganmoor. — Acker (III./72).

 

2.16p—r Vorkommen am Nordrand der Rheinterrasse

 

Westlich der Biber, südlich Karolli und südlich der Flur Raatli zwei als Acker genutzte Anmoore ohne nähere Angaben. Das dritte, östlichste Vorkommen in der Flur Hinterer Weiher in kleinem Toteisloch zeigt folgende Schichtfolge: 0—30 cm durchschlickter Seggentorf (H 10); — 70 cm Seggentorf (H 8); ab 70 cm schichtweise Seggentorf und vergleyter feinsandiger Ton. Durchmesser des Vorkommens 50 m. — Vegetation durch Abbrennen zerstört (in 1 m über dem Boden abgesägte Birken, soweit erhalten, Steifseggen (Caricetum elatae) und Hochstaudenried (Valeriano-Filipenduletum) (III./72).

 

2.16s Egelsee nördlich von Thayngen

 

Von Niederterrassenschotter umgebene, stark eingesenkte kreissegmentartige Mulde mit ehemaligem Kleinsee. Im Zentrum über 100 cm Seggentorf (H 4 bis 50 cm, dann H 2—3). Am Rand 20 cm anmooriger Seggentorf (H 9—10) über schwach zersetztem Seggentorf (H 4 bis 50 cm; H 2—3 bis 80 cm, dann H 1). — Verlandete See und Umgebung ausgedehntes Sumpfschneidenried (Cladium mariscus) mit etwas Faulbaum-Weidengebüsch (Rhamnus frangula-Salix), umgeben von Baum- und Gebüschsaum (I./74).

 

2.16t See nördlich Herblingen

 

Randlich ziemlich steile Mulde. 40 cm tiefes, stark vererdetes Anmoor, darunter 20 cm anmoorartiger Torf, ab 80 cm Seggentorf, ab 95 cm Algenmudde. — Kulturland (I./74).

 

2.16u Vorkommen im Herblinger Tal

 

Im nördlichen Abschnitt zunächst kleiner See bei Hinteren Eichen im SW von Thayngen. Am oberen Ende des Tales zwischen flachen, stellenweise etwas felsigen Kuppen eingelassene Mulde mit kleinem See und Verlandungszone. 18 cm Anmoor auf 17 cm Algenmudde mit Seekreide über Tonmudde und leicht schluffigem Ton (rostfleckig bis 60 cm). 68—77 cm tonige Algenmudde, bis 94 cm Wechsellagerung von Ton und Algenmudde, dann reduzierter schluffiger Ton. Nasse Standorte nahe der Bahnlinie mit 22 cm Anmoor über 6 cm Tonmudde mit reduziertem, leicht schluffigem Ton auf reinem Schluff/Ton bis 70 cm, dann Wechsellagerung von Ton auf Algenmudde bis über 100 cm über Ton. — Die Verlandungszone mit Röhricht, Steifseggenriedern (Carex elata) und steifseggenreichen Hochstaudenriedern (Valeriano Filipenduletum). Talabwärts (gegen die Bahnlinie) meist Hochstaudenried und Steifseggenried mit Blasensegge (Carex vesicaria).

 

Weiter talabwärts (Flur Moos) zwischen ziemlich steilen Kalkhängen eingelagerte, fast ebene Mulde. Unter 25 cm Wurzelgeflecht von Steifsegge 40 cm Algenmudde mit tonigen Einschlüssen und 20 cm Torfmudde bis Schwemmtorf auf dichter Algenmudde mit Holz und tonigen Linsen bis über 100 cm. — Artenarmes, homogenes Steifseggenried, randlich Schilfröhricht. Südlicher langgestreckter, enger Talabschnitt („Weiherwiesen") zwischen Jurakalk-Steilhängen von Bach (Eulach) durchflossen. Unter Schilfbestand rund 15 cm Anmoor auf Algenmudde bis 70 cm, dann 20 cm Schlick und ab 90 cm wieder Algenmudde. — Sehr homogene Schilf-(Phragmites) und stellenweise Rohrglanzgras- (Phalaris arundinacea) Bestände. Trockenere Stellen mit etwas Steifsegge (Carex elata) (I./74).

 

2.16v Spitzwiesen im NE von Herblingen

 

Schmales, stellenweise ziemlich eingesenktes Tal zwischen bewaldeten Kuppen. Alles anmoorartiger Seggen- und z.T. Bruchtorf. Bis 20 cm stark vererdet, ab 60 cm mit Holzresten. — Nur wenig Steifseggenried in lokaler Mulde mit randlich oder bachnah stehenden vereinzelten Fohren und Fichten (I./74).

 

2.16w Stammlerbühl südlich Thayngen

 

Flache Mulde in der Nähe des (ehemaligen) Biberlaufes. Unter 28 cm Anmoor toniger Schluff mit Kalkeinlagerungen (alte Seekreide), oxydiert, biss55 cm, dann toniger und linsenartig stärker seekreidehaltig Kalkkonkretionen und torfige Einlagerungen, bzw. alte Algenmudde bis 70 cm über Tonmudde in Wechsellagerung mit Algenmudde bis 85 cm über kiesigem, dichtem Ton im Liegenden. — Kulturland, oft Deponien von Bauaushub (I./74).

 

2.16x  Weiher-Moor südlich Thayngen

 

Zwischen den bewaldeten Kuppen Berg und Trauf langgezogene, randlich ca. 10—12% ansteigende Mulde. Im Zentrum 20 cm völlig zersetzter Torf über stark zersetztem Seggentorf (H9), ab 50 cm mit Linsen von schwächer zersetztem Material (H 3) und Seekreide bis 68 cm, dann mit Kies durchsetzter Schluff, ab 80 cm reduziert. In randlicher Lage 40 cm anmooriger Torf über 13 cm Seekreide auf seekreidehaltiger Tonmudde bis 60 cm, darunter 30 cm Tonmulde, dann 9 cm verdichtete Algenmudde und ab 99 cm wieder Seekreide. — Ackerland (I./74).

 

2.16y Anmoor beim Morgetshof

 

Sehr flache Mulde zwischen bewaldeten Kuppen mit untiefem See. Muddeartiger, schluffiger Ton und schwach kiesiger, leicht feinsandiger Ton. Organische Schichten nur angedeutet. —Etwas Steifseggenried (Carex elata), stellenweise Kulturland und Erlen-Eschenwald auf der E-Seite (I./74).

 

2.16z Anmoor in der Flur Chirchenfeld

 

Flache Mulde in welligem Gelände. Im Winter 40 cm überschwemmt. Nur zentrale Stelle mit 10—20 cm Anmoor über feinsandigem Schluff (oxydiert) bis 40 cm und kiesigem Schluff im Liegenden. — Kulturland, Sumpfseggenried (Carex acutiformis) im Erlen-Eschenwald (I./74).

 

2.16aa Weiher nördlich Neu-Dörflingen

 

Große, flache Mulde zwischen flachen bewaldeten Kuppen um Rücken. 36 cm anmoorartiger Torf über 8 cm oxydiertem Schluff, dann 11 cm dichtes Anmoor (evtl. aus Algenmudde) in Wechsellagerung mit oxydiertem Schluff und dichtem, tonigem, etwas kiesigem Schluff ab 55 cm. — Meist beackert (I./74).

 

2.16bb Seeli im NE von Neu-Dörflingen

 

Am Waldrand rund 3 m eingesenkter See mit wenig Glanzgras (Phalaris arundinacea) und Steifsegge (Carex elata). Nur wenig Algenmudde über schluffigem Ton (I./74).

 

2.16cc Bruedersee westlich Barzheim

 

Deutlich ca. 2 m eingesenkte runde (Toteis-?)Mulde. Unter 20 cm Wurzelgeflecht mehr als 80 cm Algenmudde. — Eingeschlossen von Baumreihen, Gebüsch und Kulturland. Nasse Ausbildung eines stark bültigen Steifseggenriedes mit Übergängen zum Schilfröhricht (I./74).

 

2.17 Vorkommen auf dem Schiener Berg mit Höri

 

2.17a Kleinstvorkommen im NW der Flur Flühenmoos beim Neusiedlerhof

 

An der Austrittsstelle von gespanntem Wasser, am Hang mehren Ansätze zu Kalktuffbuckeln mit torfigen Bändern. Am Hangfuß Schwemmlehm (IV./72).

 

2.17b Moor und Anmoor beim Wieshof

 

Bei der Flur Schienerwiese entlang dem Hammerstegbach 40 cm tiefes Anmoor über Ton. Geht unter dem Wald gegen S in Moor über. Dort 0—80 cm Bruchseggentorf H 8; —100 cm durchschlickter Bruchtorf, darunter feinsandiger Ton. Das Vorkommen läuft bachabwärts keilförmig aus. — Oberer Teil ist Grünland; unterster Teil schöner, bachbegleitender Auewald; südlich vom Bach Hochstaudenried, bültige Hochseggenbestände und Molinieten (IV./72).

 

2.17c Anmoor in der Flur Schienerwiese

 

Im Quellgebiet des Hammerstegbaches ein Hang-Quellanmoor, das gegen die Straße zu in Abschwemmlehm übergeht. Am N-Rande Ansätze zur Kalktuffbildung. — Besonders am Bach Auewald mit Quercus robur, Populus tremula und Prunus padus; z. T. Binsenbestand (IV./72).

 

2.17d und e Anmoore mit Kalktuffbildung westlich von 2.17c

 

In der Flur Brunnenstube (nördlich vom Oberbühlhof) an stark geneigtem Hang eine Reihe von Kalktuffbuckeln mit Torfbändern und Anmoorsaum. Stark quellig. Hochseggenbestand mit Schilf und Juncus-Arten. — Weiter gegen E, an der Flur Kurz Honisen, an steilem, gegen S exponiertem, quelligem Hang gleichartige Bildung. — Schütter mit Schwarzerlen bestockt. Am oberen und unteren Rand reichhaltige Flora mit Equisetum telmateja. Weiteres Vorkommen dieser Art (2.17e) bei der Flur Hinter Möser (IV./72).

 

2.17f Anmoore mit Kalktuffbildung nordöstlich vom Unterbühlhof

 

Langgestrecktes Tal; an dessen tiefster Stelle Kalksumpf. Am nördlichen Hang Kalktuffbuckel. Locker mit Schwarzerlen bestockt. Vorkommen von Convallaria majalis und Allium ursinum. — Ähnliches kleines Vorkommen unmittelbar östlich davon (IV./72).

 

2.17g Anmoor in der Flur Zinsloh beim Oberbühlhof (Bannholzmoor)

 

Hanganmoor, 30 cm tief über Ton. — Ursprünglich Niederseggenbestand mit Binsen, am Rande einzelne Weiden. Neuerdings umgebrochen (IX./72).

 

2.17h Moor in der Flur Zinsloh beim Oberbühlhof (Bannholzmoor)

 

Naturschutzgebiet, das an drei Seiten von Wald und steilen Hängen eingeschlossen ist (gegen S offen). Aus junger Verlandung einer mit Ton ausgekleideten Hohlform entstanden, wobei an der tiefsten Stelle (Bohrpunkt 6 in der Abb. 19) Tonmudde, ansonsten über dem tonigen mineralischen Untergrund Schlick kolluvialer Herkunft ansteht (Bohrpunkt 7 bis 9 derselben Abb.). Über dem wasserstauenden Schlick wuchsen geringmächtige Seggentorfe an. Im Südabschnitt fällt (Bohrpunkt 3 in Abb. 18) eine — wahrscheinlich umgelagerte — Ansammlung von Torfmudde auf. Der Rest des kleinen Sees ist jetzt als Wasserblase (Bohrpunkt 6) von einem Schwingrasen aus rezentem Wurzelfilz überwachsen, der schon Elemente, die zu einem beginnenden Hochmoor weisen, birgt. Die Tendenz zum Hochmoor wird außerdem durch eine geringe, aber deutliche Aufwölbung der Mooroberfläche bezeugt. Pollendiagramm nach HAUFF (1969) in LANG (1973, S. 145) aus einer Stelle n Braunmoos- und Erlenbruchtorf ebenda S. 168.

 

In gleiche Richtung weist der Bewuchs, wo sich im Schutze des zunehmenden Baumanfluges Sphagnum-Bülten und Arten wie Drosera rotundifolia und Viola palustris finden (VIII./72).

 

2.17i Anmoor in der Flur Bühler-Moos

 

In gegen SW verlaufendem Tal des Klingenbaches am N-Hang ausgedehntes Hanganmoor (um 60 cm tief) mit schönen Kalktuffbuckeln. Reiche Flora mit Schoenus nigricans, Gentiana verna u.a. (IV./72).

 

2.17k Moor östlich Öhningen

 

Bei der Flur Flackliswies gegen W geneigtes Hangmoor aus durchschlicktem Seggentorf über Kalktuffbuckeln. — Lockerer Schilfbestand mit Schoenus ferrugineus, Juncus subnodulosus (IV./72).

 

2.17l Moor und Anmoor südlich vom Bruderhof

 

In flacher Mulde der Flur Aspenwiesen mit Auslauf gegen SW 60 cm Anmoor über sandigem Ton. Naßwiese mit Thalictrum aquilegifolium, Orchis maculata und Colchicum autumnale. — Weiter gegen SW über 80 cm tiefes, kleines Hangmoor aus Seggenschilftorfen. Hochseggenbestand mit Weiden (IV./72).

 

2.17m Anmoor südlich von Öhningen

 

Im Naturschutzgebiet Bodenseeufer schwach ausgebildetes Hanganmoor, 60 cm tief über sandig-tonigem Kies. Die mineralische Komponente ist meist tonig-lehmig, der torfige Anteil überwiegt im Westteil. Am Terrassenfuß ist das Anmoor etwa 30 cm stark durch kolluviales Material überdeckt. Teilweise durch offene Gräben entwässert (dort insbesondere Kultur Schwarzer Johannisbeeren). — Besonders im W-Teil Naßwiese mit Hochseggen, Schoenus nigricans, Polygala amara ssp. amarella. Ganz im E Schilfbestand (IV./72).

 

2.17n Anmoore bei Kattenhorn

 

Zwei kleine Quellanmoore über und mit Kalktuffbildung. Bis 30 cm starke Torfbänder. — Reiche Flora mit Listera ovata, Schoenus nigricans, Orchis maculata, Gymnadenia conopea, Trifolium alpestre und sehr seltenen Gentiana utriculosa u. a. (VI./72).

 

2.17o Anmoore auf der Halde bei Wangen

 

Drei Hanganmoore. Das unterste Anmoor hat am N-Rand einen bis 60 cm tiefen Torfsaum über Ton, ansonsten sitzen die Anmoorschichten dem Kalktuff, von dem sie mehrfach durchragt werden, auf.  — Besonders beachtenswert ist auch auf diesem Kalktuff-Anmoor die reiche Flora. Notiert wurden: Im lockeren Schilfbewuchs Gymnadenia odoratissima, beide Schoenus-Arten, Orchis maculata, Listera ovata, Lysimachia vulgaris, Aquilegia atrata (häufig), Eupatorium canabinum, Primula farinosa, Juncus lampocarpus, Trifolium alpestre. Eingefaßt ist das Vorkommen auf Mineralboden von einem Trockenrasen mit Dianthus carthusianorum, Helianthemum nummularium, Thymus und Salvia. — Das mittlere Anmoor — ebenfalls mit schmalem Moorsaum im N — ist von gleichem Aufbau, jedoch floristisch deutlich ärmer. —  Schließlich das östliche Vorkommen, das am Talabschluß endet und zu einem Bachlauf geneigt ist. Es unterscheidet sich stratigraphisch kaum von den beiden anderen. Neben Schilf mit Schwarzerlen und Aspen bestanden (VI./72).

 

2.17p Moor und Anmoor am Seeufer zwischen Wangen und Hemmenhofen

 

Im Naturschutzgebiet Bodenseeufer ein langgestrecktes Hangmoor unterhalb eines deutlichen Terrassensprunges, sehr quellig mit einzelnen, wenigen Kalktuffbuckeln, besteht hauptsächlich aus Seggentorfen (>75 cm mächtig), aber stark wechselnd über Sand. Örtlich Ansammlungen von tonig-schluffigem Schlick. Unmittelbar am Seeufer schmaler Streifen aus Schnegglisanden. Ursprüngliche Vegetation nur noch örtlich erhalten; dort u. a. Schoenus nigricans und Primula farinosa. Im E-Teil einige Grünlandparzellen. — Seeufer beim Schloß Marbach aufgefüllt (Park). E-Teil besonders stark von Rinnsalen zerteilt.

 

Westlich von diesem Vorkommen befinden sich die schon frühzeitig bekannt gewordenen Pfahlbauten Wangen (Fundstelle 34 in der Karte). Hierüber liegt folgende Literatur vor: KELLER 1858 u. 1860, HERR 1866, NEUWEILER 1905 und WERTH 1939.

 

Auf höhergelegenem Niveau einer zweiten Terrasse ein Anmoor westlich vom Schloß (VI./72).

 

2.17q Moor nördlich von Hemmenhofen

 

In der Flur Neu Löcher unterhalb des Waldes Wasserfallen in einer von NW gegen SE verlaufenden Rinne ein komplex aufgebautes Hang(fuß)moor über unruhigem Untergrund. Im Mittel 40 cm durchsandete Seggentorfe über (tertiärem) Sand, örtlich bis 1 m mächtig. Randlich überdeckt. — Anflug von Schwarzerlen, der sich gegen die Moormitte zu ausbreitet. Dort Binsenbestand mit mehreren Orchis-Arten (VI./72).

 

2.17r Walddistrikt Hemmenried

 

Nördlich von vorigem Vorkommen ein weiteres Hang(quell)moor, 1 m tief mit sehr stark durchsandeten Seggentorfen. — Bülttiger Hochseggenbestand mit Schilfbewuchs. Vorkommen von Schoenus nigricans und Thalictrum aquilegifolium.

 

2.17s Moor bei Gaienhofen

 

Im Naturschutzgebiet Bodenseeufer (Flur Stehlwiesen) in Hanglage, mit Anmoorausläufer gegen W. Bis über 80 cm durchschlickte Seggenschilftorfe über kalkreichem sandigem Kies. — Auf der Westseite Kalksumpf; ansonsten Schilfbestand mit einzelnen Weiden. Vorkommen von Herminium monorchis und Schoenus nigricans, Juncus obtusiflorus, Tofieldia calyculata, Liparis Loeselii, Myosotis rehsteineri, Triglochin palustre, Primula farinosa, Gentiana sp. (VI./72).

 

2.17t Moor und Anmoor bei Hornstaad

 

In der Flur Im Ried innerhalb des Naturschutzgebietes Bodenseeufer ein Quellhangmoor aus 80 cm mächtigen tonigen und durchschlickten Seggenbruchtorfen mit Anmoorausläufer gegen S. Überwiegend nasse Seggenwiesen mit örtlichem Schilfbestand. — Im NE  davon ein kleines Quellanmoor mit Binsenbestand (VI./72).

 

2.17u Anmoore bei Grundholzen

 

In Hanglage zwei kleine Anmoore. Das eine oberhalb der Kläranlage 60 cm schlickreiches Anmoor über Ton. — Beide mit Schilfbeständen.

 

2.17v Moor südöstlich von Weiler und Seegertenmoor bei Horn

 

Im Tal Mühlbächle und an seinen Flanken langgestrecktes Moor, dessen oberer Teil (a) die Bezeichnung Grauried, dessen unterer Teil Gemeindsried (b) heißt. Die beiden Teile hängen über ein schmales, schlauchartiges Verbindungsstück mit 80 cm stark durchschlicktem Seggentorf über Ton zusammen.

 

Zum Teil a): Gegen E steil abgeböschter Rand des Mineralischen mit Austritt von Quellwasser. Gegen S drei Ausläufer, von denen die beiden äußeren nur schmal sind. Es sind von Wald eingeschlossene Quellmoore, die erst sekundär mit der Talvermoorung zusammengewachsen sein dürften. Schichtfolgen in der Moormitte, wobei vorhandene Schichten z. T. abgetorft sind: 0—80 cm sandiger, durchschlickter Bruchtorf; —130 cm tonige Sandmudde (fluviatiler Herkunft); 130 cm— toniger Sand bis sandiger Ton. Und unweit davon 0—40 cm Seggenbruchtorf; —80 cm sandiger Bruchtorf; —140 cm tonig-sandiger Schlick; 140 cm— toniger Sand. An den Rändern kolluviale Überdeckungen. Im ganzen also ein recht flachgründiges Versumpfungsmoor. — Am E- und S-Rand Quellsumpfflora mit Schoenus ferrugineus und Sch. nigricans, Eriophorum latifolium, Pinguicula vulgaris, Gentiana asclepiadea, Primula farinosa, Orchis latifolia. Im Kernteil neben Naßwiesen Schilf- und Weidenbewuchs Vegetation ist durch Abtorfung um die Jahrhundertwende gestört.

 

Zum Teil b): Seine Schichtfolge entspricht im oberen Abschnitt noch dem des vorigen Teiles gegen das Ende, im NW tritt jedoch ein grundlegender Unterschied auf: eine Bohrung ergab dort: 0—130 cm Torfe eines einstigen Bruchwaldes; —170 cm conchylienreiche Kalkmudde; —190 cm tonige Sandmudde, darunter ab 190  cm sandig-toniger Kies. Hier bestand also schon ein Vorsee. Am tiefstgelegenen Ende fortschreitende Auffüllung durch Mülldeponie — Floristisch besonders wertvoll ist der Südrand mit einem schönen Schoenetum mit Schoenus nigricans und Pinguicula vulgaris, in da ein Massenvorkommen von Primula farinosa (das weitaus größte in der Gegend!) auffällt. Dieser Teil zeigt jedoch zugleich Ansätze zur Übergangsmoorbildung, die durch Aulacomnium palustre, Drosera anglica und Carex lasiocarpa gekennzeichnet ist. Am N-Rande ein Hochstaudenried mit Iris pseudacorus, ansonsten Naßwiesen (V./72).

 

Westlich von den vorigen Vorkommen, in Richtung auf Horn, in der Flur In den vorderen Seegerten in abflußloser Geländedepression ein Moor, zur hälfte aufgefüllt. Am Aufnahmesteg völlig unter Wasser. In der Schichtfolge (LANG 1973, S 168) keine Kalkmudde. — Soweit noch frei, bültiges Hochseggenried. Viel Iris pseudacorus und Menyanthes trifoliata (V./73).

 

2.17w Moore westlich vom Wald Brandmösle

 

Im schmalen tiefen Tal, einem kleinen Bach entlang, 3 Vorkommen. Oberstes (Flur Obere Roßwiesen) 60 cm überschlickt, darunter bis über 1 m Seggentorf. Vorkommen von Menyanthes trifoliata und Orchis ustulata. Moorflora setzt sich — mit Schoenus — auf die gegen S anschließenden Flächen beim Klosterplatz fort. — Mittleres kleines Moor von gleicher Schichtfolge wie voriges, jedoch nur 30 cm kleines Moor von gleicher Schichtfolge wie voriges, jedoch nur 30 cm überschlickt. Hochseggenbestand mit Schwarzerlen-Anflug. Fundort von Convallaria majalis. — Das größte der drei Moore, in den Unteren Roßwiesen, mit ähnlicher Schichtfolge, jedoch nicht überschlickt, trägt ebenfalls einen Hochseggenbestand, mit Anflug von Kiefern und Weiden. Dort wachsen außerdem Primula farinosa, Schoenus ferrugineus, Eriophorum latifolium und Salix repens (V./72).

 

2.17x Moor bei Weiler

 

Talabwärts verlaufende Fortsetzung der (damit nicht zusammenhängenden) Vermoorung unter 2.17v.

Moortiefe im Mitteltal bis 150 cm über kiesigem Untergrund. Seggen- und Seggenbruchtorfe mit hohem Schlickanteil, jedoch außer Spuren von Sandmudde, die eher fluviatiler Herkunft ist, keine Andeutung von Verlandungsprozessen. Der unterste Teil (in der Flur Breitwiesen) ist entlang dem Nettenbach vom  Hauptvorkommen durch einen Anmoorstreifen getrennt. — Oberhalb der Ortslage meist zu nasses Grünland, sodann unterhalb einer z. T. aufgefüllten Engstelle überwiegend Schilfbestände mit Vorkommen von Iris sibirica, Geranium palustre und Eriophorum latifolium. Unterhalb, wo das Moor gegen N im Anmoor ausläuft, außer einem schilfreichen Hochstaudenried seggenreiches Grünland unter Andrang von Quellwasser und Wasserwirtschaften. (V. und VI./72):

 

2.17y Moor westlich der Flur Hueben

 

Oberhalb des Hofes Moos stark gegen W geneigtes Hangmoor mit sehr starker Kalktuffbildung. Am Rande 0—49 cm stark durchschlickter Seggenschilftorf mit lebenden Schilf-Rhizomen über Tuff; in der Mitte 0—55 cm weitaus überwiegend Kalktuff mit Seggen-Schilftorfanteil, darunter harter Tuff. Die Tuffvorkommen sind in einzelne Buckel aufgelöst, zwischen denen der Torfanteil überwiegt. So an einer Stelle bis 85 cm Torf mit Abschlämmlehm und zerfallenem Tuff. — Stark verschilft mit Anflug von Kiefer, Aspe und Weiden. Vorkommen von Schwarzer Kopfbinse (Schoenus nigricans) (III:/72).

 

2.17z Alter Mühlweiher in der Flur Ruppen nordöstlich von Stein am Rhein

 

Oberhalb des Grenzüberganges in tief eingeschnittener Rinne. Am Rande, in der Umgebung tuffbildender Quellen, bis 95 cm stark durchschlickte Seggen-Bruchtorfe. Südlich der Straße 0—15 cm durchschlickter Seggentorf; —50 cm sandiger Schlick; — 60 cm Sand; — 90 cm Braunmoostorf; 90 cm— eisenschüssiger schluffiger Schlick. Im Kernbereich des alten Weihers 0—80 cm wäßriger Schlick über torfigem Schlick. — An den tiefer gelegenen Stellen Riesen-Schachtelhalm (Equisetum telmateja), Quellsumpf mit Schwarzerle, ansonsten Pruno-Fraxinetum (III.72).

 

2.18 Vorkommen auf der Niederterrasse des Rheines

 

2.18a Kalktuff-Anmoore westlich von Gailingen

 

Am stark terrassierten südexponierten Hang (Flur Wasserfurt) über der Flur Schalmenried drei kleine Anmoorstellen mit Kalktuffbuckeln. — Meist Schilfbestände mit Salix repens (V./72).

 

2.18b Anmoore in der Flur Lang wies östlich von Gailingen

 

In leicht nach S geneigten Dellen in den Abschwemmassen des Rauhenberges zwei mineralstoffreiche Anmoore, von denen das westliche mit über 75 cm Tiefe schon moorähnlich ist. Nasses Grünland und Hochstaudenried, z.T. mit Schilf und Schwarzerlen bewachsen. Westliches Anmoor mit hohem Anteil von Niederseggen (V./72).

 

2.18c Moor und Anmoor südlich vom Wald Faulenhau

 

Anmoor (Vorderes Hellisried) ist ein kleiner Hang-Anmoorkern,  50 cm tief über Ton. Naßwiese mit Nutzungsversuchen. — Im Moor Hellisried ergaben 2 Bohrungen: 0—20 cm durchschlickter Seggentorf; —40 cm eisenschüssiger, lehmiger Schlick; —90 cm durchschlickter Seggenbruchtorf; 90 cm— grobsandiger bis kiesig-sandiger Ton und 0—40 cm lehmiger Kalktuff; —140 cm schwach durchschlickter Seggenbruchtorf; 140 cm— grobsandiger bis sandig-toniger Kies. Hochstaudenried und Hochseggen (V./72).

 

2.18d Moor unterhalb der Straße Ramsen — Gailingen

 

Ein quelliges Hangmoor, >75 cm tief, aus durchschlickten Seggenbruchtorfen mit nur sehr schwachem Kalktuffansatz. — Mit Schwarzerlen und Weiden bestockt (V./72).

 

2.18e Anmoor in der Flur Auenwies

 

In schwach nach S geneigten Abschwemmlehmen ein diffuser Anmoorkern um 50 cm tief über Ton. — Naßwiese bis Niederseggengesellschaft und Hochstaudenried mit Weidenanflug (V./72).

 

2.18f Anmoor in der Flur Züricher Wiese bei der Lochmühle

 

In flacher Mulde. Grenzfall eines durchschlickten Anmoores zu Moor (durchschlickte Seggentorfe), bis 50 cm tief über Ton. — Randlich Naßwiese mit Orchis latifolia und O. maculata. Gegen die Mitte zu Hochstaudenried mit bültigen Hochseggenbeständen, Schilf und Weidengebüsch (V./72).

 

2.18g Nigelsee und Wisental südöstlich von Paradis

 

Sehr weite, flache Senke mit vielen Entwässerungsgräben. Zentrale Stellen mit meist 80 cm stark zersetztem Torf. Randlich (z. B. Chundelfinger Hof und Bahnlinie) 30—40 cm mächtig. Im S-Teil (Flur Held) in ehemaligem See leicht tonige Algenmudde (60 cm) über Seggentorf mit Mudde (35 cm) und Holzresten auf Tonmudde. Randliche Stellen mit tonigem Lehm überführte, bis 45 cm mächtige Torflager (H 8—9), auf reduziertem Ton. Gegen Paradis 28 cm Anmoor auf gleichmächtige Kalkmudde und 15—20 cm Algenmudde über kiesigem Sand. — Hauptfläche beackert. In der Flur Held Schilfbestand, im Ausläufer gegen Paradis Mosaik von Erlen-Eschen-Sumpfwald (Pruno-Fraxinetum) mit Hochstaudenrieden (Valeriano-Filipenduletum, Ausbildungen mit Carex elata und C. acutiformis (XI./73).

 

2.18h Moor nördlich von Basadingen

 

In Mulde mit birnenförmigem Umriß und Entwässerungsgraben, stark zersetzter, über 100 cm mächtiger Torf. Die hangenden Lagen (30 cm) anmoorartig vererdet. — Acker (XI./73).

 

2.18i Moor bei Degerfeld, Stein a. Rh.

 

Östlich von Kaltenbach isolierte, runde eingelassene Mulde 12 cm torfiges Anmoor über 29 cm Sand auf 9 cm Seggen- und Braunmoostorf (H 3) über Torfmudde, ab 85 cm mit Einlagerunge von Braunmoos- und Bruchwaldtorfen. — Steifseggenried (Caricetum elatae) (II./72).

 

2.18j Anmoor bei der Bibermündung

 

Im Delta der Biber beim Hörnli flaches Anmoor über lehmigen Alluvionen. — Schilf (Phragmites communis) und Rohrglanzgras (Phalaris arundinacea) (III./72).

 

2.18k Vorkommen im Schaarenwald und Umgebung

 

1. Toteisloch im Groß-Ratihart nördlich von Willisdorf

Rundes, stark eingesenktes Toteisloch mit 4 cm Grobdetritus über 22 cm körnigem Schwemmtorf. Im Liegenden reduzierter Sand. — Caricetum elatae, stellenweise Schoenoplectus lacustris mit etwa Aschweide (Salix cinerea).

 

2. Waldanmoore beim Mörderbuck, östlich von Schaarenwald.

Birnenförmige kleine Mulden am Rheineinhang mit örtlich 29 cm vererdetem Anmoor über 6 cm Bruchtorf auf tonigem Sand. — Gedräntes Pruno-fraxinetum (heute eher Ulmo-Fraxineten).

 

3. Eschenriet im mittleren Schaarenwald.

Von Weidenbusch umgebene langgestreckte, schwach eingesenkte Mulde. Schichtfolgen in Verbindung mit dem Bewuchs angegeben. Unter Weidenbusch 25 cm vererdetes Anmoor über 50 cm anmoorigem Bruchtorf. Im Liegenden sandig-toniger Kies. Unter dem randlichen verbuschenden Komplex von Cladietum und Primulo-Schoentum, teils Torf, teils Lebermudde; 20 cm Anmoor auf 52 cm Seggentorf (H 9—10), Lebermuddetaschen bei 75 cm, 25 cm Bruch-Seggentorf mit vielen Holzresten über sandig-tonigem Kies. Unter nasseren Schoeneten eine komplizierte Wechselfolge von Muddeschichten, z.B.: 12 cm Kalk-(Leber-)Mudde, 21 cm Kalkmudde, 7 cm Kalkmudde mit Torf, 14 cm Torfmudde, 15 cm reine, weiße Kalkmudde („Seekreide“), 12 cm Leber-Kalkmudde, 2 cm Torfmudde auf tonig-sandigem Kies. Unter der Cladieten des zentralen Teiles 35 cm Anmoor über 45 cm Seggentorf (H 6—8) mit z. T. Holzfasern auf sandig-tonigem Kies. Bei 45 cm Lebermuddetaschen.

 

4. Waldmoor zwischen Pkt. 404 und 407 im mittleren Schaarenwald.

Langgestreckte, sehr flache Mulde. 35—50 cm Anmoor über tonig-sandigem Kies. — Pruno-Fraxineten und Ulmo-Fraxineten.

 

5. Obere Weiher bei Pkt. 400 im westlichen Schaarenwald

Flache Mulde mit einem regelmäßigen Verlandungskomplex von der offenen Wasserfläche über das Schilfröhricht zum Hochstaudenried und Pruno-Fraxinetum bzw. über das Cladietum zum Primulo-Schoentum; randlich auch Weidenbusch. Alle diese Gesellschaften über Mudden, seltener Torf. Beispiele: Unter Phragmitetum 70 cm Kalkmudde (mit etwas Lebermudde), 20 cm Lebermudde mit etwas Torf- und Kalkmudde (mit etwas Lebermudde), 20 cm Lebermudde mit etwas Torf- und Kalksmudde auf dichter Lebermudde unbekannter Mächtigkeit. Unter Hochstaudenrieden, die von Schilf beherrscht sind, über 10 cm vererdete Lebermudde unbekannter Mächtigkeit. Unter Hochstaudenrieden, die von Schilf beherrscht sind, über 10 cm vererdete Lebermudde, 16 cm Kalk- und Lebermudde, 60 cm flüssige Lebermudde über tiefgründiger Torfmudde. Unter Cladietum 23 cm Kalkmudde, 21 cm Lebermudde und Schwemmtorf, 45 cm Seggen- und Bruchtorf (H 9, stellenweise H 4), Holzreste, Faserpakete, auf tonig-sandigem Kies. Andernorts 16 cm Kalk- und etwas Lebermudde, 30 cm flüssige Lebermudde, bei 46-57 cm stellenweise faserige Lebermuddepakete, ab 64—75 cm Seggen- und Schwemmtorf auf tonig-sandigem Kies. Im Kontaktbereich zum Phragmitetum tiefgründige Lebermudden, ab 90 cm meist Kalkmudde, zwischen 80 und 90 cm oft torfartige Lebermudde. Unter Schoenetum auf 16 cm Lebermudde, sodann 39 cm Kalkmudde, 28 cm Lebermudde auf tonig-sandigem Kies. In diesem Kontaktbereich auch Pruno-Fraxineten über Mudden. So z. B.: 33 cm vererdete Lebermude, 17 cm Lebermudde und Schwemmtorf, 35 cm Torfmudde, 5 cm Lebermudde auf Bruchtorfen.

 

Die komplizierten Schichtfolgen sind z. T. durch wechselnde Regulierung des Weihers bedingt.

 

6. Moor bei Pkt. 399 im nordwestlichen Schaarenwald.

Schwach eingesenkte Mulde mit Primulo-Schoenetum und Übergangsmooranflügen mit verschiedenen Sphagnen, stellenweise Schwarzerlen-Aufforstung. Örtlich Torf, sonst nur Mudden. Beispiel für Schichtfolge: unter nassem Schoenetum: 20 cm Lebermudde, 11 cm Torfmudde, 24 cm Lebermudde, 34 cm Kalk- mit etwas Lebermudde, 3 cm Tonmudde über sandig-tonigem Kies.

 

7. Anmoore in der Schaarenwiese, nordwestlich vom Schaarenwald.

Darüber gesonderte Veröffentlichung von KLÖTZLI und SCHLÄFLI 1972. Bemerkenswerter Vegetationskomplex mit klimatischen (relativ niederschlagsarm) und edaphischen (durchlässiger Kiesboden und Anmoor) Besonderheiten.

 

8. Anmoore Petri, westlich vom Schaarenwald.

Jetzt als ehemalige Hanganmoore zu bezeichnende Vorkomme flachen, sehr feuchten Mulden. Größtenteils unter Kultur; soweit Waldflächen, unter Naturschutz. Am Einhang zum Rhein baumfreies Bitterschaumkraut (Cardamine amara) und Sumpf-Seggen- (Carex acutiformis)-Fluren. Bis 60 cm torfige Mudden über sandig-tonigem Kies. (Alles Frühjahr 74.)

 

2.19 Vorkommen auf dem Cholfirst

 

2.19a Hangmoore oberhalb Schlatt. Südlicher Teil in der Flur Hölzli

 

Birnenförmige, durchschnittlich 10—20% geneigte Mulde. Zentrale und untere Teile mit mächtigen (stellenweise bis 20 cm Tiefe) stärker—schwach mit Anmoor vermengten Kalktuffschichten (65 bis 80 cm) über tuffvermengtem Braunmoostorf (etwa H 7—8), zentral

Bis über 100 cm Tiefe. Weiter unten bis 87 cm über tuffvermengtem Bruchtorf mit Holzresten. Unter Hochstaudenried (Valeriano-Filipenduletum) in den oberen Hanglagen tuffiges Anmoor (—30 cm) auf 30 cm Kalktuff über reduziertem kiesigem Ton. — Kopfbinsenried-Komplex (Primulo-Schoenetum) umrahmt von Hochstaudenriedern (und Kulturland) (XII./73).

 

2.19b Hangmoore oberhalb Schlatt. Nördlicher Teil in der Flur Espi

 

Reich gegliederter, oben von Wald, unten von Kulturland begrenzter mit Busch- und Baumgruppen durchsetzter, allerorts quelliger Hang. Nässeste Teile (ob Teligraben) mit z.T. nicht bis nur leicht anmoorigen, über 100 cm mächtigen Tuffschichten. Sonst wechselnde Mächtigkeit und Lagerung von Anmoor/Tuff (A0/Ca), anmoorigem Kalktuff (Ca [A0]), tuffigem Braunmoos- und Bruchtorf (TM—TB) mit Hangrutschungen.

 

Beispiele für die Schichtfolgen (Angaben in cm u. Fl. von bis, Ü = Übergang; + = mit Schlick):

Vegetation

A0/Ca

Ca (A0)

TM

TB

Brandhorizonte mit A0

1. Prim.-Schoen.

Ü 30—57

57—75 +

86—>100

0—30

 

 

75—86

2. Prim.-Schoen

0—30

 

30—46

46—55

(—58)

 

3. Prim.-Schoen.

 

0—77

 

77—97

 

4. Prim.-Schoen.

75—>100

0—75

 

 

 

5. Prim.-Schoen.

0—25

25—>100

 

 

 

6. Prim.-Schoen.

 

0—>100

 

 

 

7. HochStRied

0—22

22—50 +

 

 

 

8. HochStRied

0—55

 

 

 

 

9. Gebüsch

0—30

 

30—>100

 

 

 

Untergrund meist kiesiger, leicht schluffiger, reduzierter Sand (Hangschutt), stellenweise in den oberen Hangteilen (z. B. bei 7) dichter Ton mit wenig organischen Einlagerungen (Wurzeln).

 

2.20 Vorkommen im Stammertal bis Schlatt

 

2.20a Anmoore beim Schlattinger Schießstand am Rotlenbuck

 

Längliche bis runde, flache Mulden mit bis 40 cm tiefem, stark mineralisiertem Anmoor. Acker (XI./72).

 

2.20b Sürch südlich von Schlattingen

 

Sehr flache Vertiefung im Ackerland. Randzone mit 30 cm und mehr Anmoor über reduziertem Sand. Mitte ab 55 cm Seggentorf. — Gebüsch (XI./72).

 

2.20c Seewädeli nördlich von Neubrunn

 

Teilweise entwässerte birnenförmige Mulde. Seggentorf bis übe 100 cm mit anmoorartiger Krume. — Steifseggenried (Caricetum elatae) (XI./72).

 

2.20d Etzwiler Ried

 

Verlandungsmoor in Muldenlage zu Füßen des Rodenberges. Vom E gegen W (bis zur Kultivierungs- und Kantongrenze) fortschreitend ergibt sich: Am Rande 30 cm Anmoor mit Conchylien; 50 m weiter 50 cm tiefes Anmoor über schluffigem Ton; mooreinwärts 0—80 cm Se H 9 (abräumig), 80 cm— feinsandiger Ton bis Tonmudde (Abtorfungsbereich aus dem XIX. Jh. beginnt); dann Reste der Torfmudde unter Abraum; alter See, jetzt feinsandige Tonmudde unter 70 cm Abraum; auf Torfhort: 0—30 cm Abraum, —50 cm Seggen-Schilftorf H 4—5, —110 cm Seggentorf mit Schilftorfanteil H4—5, —130 cm Torfmudde mit Braunmoosen, 130 cm— sandiger Ton; erneut ca. 50 m weiter über 1 m tief, Schichtfolge wie vorher; am Rande des kultivierten Teiles jenseits vom Feldweg ist das Moor 20 cm überdeckt, ab 60 cm Kalkmudde in Wechsellagerung mit Torf, 90 cm— schluffiger Ton. Im Mooruntergrund gespanntes Wasser, daher einige kleine Quellseen.

 

Bewuchs mit vielen Lichtungen, Birken, Kiefern, Weiden und Schwarzerlen. Oberfläche durch alte Horste uneben. Vorkommen von Schneide (Cladium mariscus), Kopfbinse (Schoenus sp.). In der Moormitte einzelne Sphagnum-Bülten (Aus der Subsecundum-Gruppe), Wunder-Segge (Carex appropinquata), Englischer Sonnentau (Drosera anglica) (III./72).

 

2.20e Anmoor im Bändli bei Egg, nordöstlich von Unterschlatt

 

Kleine, runde und flache Mulde. 10 cm Anmoor über stark tonigem, dichtem Gley (bis 51 cm aufschließbar). — Früher Steifseggenried (Caricetum elatae), heute nur noch Fragmente davon mit Rohrglanzgras (Phalaris arundinacea) und Reitgras (Calamagrostis epigeios) (XII./73).

 

2.20f Moore im Raume Mett-, Ober- und Unterschlatt

 

1. Hangmoor am Hebsack, südlich von Oberschlatt.

Quelliger, flacher aber terrassierter Hang mit Pruno-Fraxinetum. Schichtfolge: 50 cm anmooriger Kalktuff, 20 cm muddeartiger Tuff. 20 cm anmooriger Kalktuff, 5 cm Bruchtorf über kiesigem Ton. In Hanglange insgesamt nur 65 cm Tuff: 17 cm tuffiges Anmoor, dann leicht kiesiges tuffiges Anmoor mit muddeartigen Taschen über kiesigem Ton.

 

2. Riet bei Unterschlatt.

 

Flach eingesenkte Mulde mit Caricetum elatae mit viel Gelber Schwertlilie (Iris pseudacorus), randlich Hochstaudenried mit viel Kammsegge (Carex disticha). Am 5.4.1973 in der Mulde etwa 40 cm Wasser. Schichtfolge: 18 cm durchwurzelte Lebermudde auf 22 cm vergleytem schluffigem Ton, 11 cm reduzierter Ton. Ab 58 cm 12 cm Seggen- und Bruchtorf über torfigem Ton. Mehr gegen die Mitte zu: 18 cm Mudde, 71 cm Schluffton über Torf. Also eine sehr verwickelte Entwicklungsgeschichte mit mindestens einer Inversion.

 

3. Ebnet in der Nähe von Riet.

Flach eingesenkte Mulde mit Caricetum elatae. 15 cm durchwurzelte Mudde, 7 cm Lebermudde, 23 cm vergleyter Schluffton, 10 cm reduzierter Ton, 5 cm torfige Tonmudde über kiesigem Ton.

 

4. Bächli östlich von Mettschlatt.

Flach auslaufende, oberwärts stärker eingesenkte Mulde mit Caricetum elatae, stellenweise Knotenbinsen (Juncus subnodulosus). Fluren im Kontaktbereich zu gedüngtem Grünland. Großflächig bruchartiges Anmoor, ab 50 cm zunehmend dichter; stellenweise 30 cm torfige Lebermudde, 30 cm Schwemmtorf. 20 cm bruchartiges Anmoor über sandig-tonigem Kies. Obere Hanglagen mit Tufflagern: 30 cm anmooriger Kalktuff, 20 cm z. T. anmooriger Kalktuff, 20 cm nur z. T. anmooriger Tuff über lebermuddeartigem Anmoor (Grenzzone zwischen Quell- und Niedermoor?).

 

5. Moor südlich von Schlattingen: Seewadel bei Josenbuck, Pkt. 427,7.

Langgestreckte flache Mulde in Kulturland mit Caricetum elatae. Am 5. 4. 1973 Wasser 10—20 cm über Flur. Am Rande 15 cm durchwurzelte Lebermudde über 18 cm reiner Kalkmudde („Seekreide"), 10 cm schluffigem Ton, dann reduzierter kiesiger Ton, stellenweise Torfmudde bei 65—70 cm. Gegen die Mitte 24 cm durchwurzelte Lebermudde, 4 cm Kalkmudde, 12 cm Tonmudde 25 cm schluffiger Ton über tonig-sandigem Kies. (Frühjahr 73 u. 74.)

 

2.21 Vorkommen in der Andelfinger Toteis-Seenplatte

 

2.21a Falmerried bei Dachsenhüsen, südlich von Trüllikon

 

Birnenförmige, auf 3 Seiten waldumschlossene flache Mulde mit überstehendem Grundwasser. Einige Torfstiche. 16 cm anmoorartiger Torf (H 9—10) über Seggentorf (H 3—4), der ab 80 cm dichter wird. Zwischen 16 und 28 cm stellenweise muddeartiger, feinsandiger Lehm. Randlich mit besonders stark (bis in Tiefe von 100 cm) vererdetem Torf. — Steifseggenried (Caricetum elatae, Carex fusca-Ausbildung), z. T. mit Fragmenten des Carici-Agrostietum, des Caricetum diandrae und des Caricetum rostratae. Randliche Partien mit steifseggenreichen Pfeifengraswiesen (Molinieten) und Hochstaudenrieden (Valeriano-Filipenduletum) in trockeneren Ausbildungen (II./72).

 

2.21b Oerlinger Ried

 

Große, flache Mulde mit Grundwasser, das nur an den nassesten Stellen über Flur tritt. In der Muldenmitte Seggen- und Bruchtorf. Oberste Schichten (bis 40 cm) anmoorartig zersetzt und durchschlickt. Insgesamt maximal 2—3 m tief. Z. T. — mit diffusem Übergang zu den Torfen — durchschnittlich 50 cm tiefes Anmoor mit Holzresten (muddeartig) über reduziertem Ton (15 cm stark, nur am E-Rand), darunter Bruchtorf (mit Brandhorizont in 83 cm), einzelne Torfstiche. — Größtenteils Kulturland, in den zentraleren Teilen mit Goldrute- (Solidago) und Schilf-Fluren, seltener mit Schneide- (Cladium-) oder Hirsesegge- (Carex panicea-) reichen Kleinseggen-Fluren auf dem Anmoor. In der gleichen Mulde gegen E eine weitere kleine Vermoorung (II./72).

 

2.21c Längenriet bei Trüllikon

 

Flache, langgestreckte, durchkultivierte Mulde. 30 cm vererdeter Torf über 50 cm Seggentorf und dichtem Bruchtorf im Liegenden. Gesamtmoormächtigkeit maximal 2—3 m (II./72).

 

2.21d Vorkommen um den Husemer See

 

Unregelmäßig geformte, rund 10—15 m eingetiefte, langgestreckte Mulde mit Seeresten bzw. Torfstichtümpeln. Vielerorts Kulturland bis in Seenähe, so bei Pkt. 411 im NW- und SE-Zipfel. Dort 15 cm mullartiges Anmoor über 30 cm torfartigem Anmoor, 25 cm dichtem, bruchtorfartigem Anmoor auf 10 cm Sand und total reduziertem, leicht lehmigem Sand im Liegenden. Neben dem westlichsten See (bei Chräjenbuck) eine feuchte Glatthaferwiese über 38 cm Anmoor, 32 cm Seggentorf (H 8—9) und 22 cm gemischten Horizont (Seggentorf und Mudde) auf gemischtem Bruch- und Seggentorf. Letzte ± natürliche Stellen im NE von Pkt. 421 mit Birkenbruch über 30 cm Anmoor, 20 cm Seggentorf (wechselnden Zersetzungsgrades H 6—10), 47 cm oft bruchwaldartigem Torf (H 9 bis 10) mit Mudde-Einschlüssen auf toniger Mudde. — Ufergestrüpp beim Damm: über 30 cm Anmoor bzw. Bruchtorf, 50 cm Seggentorf (H 7—8) über Bruchtorf. — Im E-Teil des Gebietes („Riet“9 stellenweise kleine Erlen-Birkenbrüche oder Kulturland in Seenähe über 30 cm schwach vererdetem Bruchtorf (H 8—9), 38 cm Seggentorf (H 7—8) unterseits mit Mudde-Einschlüssen, auf Bruchtorf (H 8—9) mit Brandhorizonten. — Im Zentrum des Ostteiles in Seenähe ähnlicher Profilaufbau, aber wenig zersetzter Torf und mehr Seggentorf. Z. B. Bruchtorf über 32 cm Seggentorf (H 3—4), 10 cm Bruchtorf (H 8—9) und Seggentorf (H 3—4) bis über 100 m Tiefe. — Südlich des Großen Husemer Sees kleine Flecken mit Bestand von Steifsegge (Carex elata), Kopfbinse (Schoenus), Pfeifengras (Molinia), Schneide (Cladium) und auch Goldrute (Solidago) über ± stark vererdeten Torfen bis 60 m Tiefe auf Seggentorf unterschiedlichen Zersetzungsgrades (H 7—8 und 3—4); Basisschichten (Schichtfolge unter 1 m) nicht untersucht (II./72).

 

2.21e Waldried am Scheitenberg, beim Pkt. 415

 

Kleine wurstförmige, überflutete Mulde mit von Erlenbruch umrahmtem Carex elata-, Carex elongata-Mischbestand. 10 cm Anmoor und Schwemmtorf über 18 cm Torfmudde, dann gemischt mit Seggentorf bis 64 cm; auch mit Ton bis 90 cm über dichtem reduziertem Ton im Liegenden (II./72).

 

2.21f Waldried auf dem Schneitenberg

 

Kleine runde, überflutete Mulde mit Steifseggenried (Caricetum elatae) über 13 cm anmoorartigem Schwemmtorf, 20 cm Torfmudde auf 27 cm dichtem reduziertem Ton, 10 cm anmoorigen Einlagerungen, ab 70 cm kiesiger Ton (II./72).

 

2.21g Moor beim Rietbuck nördlich von Truttikon

 

Etwas eingesenkte runde Mulde. Meist mit Lehm (20 cm) überdeckte anmoorartige Schichten bis 80 cm. Darunter Grundmoränenton. — Steifseggenried (Caricatum elatae, Iris pseudacorus-Ausbildung) (II./72).

 

 

2.21h Moor am Guggenbühl südlich von Ossingen

 

In einem Toteisloch wurden 38 cm anmoorartiger Torf mit Torfmudde und Schutt über 37 cm Seggentorf, vermischt mit Torfmudde, festgestellt. Der Muddeanteil nimmt ab 75 cm stark zu. — Reste eines Steifseggenriedes (Caricatum elatae), Ödland, Deponien und wenig Intensiv-Kulturland (II./72).

 

2.21i Moor um den Barchetsee

 

Verlandungsbildung um einen Restsee im Toteisloch. Maximale Moortiefe nicht bekannt, nordwestlich vom See bis auf die Tonmudde 606 cm. Zwei Profile der hangenden Schichten, die SCHLÄFLI (1972, S. 70—71) bis zur Tiefe von 140 cm untersucht hat, lassen erkennen, daß sich in der Nähe des westlichen Seeufers schon bis 60 cm mächtige Sphagnum- und Braunmoostorfe gebildet haben. Diese Übergangs- und Hochmoorsansätze nehmen nur eine kleine Fläche ein. — Bezüglich der Vegetation sei auf eine ausführliche Karte bei SCHLÄFLI l. c. verwiesen.

 

2.21j bis k Toteisseegruppe südlich vom Barchetsee: Oberholz/Pfarrholz bei Ossingen/Ober-Neuforn

 

(Hier ist nur die Rede von den bei SCHLÄFLI [1972] noch nicht beschriebenen Vorkommen.)

 

Stellenweise steil, meist aber flach eingesenkte, ganz verlandete Toteismudden, die in den letzten Jahren z. T. wieder ausgebaggert wurden. Beispiele:

 

1. Hungersee und Umgebung bei Mülibuck

Unregelmäßige Rohrglanzgras- (Phalaris-), Steifseggen- (Carex elata-), Seebinsen- (Schoenoplectus lacustris-)Fluren. 40 cm vererdete Lebermudde über sehr tiefgründiger Lebermudde. Heute z. T. abgetrocknet.

 

2. Caricetum elatae ohne Namen mit dichten Schilfbeständen und randlichen GoIdrute-(Solidago-)Fluren und Maisäckern. Unter Kultur 34 cm vererdete Lebermudde, 27 cm Lebermudde mit Schwemmtorf, 5 cm Torfmudde über kiesig-sandigem Ton. Unter Seggenmoor 12 cm vererdete Lebermudde, 68 cm Kalk- und Lebermudde, 10 cm torfige Lebermudde auf tiefgründiger, sehr wahrscheinlich mehrere Meter mächtiger Kalkmudde; stellenweise 30 cm vererdeter Seggentorf über tiefgründigem Seggen- und Braunmoostorf (H 2).

 

3. Seewadel bei Pfarrholz, Pkt. 473.

3 Toteisseen mit meist schwingendem Caricetum elatae; stellenweise Bruch. Bei Baggerungen wurden 3,5—4 m organische Schichten entfernt. Unter Seggenmoor 50 cm Schwemmtorf auf tiefgründige Lebermudde (bei 90—100 cm etwas torfig). Unter Bruch 28 cm vererdeter Schwemmtorf und Bruchtorf, 32 cm tonige Lebermudde kiesigem Ton (alles Frühjahr 74).

 

2.21l Kleiner See südlich von Wildenbuch

 

Ehemals größerer runder See (gestaut) in ziemlich schmaler bachdurchflossener Mulde. 10 cm stark vererdetes mullartiges Anmoor über (10—)25 cm Algenmudde mit 20 cm Übergang zu reduziertem sandigem Schluff. — Unmittelbare Umgebung des Restsees mit Hochstaudenried (Valeriano-Filipenduletum) (XII./73).

 

2.22 Vorkommen im Bereich der Nußbäumer Seengruppe

 

2.22a Moor um den See südlich Wilen bei Neuforn

 

Ziemlich flache, rundliche Mulde. In den entfernteren Randzonen des Rest-Sees 17 cm schluffiger Mull über 16 cm vergleytem humosem Schluff. Darunter stark zersetzter (H 10) Torf mit eingelagerter humusartiger Mudde bei 90—95 cm. In Seenähe: 28 cm Seggentorf (H 7) über 27 cm Seggentorf (H 5), sodann 30 cm torfige Mudde, darunter wieder Seggentorf (H 5). — Am See gestörtes Steifseggenried (Caricetum elatae) mit Binsenarten (Juncus sp.). Weiter ab Kulturland mit Resten von Hochstaudenrieden (II./72).

 

2.22b—e Moorkomplex der Nußbaumer Seengruppe

 

b) Zwischenseengebiet

 

Reich gegliederte flache Mulde am Fuß des Stammerberges. Sehr tiefgründige Torflager (siehe Abb. 6a). Am Buechbüel z.B. 20 cm Bruchtorf (H 9) über 30 ccm Seggentorf (H 8), darunter 30 cm Seggentorf (H 4—5) und erneut Bruchtorf (H 9). Unter Birkenbruch-Resten ähnlicher Aufbau: auf tiefliegendes, schmales Band mit Bruchtorf folgt wieder Seggentorf wechselnden Zersetzungsgrades (H 4—6; Aufnahme an kleinem an kleinem Torfstich bis über 200 cm unter Flur). In der Nähe von Punkt 435 im nördlichen Abschnitt 30 cm Anmoor über Seggentorf (15 cm H 6—7; Rest H 4—5). — Alles Intensiv-Kulturland. An letzter Stelle mit herausgepflügten fossilen Erlenstämmen.

 

c) Hüttwiler See und Umgebung mit Buechemer Riet.

 

In Seeufernähe stellenweise bis 24 cm Seekreide über Seggentorfen (18 cm, H 4) und Bruchtorfen (50 cm, H8) auf Seekreide (sehr tiefgründiges Lager). In der Nähe des Verbindungsgrabens Hasensee—Hüttwilersee sehr starke Wechsellagerung, so z. B.: 20 cm Anmoor, 34 cm Bruch-Seggentorf (H )), 18 cm tonige Mudde, 115 cm Seggentorf (H 8, unten H 4), über 5 cm Ton- und 10 cm Torfmudde auf Seggen- und Bruchtorf, durchsetzt mit Tonmudde (H 8) bis zur Aufschlußtiefe von 270 cm. Stärker mit Sandlinsen durchsetzt beim Seehof, in der Nähe des Ausflusses des Seebaches: z. B. 20 cm Anmoor auf 20 cm Seggen-Bruchtorf (H 8) und 55 cm z. T. sandigem Mischtorf (meist Seggentorf, H 4—6) über leicht schluffigem Sand im Liegenden. Beim Punkt 437 am Seebach 20 cm mullartiges Anmoor auf einem Brandhorizont über Bruch- und Seggentorf (H 7—8—10). Randliche Stellen mit bis 30 cm mullartigem Anmoor über stark vergleytem Ton. — Meist Kulturland.

 

d) Nußbaumersee, Mittleres Riet, Moos, Weiher und Purenriet.

 

In Seenähe bei der Flur Lätten 25 cm Anmoor auf Seggentorf (10 cm H 8, Rest bis zur Tiefe von 135 cm H 5). Auf der Halbinsel etwas flachgründiger mit 25 cm Anmoor über Seggentorf bis 105 cm (H 8—9 von 60—85 cm, sonst H 2—3), darunter Mudde mit Kies und Torfnestern über kiesiger grauer Tonmudde. Im Gebiet Riet ähnlicher Profilaufbau wie im östlichen Gebiet, aber über sandigem Untergrund: 25 cm Anmoor auf 55 cm Seggentorf (H 5—8) und 50 cm Bruchtorf mit Holzresten auf Sand. Im Teil Moos ähnlich wie in der Flur Latten: 25 cm Anmoor auf Seggentorf (75 cm H 9, 40 cm H 6). Im Teil Weiher leicht schluffige Sandeinlagerung von 30—70 (—80) cm mit Anmoor im Hangenden und Bruchtorf vielen Holzresten im Liegenden, vor allem bis 90 cm. Im südlich Purenriet starke Sandeinlagerung: 15 cm Anmoor auf 50 cm Sand über 70 cm Seggentorf (15 cm H 5; 55 cm mit Sandlinsen) und sphagnumhaltigem Bruchtorf (H 2). — Alles Ackerland. Waldreste mit Birken, Erlen, Pappeln. Vereinzelte Torfstiche.

 

e) Hasensee bei Uerschhausen.

 

20 cm Anmoor über Bruch- und Seggentorf (H 8—9, dazwischen 40—60 cm H 6) auf mit Seekreide versetztem Seggentorf (H 6 ab 100 cm). — Kulturland (XI./72).

 

2.22f Moor in der Flur Mooracker südlich von Hüttwilen

 

Von Bach durchflossener, flacher Geländeeinschnitt. Sehr schwach zum Bach geneigte Ebene. 12 cm Anmoor über Seggentorf (H 7—8 bis 43 cm, H 5 ab 60 cm) mit zwischengelagerter Torfmudde (evtl. Bachschlick). Im Talgrund 10 cm mullartiges Anmoor und 10 cm lehmige, mit Mull vermischte starke, kontrastartige Gleyfleckung über brauner bzw. grauer Tonmudde (60—95 cm) mit Seggen-Radizellen. — Überwiegend Naßwiese (Calthion) mit Knotenbinse (Juncus subnodulosus), Schilf- und Sumpf-Segge (Carex acutiformis). Bestand ist stark durch Düngung beeinflußt (XI./72).

 

2.22g Waldmoore südlich der Nußbaumerseen: westlich Buch b. Frauenfeld

 

Unregelmäßig geformte Wald-Anmoore mit Sumpf- und Bruchwäldern. bzw. Seggenmooren und mehr oder weniger vegetationsfreien Toteislöchern. Beispiele: Pruno-Fraxinetum. (60 cm Anmoor über 10 cm vergleytem Ton und sandigem Ton im Liegenden.) Pruno-Fraxinetum und Carici-Alnetum mit Carex elata/C. elongata-Flachmoor. Unter sandigem Ton, 10 cm muddeartiges Anmoor auf 30 cm anmoorigem Ton. Unter Seggenmoor 17 cm Schwemmtorf bzw. Torfmudde, 15 cm tonhaltige Lebermudde, 9 cm Tonmudde, 9 cm Schwemmtorf, 12 cm ziemlich dichte Lebermudde über sandigem Ton. Toteisloch (Umgebung Pruno-Fraxinetum) mit 20 cm Anmoor, 13 cm anmooriger Schwemmtorf, 32 cm Kalkmudde, 23 cm Tonmudde, 15 cm eingeschwemmter Humus oder Schwemmtorf über reduziertem Sand und Kies (Frühjahr 74).

 

2.22h Vorkommen am Seebach bei Wäckingen südöstlich Hütwilen (nur noch z. T. auf diesem Blatt)

 

Ehemalige Teichböden mit 20 cm mullartigem Anmoor über Algenmudde. Untergrund Schluff mit Kies. — Hochstaudenrieder (Valeriano-Filipenduletum) mit Sumpfsegge (Carex acutiformis) und Knotenbinse (Juncus subnodulosus) (XII./73).

 

2.23 Vorkommen im Bereich Stammerberg— Hörnliwald

 

2.23a Waldried bei Punkt 603 auf dem Stammerberg

 

Sehr flache, längliche Mulde. 40 cm Anmoor über vergleytem, sandigem Ton bis 70 cm, darunter Gleyprofil (G0 bis 60 cm, Gr bis 70 cm), dann Mischhorizont aus Anmoor mit reduziertem Ton; Aufschlußtiefe bis über 1 m. — Streuland (meist Stachyo-Molinietum schoenetosum) und wenig Schwarzerlen-Eschenwald (Pruno-Fraxinetum) (XI./72).

 

2.23b Sumpfwald auf dem Schomet beim Punkt 604

 

Langgestreckte, flache Mulde mit zwei nicht zusammenhängenden Anmoorbildungen. 30 cm mullartiges Anmoor über 15 cm mit Mull durchsetztem Ton (G0). — Pruno-Fraxinetum (II./72).

 

2.23c Sumpfwald auf dem Berghofhörnli im Hörnliwald

 

Birnenförmige, sehr flache Mulde. 30 cm mullartiges Anmoor über Gley aus schluffigem, kalkreichem Ton (30 bis 42 cm G0 — 60 cm Gr). Darunter wieder 10 cm Anmoor über 5 cm dichtem Ton auf kiesig-sandigem Ton mit Skelett. — Schwarzerlen-Eschenwald (Pruno-Fraxinetum) umgeben von Braunerde-Buchenwäldern (Galio odorati-Fagetum).

 

2.23d Anmoore bei Baholz am Hörnliwald

 

Drei kleine, schmale, eingesenkte Mulden. 30 bzw. 45 cm Anmoor über kiesigem Sand. — Intensiv-Kulturland (II./72).

 

2.23e Quellsümpfe bei Bornhusen, bei Punkt 550

 

Drei kleine, ca. 10—20% geneigte muldige, quellige Hänge mit stellenweise über 100 cm leicht anmoorigem Quelltuff, z. T. mit stär­ker anmoorigen Zwischenlagen (z. B. zwischen 50 und 58 cm) über kiesig-tonigem Schluff. Ebene Stellen mit 80 cm tuffigem Anmoor und Bruchtorf-Zwischenlage bei 40—60 cm über gleichartigem Un­tergrund. — Primulo-Schoenetum mit Juncus subnodulosus und Schwarzerlen-Aufforstung (XII./73).

 

2.24 Vorkommen auf dem Einhang des Seerückens zum Rhein

 

2.24a Waldried ob Zuberacker, Punkt 516 südlich von Kaltenbach

 

Runde, ca. 30—40 % geneigte Quellsumpfmulde. Meist 60—70 cm, stellenweise nur 17 cm Anmoor stark wechselnder Tiefe. Meist mit Kalktufftaschen durchsetzt über weißem, reinem Kalktuff bis zur Aufschlußtiefe von 1 m. — Kopfbinsen-Quellsumpfgesellschaft (Primulo-Schoenetum) (XI./72).

 

2.24b Anmoor beim Hardhof ob Steckborn

 

Runde ehemalige Quellsumpfmulde. Wechselnde Anmoorlagerung z. T. überschüttet: 19 cm Mull-Anmoor über 12 cm leicht anmoorigem vergleytem Schluff (ehemaliger Kalktuff?) auf 60 cm vergleytem Kalkschluff und 10 cm mullartigem, etwas schluffigem Anmoor und dichterem tonigem Kies. — In den Resten des ursprüng­lichen Bewuchses Sumpfsegge (Carex acutiformis) und Knotenbinse (Juncus subnodulosus) vorherrschend. Sonst Intensiv-Grünland (II./ 72).

 

2.25 Vorkommen auf dem Seerücken

 

2.25 a Vorderriet bei Pfyn (nur N-Teil auf diesem Blatt)

 

Hangseitige Teile (gegen Hohrain) mit vielen Quellaustritten. Oft über 100 cm mächtige, leicht anmoorige bis reine Quelltuffe. Stellenweise mit Tuff durchsetztes Anmoor bis 45—60 cm über Tuff und kiesig-schluffigem Hangschutt. Stellenweise stark anmoorige Schichten zwischen dem Tuff. Bei einer Hangrutschung 20—70 cm anmoorig. Ab ca. 100 cm stellenweise Bruchtorf (10 cm) über Tuff, in 145 cm schwarze, bruchtorfartige Schicht (Brand?), ab ca. 150 cm mit Kies durchsetzter schluffiger Ton. Randzonen mit 35 cm an­moorigem Mull über kiesig-schluffigem Ton (Hangschutt). — Im Hangbereich Kopfbinsenried (Primulo-Schoenetum) und Sumpfschneidenbestände (Cladium mariscus), meist auf Grabenaushub. Ebenere Flächen kultiviert, stellenweise Tuff-Abbau (XII./73).

 

2.25b Moor bei Herdern am Rosenbach, Punkt 483

 

Ehemaliger, schwach geneigter Teichboden in engem Bachtal. 16 cm etwas mineralisierte Mudde über toniger Mudde (bis 28 cm mit Oxidflecken) bis 58 cm, dann dichter reduzierter Ton. — Kul­turland, Hochstaudenried (Valeriano-Filipenduletum) und Schilf­bestände (XII./73).

 

2.25c Wolfsgrueb nördlich von Hörhausen

 

Von Intensiv-Kulturland umgebene, sehr flache Mulde. Mittel­teil mit schilfbestandenem Steifseggenried (Caricetum elatae typicum) auf 72 cm Seggentorf (H 4) über Seekreide mit Rhizomen. Stellenweise Erlenbrücher auf 18 cm stark anmoorigem, bzw. 14 cm mit Seggentorf vermischtem Bruchtorf über 17 cm Torfmudde mit Seekreide, bzw. nur 6 cm Torfmudde, 32 cm schwach gleyfleckigem Ton und Bruchtorf ab 87 cm im Liegenden. Andere Stelle mit 10 cm Anmoor auf mit Seekreide vermengtem Bruch- und Seggentorf (bis 27 cm) über Seekreide und Torfmudde (bis 42 cm) bzw. Seggentorf mit Radizellen und Rhizomen (bis 76 cm) und reiner Seekreide (ab 76 cm). — Benachbartes Kulturland mit 13—30 cm Anmoor auf Torfmudde, toniger Mudde (39—40 cm) über Seggentorf (H 5 bis 64 cm, sonst H 9—10) und mit Torfmudde (bis 50 cm) oder Schilf­torf (bis 47 cm) auf mit Torflinsen und/oder Torfmudde durchsetz­ter Seekreide (bis 80—85 cm) über Seekreide mit Torflinsen (H 3—4) und wenig Feinsand. Trockenere Flächen mit 15 cm brach-torfartigem Anmoor auf 23 cm Seggentorf und Torfmudde bzw. Seekreide in Wechsellagerung über Seekreide mit Schilftorf-Einlagerungen bis über 100 cm. Restliche Flächen im Westteil des Gebietes mit 15—30 cm Anmoor auf mineralischem Untergrund (II./72).

 

2.25d Liebenfelser Höchi südwestlich von Gündelhart

 

Sehr flache Mulde. 10 cm Anmoor, darunter 20 cm mit Anmoor durchsetzter Ton, ab 30 cm rostfleckiger Ton, ab 50 cm reduzierter, ziemlich sandig-kiesiger Schluff. — Waldsümpfe verschiedener Prä­gung (Carex elongata, C. elata, Fichtenkulturen, Bruchwaldfragmente) (XII./73).

 

2.26 Vorkommen im Thurtal

 

2.26a Moor um den Pfaffensee nordöstlich Kleinandelfingen

 

Runde, auf 3 Seiten von Wald umschlossene, rd. 2—3 m einge­schrittene Toteismulde mit anstehendem Grundwasser. 12 cm An­moor und lehmiger vergleyter Feinsand bis 54 cm, dann 7 cm tor­figer Lehm bzw. Feinsand über Seggentorf (H 6—7) im Liegenden. Steifseggenried (Caricetum elatae). Näheres bei SCHLÄFLI (1972).

 

2.26h Angaben fehlen noch

 

2.2 Die (Boden-)Seeriede

 

Über die Seeriede — sie nehmen auf diesem Blatt in den Ufer­bereichen der Markelfinger Bucht, des Zeller Sees und seines Hinter­landes sowie am Untersee insgesamt 650 ha ein (vgl. auch ihre Um­grenzung I—V auf dem Übersichtskärtchen Abb. 2) — wurde Grund­sätzliches schon mitgeteilt. Diesbezüglich möge auf die Erläute­rungshefte zu den Blättern Stockach (L8120: S. 4 und 64—67) und Konstanz (L8320, S. 64—70) verwiesen sein.

 

Seit dem Erscheinen dieser beiden Blätter sind neue Unter­suchungsergebnisse über Entstehung der Kalksedimente der See­riede bekannt geworden (MÜLLER 1971 und SCHÄFER 1973 mit je­weils ausführlichen Literaturangaben). Die Zusammenfassung der SCHÄFERSCHEN Ergebnisse sei hier auszugsweise zitiert: „Seekreide ist ein hochkalkhaltiges Sediment, das im Flachwasser von Seen ab­gelagert werden kann. Es geht hervor aus aufgearbeiteten Kalkinkrustationen assimilierender submerser Wasserpflanzen und aus aufgearbeiteten Onkoiden, die im Untersee allgemein verbreitet sind und dort als ,Schneggli' bezeichnet werden. Einzelkristalle in μ-Größe und Aggregate aus diesen, zusammen mit vereinzelten Moluskenschalen und Algenkonkretionen, bilden das Korngerüst. Eine unregelmäßige und unausgeprägte Feinschichtung ist vorhanden.

 

An den Proben aus dem Untersee wird durch Pollenanalysen nachgewiesen, daß die Seekreide hier kein rezentes Sediment ist, sondern in der postglazialen Wärmezeit (Atlantikum) gebildet wurde. Für die Entstehung von Seekreide waren ein Angebot von kalkreichen Wässern aus dem umliegenden früheren Vereisungs­gebiet, ein wärmeres Klima und ein üppigerer Pflanzenwuchs not­wendig. Heute findet eine Seekreide-Produktion im Bodensee nur noch in recht geringern Ausmaß statt." (Diese „Seekreide" ist nicht identisch mit der in der Schichtfolge der Moore anstehenden oder der Kalkmudde.)

 

Wie schon früher hervorgehoben, sind die Übergänge der Bodenseeriede (die ja keine Moore sind) zu den Mooren und insbesondere Anmooren in der Horizontalen (d. h. vor allem an ihren Rändern) wie auch in der Vertikalen (d. h. in ihrer Schichtfolge) durchaus gleitend. Dies war einer der Gründe, sie in eine Moor-(Anmoor-) Karte aufzunehmen.

 

Abweichend von den Gegebenheiten im Markelfinger Winkel (I und II) und bei Horn (IV) sind die Verhältnisse im ausgedehnten Gebiet des Mülldungsbereichs der Radolfzeller Aach (III). (ERB 1967, LANG 1963, MÜLLER 1948, SCHREINER 1968 und 1970.)

 

Im ehemaligen Becken des Zellersees hei Böhringen stehen bis 108 m mächtige Beckentone an, auf die (ab der Allerödzeit) See­kreidebildung folgt. Diese ist bis zu 17 m mächtig und überschreitet die 400-m-Höhenlmie nicht. Der Bereich ihrer Ablagerung ist hier durch eine eindeutige Uferböschung markiert (bei Moos in 398 m). Gekennzeichnet ist diese Strandlinie durch eine Reihe mesolithischer Siedlungen (Nr. 70—72 in der Karte; siehe auch 2.7).

 

Über dieses Vorkommen liegt außerdem an Literatur noch vor: K. BERTSCH 1931 (über Wasserspiegelschwankungen), LANG 1951 (Nachweis von Ephedra), I. MÜLLER 1947a und b (Nachweis der menschlichen Besiedlung und Vegetations- bzw. Klimaentwicklung).

 

Über den Teil IV der Bodenseeriede ist nur eine Arbeit über die darin liegenden Pfahlbauten bei Hornstaad von NEUWEILER 1905 bekannt.

 

Die Seeriede bei Eschenz (V, gegenüber Stein am Rhein) lassen sich in zwei Teile, westlich und östlich von Stad, gliedern.

 

Der erste stellt das sehr flache Ufer am W-Ende des Untersees dar. Dort Schnegglisande und bis 50 cm tiefes sandiges, gleyfleckiges Anmoor und Grobdetritus auf etwas schluffigem Sand. Ab 45—54 cm u. Flur schluffiger Ton. — Schilfröhricht.

 

Etwa 10 m weiter landeinwärts: 12 cm anmoorartiger Humus über 12 cm anmoorigem schluffigem Ton, stark gleyfleckig auf oxy­diertem kalkreichem Ton mit Anmoortaschen bis 51 cm u. Flur. — Übergang zum Steifseggenried.

 

In der stillen Bucht bei Punkt 399 ein 23 cm sandiges, z.T. detritushaltiges Anmoor auf schilftorfhaltigem, reduziertem Sand über reinem Sand. Ab 74 cm Seekreide. — Röhricht mit Weiden.

 

Weiter landeinwärts viel Rohrglanzgras im Steifseggenried. Schnegglisande bis ca. 85 cm Tiefe, Schichtfolge: 15 cm Anmoor, etwas sandig, 22 cm lehmiger oxydierter Sand, dann 12 cm oxydier­ter Lehm. Weiterhin 18 cm reduzierter Sand mit Kies und schließ­lich 6 cm tonige Mudde über kiesigem Sand, der bei 73 cm u. Flur ansteht.

 

An einer weiteren Stelle bei Punkt 399 mit einer flachen Flut­mulde und viel Rohrglanzgras: 12 cm Anmoor auf lehmigem oxy­diertem Ton, der bis 28 cm u. Flur reicht. Darunter wieder 10—17 cm starkes Anmoor oder anmoorige Mudde, auf die erneut (ab 45 cm reduzierter) Ton folgt. Im Liegenden (52—58 cm) Schlufflehm über Seekreide.

 

Im kleineren Teil östlich von Stad ist die Schichtfolge ähnlich verwickelt. So findet man au einer Stelle bis 12 cm sandiges An­moor über 8 cm kiesigem Sand, dann 50 cm oxydierten Sand mit (Schilf-)Torflaschen, sodann 15 cm Mudde über Sand, oder ab 75 cm u. Flur reduzierten torfigen Sand über reinem Sand. — Schilfröhricht und Steifsegge (II./72).

 

2.3 Fossile Torfe

 

Funde dieser Art sind auf dem Blattbereich nicht bekannt ge­worden.

 

2.4 Lagerstättenkundliches, Torfnutzung

 

In den Moorvorkommen des Blattes Singen findet bzw. fand eine industrielle oder gewerbliche Torfgewinnung nicht statt. Es ist dies eine Folge der geomorphologisch bedingten (Jungmoräne­gebiet!) Aufsplitterung der (durchwegs Nieder-) Moore in viele Kleinvorkommen, die natürlich nie „industriewürdig" waren.

 

Dagegen wurde Torfabbau — besonders in Zeiten der Brenn­stoffnot nach den letzten Kriegen — vielerorts betrieben. Bei die­sem planlosen und devastierenden Vorgehen wurden viele wertvolle Flächen und Pflanzengemeinschaften zerstört. Diese bäuerlichen Kleintorfstiche sind bei den Einzelbeschreibungen (2.1) jeweils er­wähnt.

 

2.5 Bodenkundliches

 

In den Mooren und Anmooren des Blattbereiches wurden keine bodenkundlichen Untersuchungen ausgeführt, die neue Erkennt­nisse erbracht haben.

 

Von Interesse ist lediglich der Prozeß durch menschliches Ein­greifen ausgelöster Überdeckung von Mooren im Hegau. Dies sei am Beispiel des Weiterdinger Moores (2.11b) kurz dargetan (GÖTT­LICH 1973). In dem morphologisch stark gegliederten Gebiet zu Füßen phonolithischer Vulkanberge wurden Deckentuffe und deren Hangschutt sowie Schwemmlehme kolluvial in die vermoorten Sen­ken transportiert.

 

Der Abschwemmprozeß begann nachweislich in der frühmittelalterlichen Rodungszeit, wie die Datierung der jüngsten liegenden Torfe (14C-Alter 785±60 n. Chr) zeigt. Diese Überdeckung be­dingt, daß aus ursprünglichen Moor- jetzt Mineralböden entstanden sind. Die 35 cm dicke überdeckende Schicht hat folgende Körnung (beim Bohrpunkt 64, Abb. 7): Rohton (Ø < 2μ) 27—31%; Fein- und Mittelschluff (Ø 2—20μ) 22—23%; Grobschluff und Feinsand (Ø 20—200μ) 46—51%.

 

Bei ungestörter Lagerung ergeben sich in den drei Dezimetern (von oben nach unten) folgende physikalische Werte:

 

Volumengewicht frisch 1410, 1365,1350 g/l

Volumengewicht trocken 863, 558, 590 g/l

Substanzvolumen 33, 26, 24%

Porenvolumen 67, 74, 76%

Gehalt an organischer Substanz

(Glühverlust bei 550°) 11,6, 15,3, 16,2%

 

2.6 Zum Natur- und Landschaftsschutz

 

Dem Übersichtskärtchen mit der Gruppierung der Moor- und Anmoorvorkommen (Abb. 2) kann unter Zuziehung von Abb. 3 entnommen werden, welche von ihnen unter Naturschutz stehen bzw. in Landschaftsschutzgebieten oder (in der Schweiz) in Land­schaften von nationaler Bedeutung liegen.

 

Daraus ist zu sehen, daß auf dem Schweizer Blattanteil prak­tisch alle Moore und Anmoore mit noch einigermaßen ursprüng­licher Vegetation in Schutzgebieten liegen.

 

Auch auf dem deutschen Anteil ist es um den Moorschutz gut bestellt. Zusätzlich waren aber noch zu schützen bzw. hinsichtlich des Schutzes aufzuwerten: die Hangmoore und Kalktufflagerstätten auf dem Schiener Berg mit durchweg noch ungestörter Vegetation, der größte Teil des Moores bei Weiler (2.17v und x, jetzt nur im Land­schaftsschutzgebiet), das Moor im einstigen Friedinger See (2.12i), das Murbacher Ried (2.16e) und die Kalktuff-Hangmoore bei Gailingen(2.18a).

 

2.7 Vor- und frühgeschichtliche Funde

 

Die zahlreichen Fundstellen auf dem Blattbereich wurden in die Moorkarte eingetragen, auf diese Weise ist ihre recht genaue Loka­lisierung möglich. Die Funde in oder an Mooren wurden in der fol­genden Liste gesperrt gedruckt.

 

Verzeichnis der archäologischen Fundstellen

 

Kreis Konstanz

1.         Stahringen, auf der Homburg römische Einzelfunde.

2.         Güttingen, „Kirchental" alamannischer Friedhof.

3.         Güttingen, einzelnes Hallstatt-Grab.

4.         Singen, „Rußäcker", „Rain ob der Kiesgrub", Gräber, Sied­lungsreste der Stein-, Bronze-, Urnenfelder-, Hallstatt- und Latènezeit.

5.         Singen. „Mühlenzelgle", auf der Uferterrasse Siedlungen der Stein-, Bronze-, Urnenfelder- und Hallstattzeit.

6.         Singen, Kleiststraße („Rußäcker"), Latène-Brandgrab.

7.         Singen, „Grottenmark“, Grabhügel.

8.         Singen, „Reckholderbühl", Gräber der Bronzezeit.

9.         Singen, beim Bahnhof, Alamannenfriedhof.

10.       Singen, „Gansäcker", Stück einer Römerstraße.

11.       Singen, SO-Fuß des Hohentwiel, Streufunde, urnenfelderzeitlich.

12.       Singen, Hohentwiel, Terrasse in Höhe des Hotels, Urnenfelder-Scherben.

13.       Singen, „Schnaidholz'", Grabhügel.

14.       Singen, „Gansäcker“, römische Streufunde.

15.       Singen, „Plappert", Siedlung späte Bronzezeit.

16.       Singen, „Unter Unterwick", Latène-Siedlung.

17.       Singen, Waldfriedhof, Grabhügel, Urnenfelder-Gräber.

18.       „Münchried", Grabhügel.

19,20.  Hilzingen, „Döllenhau", Grabhügel, 19 = Hallstatt, 20 = Bronzezeit.

21.       Singen, „Tannenwald", Grabhügel.

22.       Überlingen, am Ried, alamannisches Gräberfeld.

23.       Moos, „Moosfeld", Grabhügel.

24.       Iznang, neolithische Pfahlbauten.

25.       Bohlingen, alamannisches Gräberfeld.

26.       Bohlingen, Befestigungsanlage mit doppeltem Quergraben.

27,28. Weiler, „Kalkofen", „Steiner Rain", Grabhügel.

29.       Hörn, unterhalb der Kirche, beigabenlose Skelette, alamannisch?

30.       Gaienhofen, neolithische Pfahlbauten.

31.       Hemmenhofen, alamannische Gräber.

32.       Hemmenhofen, neolithische Pfahlbauten.

33.       Hemmenhofen, neolithische Pfahlbauten.

34.       Wangen, neolithische Pfahlbauten.

35.       Öhningen, alamannischer Friedhof.

36.       Öhningen, ungefähre Lage der Pfahlbauten.

37.       Schienen, Schrotzburger Hof (wohl Oberschrotzburg, Lage ganz klar), 1 Grabhügel.

38.       Schienen, beim Brandhof, Kiesgrube, Lage nicht ganz Hallstatt-Grab.

39.       Schienen, Schrotzburg, Ringwall und eine römische Münze.

40.       Rielasingen, „Äußere Lakert", römische? Straße.

41.       Rielasingen, 1 alamannisches Grab.

42.       Rielasingen, „Vordere Halde“, Alamannen-Friedhof.

43.       Rielasingen, Arlen, alamannische Gräber.

44.       Rielasingen, Grabhügel.

45.       Rielasingen, Abschnittswall.

46.       Rielasingen, „Schließäcker", annähernde Lage, 1 Hallstatt-Grab.

47.       Gottmadingen, „Im Flassental", 1 bronzezeitliches Grab.

48.       Gottmadingen, „Goldbühl", undatiertes Hockergrab.

49.       Gottmadingen, „Heilsperg", Ringwall.

50.       Gottmadingen, „Spießwald", Hallstatt-Grabhügel.

51.       Gottmadingen, „Riedbuck", Hallstatt-Flachgräberfeld.

52.       Randegg-Murbach, westlich von Murbach römische Ziegel, Mün­zen, wohl Villa oder Siedlung.

53.       Bietingen, „Kapf", Ringwall, vorgeschichtliche Höhensiedlung.

54.       Gailingen. „Winkel", Grabhügel.

55.       Hilzingen, Lesescherben aus einer Schwemmschicht (urnenfelderzeitlich?). „Unter der Riedgasse", „Försterbahn", neolithische Lesefunde.

56.       Hilzingen, „Gieswiesen", wohl neolithische Lesefunde.

57.       Hilzingen, „Auf der Bühl", bei der abgerissenen früheren Kirche, alamannische Gräber.

58.       Hilzingen, alamannische Gräber.

59.       Schlatt am Randen, „Bahnholz", Grabhügel.

60.       Büßlingen, römische Siedlung.

61.       Binningen, „Auf und hinter dem Berg", Alamannen-Friedhof.

62.       Binningen, Hohenstoffeln, Urnenfelder-, Hallstatt-, römische Einzelfunde.

63.       Binningen, „Hinter der Zehntscheuer", bronzezeitliche Scher­ben,

64.       Weiterdingen, beim Pfaffwiesenhof, mittelalterlicher Burg­stall (?).

65.       Weiterdingen, Schloß Homboll, vormals Burgstall.

66.       Duchtlingen, „Saffolderlohr", bronzezeitliche Gräber.

67.       Duchtlingen, Hohenkrähen, neolithische und römische Scherben.

68.       Singen, „Scharmenseewadel", neolithische Siedlung.

69.       Böhringen, „Ried", bronzezeitlicher Einzelfund.

70.       Böhringen, mesolithische Siedlung.

71.       Moos, mesolithische Siedlung.

72.       Bolingen, mesolithische Siedlung.

 

Kanton Zürich

 

73.       Trüllikon, Höhle Hochwacht. Grenze gegen den Kanton Thurgau, Siedlungsreste, prähistorisch, neolithisch?

74.       Trüllikon, Leberen südlich Rudolfingen, Gräberfeld? Früh- oder Hochmittelalter.

75.       Trüllikon, Rudolfingen, Grab, späte Hallstattzeit.

76.       Trüllikon, Schloßberg Rudolfingen, Wallanlage, späte Bronze« l zeit und Hallstattzeit.

77.       Trüllikon, Dorf Trüllikon am Fuß des Hattlebucks an der Landstraße, Siedlungsreste, prähistorisch.

78.       Trüllikon und Ossingen, Berg oder Hattleberg, Grabhügel, Hallstattzeit.

79.       Trüllikon, Seewadel. im freien Kreuzli, Grabhügel, Hallstattzeit.

80.       Kleinandelfingen, Bergli bei Oerlingen, römischer Gutshof? / Gräberfeld und Wallanlage? Frühmittelalter?

81.       Kleinandelfingen, „Scheiterburg'', Schiterberg bei Kaiseräcker, Steig (im 19. Jh. abgetragen).

82.       Kleinandelfingen, Ländli, Schiterberg, Urnengrab, späte Bronzezeit.

83.       Kleinandelfingen, Zelgli, Gräberfeld, Frühmittelalter.

84.       Ossingen, Im neuen Haus, zwischen Ossingen und Langmüli, Grab, Frühmittelalter.

85.       Ossingen, Gisenhard, Grabhügel? Hüsliholz.

86.       Ossingen, Grabhügel oder Motte? Chastelholz.

87.       Ossingen, Hausersee Riet, Ufersiedlung, neolithisch, auch Bronzezeit?

88.       Ossingen, Langenbuck, nördlich Hausersee, Wallanlage

89.       Ossingen, Speck, Grabhügelnekropole, späteste Bronze- oder früheste Hallstattzeit, auch Latènezeit.

90.       Ossingen, nördl. d. Str. Langenmoos-Langenbuck, römischer Gutshof?

91.       Ossingen, evtl. auch Truttikon, Goldbuck. römischer Gutshof?, römischer Kalkbrennofen und Gräberfeld, Frühmittelalter.

92.       Ossingen, Langenmoos — Glinzenbühl, Gräber(feld?), Frühmittelalter.

93.       Ossingen, Hirnital, Grabhügel.

94.       Truttikon, Im Berg, Grabhügel.

95.       Truttikon, Vorbuechen, Grabhügelnekropole.

96.       Truttikon, Nüsatz, römischer Gutshof.

9'7.      Truttikon, Junkholz, römischer? Gutshof?

98.       Waltalingen, Grossholz, Grabhügel.

99.       Waltalingen, beim Schulhaus Guntalingen, Siedlungsreste, frühe Bronzezeit.

100.     Unterstammheim, Südfuß des Rodenberges, Grä­berfeld, Bronzezeit? und Latènezeit.

101.     Unterstammheim (Bahnhofstraße und Untergasse), Gräberfeld, Frühmittelalter.

102.     Unterstammheim, Burghalden, Wallanlage.

103.     Unterstammheim, auch Oberstammheim, Sekundarschulhaus, Gräberfeld, Frühmittelalter.

101.     Unterstammheim, Boden, Brandgräberfeld, prähistorisch?

102.     Oberstammheim. Im Löli, oberhalb Thalmühle, Gräberfeld, Frühmittelalter.

106.     Oberstammheim, Leberen, Gräberfeld, Frühmittelalter.

 

Kanton Thurgau

107.     Steckborn, neolithische Siedlung.

108.     Steckborn, neolithische Siedlung.

109.     Steckborn. Rollirain, röm. Siedlungsreste.

110.     Gündelhart, Fluchtburg.

111.     Hörstätten, Fluchtburg.

112.     Dettinghofen, Fluchtburg.

113.     Dettinghofen, Fluchtburg.

114.     Pfyn, röm. Kastell.

115. —118.     Eschenz, röm. Siedlungsfunde.

119.     Insel Werd, Siedlungsplatz seit Neolithikum.

120.     Hüttwilen, frühmittelalterliches Gräberfeld.

121.     Hüttwilen, römische Villa Stuetheien.

122.     Hüttwilen, Einzelfund: kupferne Bronzeaxt.

123.     Nussbaumen, neolithische Siedlungsfunde.

124.     Nussbaumen, bronzezeitliche Siedlung.

125.     Nussbaumen, frühmittelalterliches Gräberfeld.

126.     Wagenhausen, frühmittelalterlicher Gutshof.

127.     Rheinklingen, römische Warte.

128.     Schlattingen, frühmittelalterliches Gräberfeld.

129.—131.      Schlattingen, römische Warten.

132.     Paradies, Burgstelle und Gräberfeld.

 

Kanton Schaffhausen

133.     Hemishofen, Hünengräber.

134.     Thayngen, Höhlenbewohner.

135.     Thayngen, Pfahlbauten.

 

Erklärung der verwendeten Fachausdrücke

 

(bezogen auf die erfaßten Vorkommen, daher nicht unbedingt allgemeingültig)

 

Abrasion: Abtransport von Material durch bewegtes Wasser. Hier meist von Torf aus Schwingrasen.

 

alluvial: in jüngster erdgeschichtlicher (landschaftsgeschichtlicher) Vergangenheit durch fließendes Wasser angespült und/oder um­gelagert.

 

Algenmudde: Für die Vorkommen in der Schweiz etwa synonym mit Lebermudde (s. d.) gebraucht.

 

Anmoor: siehe unter 1.1, Seite 4.

 

Beckenton: aus der Gletschertrübe abgesetztes Material. Allgemein auch als Glazialton bezeichnet. Geht meistens im Hangenden gleitend in Tonmudde über.

 

Braunmoostorf: Torf überwiegend aus Laubmoosen der Ordnung Bryales; also ohne Sphagna.

 

Bruchmoor: anschaulich auch als Baummoor zu bezeichnen. Sammel­bezeichnung für bewaldetes Moor mit meist buckeliger Ober­fläche. Je nach der Bestockung kann es eutroph (Erlenbruch) bin meso-oligotroph (Kiefern-Fichtenbruch) sein.

 

Bruchtorf: Torf aus Laub und (Unterwuchs-)Kräutern von Wäldern. Holzreich. Gehört zum Nieder- und/oder Übergangsmoor.

 

Conchylien: überwiegend aus Kalziumkarbonat bestehende Schalen von Mollusken (Weichtieren — Schnecken und Muscheln).

 

Drumlin: in einst vergletscherten Gebieten Hügel mit ungefähr stromlinienförmigen Umrissen. Ihre Längsachse gibt die Fließrichtung des Eises wieder. Treten meist in größeren Scharen auf.

 

Erblinden von Seen: Verschwinden der freien Wasserfläche durch sedimentäre Auffüllung mit Mudden und/oder gegen die Mitte zu fortschreitendes Überwachsen durch Torfdecken (Schwingrasen).

 

eutroph: reich an Pflanzennährstoffen. Typisch für Niedermoore.

 

Feinkornanmoor: Anmoor, dessen mineralische Komponente über­wiegend der Schluff- oder Tonfraktion angehört (Korndurchmesser < 0,02 mm). Aus physikalischen Gründen schlechter Stand­ort für anspruchsvollere (Kultur-)Pflanzen.

 

Grobkornanmoor: Anmoor, dessen mineralische Komponente über­wiegend der Grobsandfraktion angehört (Korndurchmesser 0,6 bis 2 mm). Aus physikalischen Gründen relativ günstiger bzw. günstigerer als beim Feinkornanmoor. Standort anspruchsvoller (KuItur-)Pflanzen.

 

Gyttja (spr. Jüttja): nährstoffreiche Mudde.

 

H 1—10: Zersetzungsgrad der Torfe nach der 10stufigen Skala von POSTS (H 1 = unzersetzt; H 10 = völlig zersetzt). H 2—3 z. B. bedeutet in den Bohrpunktbeschreibungen, daß der Zersetzungsgrad in der betreffenden Schicht von H 2 auf H 3 zunimmt.

 

Hochseggen: auch Großseggen. Hochseggenried — hochwüchsiger, meist bültiger Bestand bestimmter Seggenarten auf nährstoff­reichem Standort. Pflanzensoziologisch dem Verband des Magnocaricion zuzuordnen.

 

Hochstaudenried: Hochwüchsige, krautreiche Pflanzengesellschaft nährstoffreicher Standorte. Pflanzensoziologisch etwa der Asso­ziationsgruppe des Filipenduleto-Geranietum zuzuordnen.

 

Inversion: Umkehr der normalen Schichtfolge; etwa Mudden über Torfen.

 

Kalkmudde: See-Sediment mit sehr hohem Anteil an kohlensaurem Kalk und (meistens) auch ± zerkleinerten Conchylien. Reste von Ostracoden (Muschelkrebsen) und Characeen (Armleuchter­algen). Synonym der Seekreide bei den Schweizer Vorkommen. (Siehe auch 2.2.)

 

kolluvial: durch Abspülen (Wassererosion) hangabwärts transpor­tiert und angereichert.

 

L I—V: Lagerungsdichte von Torfen und Mudden in der 5stufigen Skala nach GERHARDT (L I = fast schwimmend; L V = Muddeschicht). L I—II z.B. bedeutet, daß in der beschriebenen Schichten die Lagerungsdichte von I auf II zunimmt.

 

Lagg: randliche Vernässungs- (und Expansions-)Zone von Hochmoo­ren. Kann konzentrisch (in ± ebener Lage) oder exzentrisch bzw. einseitig (in Hanglage) sein.

 

Lebermudde: überwiegend aus Plankton bestehende, hochkolloidale Algen-Mudde.

 

Liegendes: Schicht oder Schichtfolge, welche die betrachtete Lager­stätte nach unten abgrenzt. Hier in der Regel der mineralische Moor-(Anmoor-) Untergrund.

 

limnisch: in Seen vorkommend.

 

Mächtigkeit: Dicke einer Schicht; hier der senkrechte Abstand der Mooroberfläche vom mineralischen Liegenden (Untergrund).

 

mesotroph: nur mäßig mit Pflanzennährstoffen versorgt. Typisch für Übergangsmoore.

 

Mudde: See-Sediment organogener oder überwiegend organogener Entstehungsweise.

 

Niedermoor: nährstoffreiches (eutrophes) Moor, das mit Grundwasser versorgt ist. Früher: „Flachmoor" oder „Niederungsmoor“.

 

Niederseggen: Bestand meist niederwüchsiger Seggen (Carices) nährstoffärmerer Standorte.

 

oligotroph: arm an Pflanzennährstoffen. Typisch für Hochmoore.

 

Pollenanalyse: mikrobotanisch-statistische Methode, bei der dir Mengenanteile der in Torfen oder Mudden enthaltenen Pollen (und Sporen) bestimmt werden. Dient u. a. der Altersbestim­mung der einzelnen Schichten.

 

Scheuchzeriatorf: Torf aus der Blumenbinse, Sumpfbeise (Scheuchzeria palustris). Gehört zum Übergangsmoor.

 

Schilftorf: Torf aus Schilf (Phragmites communis). Gehört zum Niedermoor.

 

Schlick: (hier fluviatiler Schlick) feinkörniges Sediment organo-mineralischer Zusammensetzung. In frischem Zustand von seifi­ger Konsistenz.

 

Schwemmtorf: durch Wasser umgelagerte (und meist auch zerklei­nerte) Torfe an zweiter Lagerstätte (allochthon). Meist ziemlich grobstrukturiert (Grobdetritusgyttja).

 

Schwingrasen: Decke aus vertorfendem Wurzelfilz und sonstigen Pflanzenresten über einer Wasseransammlung (See oder Wasser­kissen).

 

Seggentorf: Torf aus Seggen (Carices) allgemein. Gehört zum Nie­der- bis Übergangsmoor.

 

semiterrestrisch: soviel wie telmatisch.

 

soligen: durch zufließendes Oberflächen- oder oberflächennahes Wasser bewirkt.

 

Sphagnumtorf: Torf aus Bleichmoosen (Sphagnales). Gehört zum Hochmoor.

 

Stelzwurzeln: über der Erde entspringende oder durch Moorsackung freigelegte Wurzeln. Oft brettartig.

 

Stratigraphie: Beschreibung der Schichtfolge nach Mächtigkeit (Dicke), Torf- oder Muddeart, Zersetzungsgrad. Lagerungsdichte. Einschlüssen u. a.

 

subhydrisch: unter Wasser abgesetzt (entstanden).

 

telmatisch: im versumpfenden Schwankungsbereich bei oberflächen­nahen bzw. überstauenden Wasserständen abgelagert (sedimentiert) oder aufgewachsen.

 

Tonmudde: meist die älteste, tiefstgelegene Mudde, deren Ton­gehalt gegen das Hangende ab- und deren Organismengehalt (meist Algen) gleichsinnig zunimmt. Nur selten vom liegenden Beckenton scharf abgesetzt.

 

Übergangsmoor: Entwicklungsgeschichtliches Zwischenglied vom Nieder- zum Hochmoor. Früher oft: „Zwischenmoor".

 

Vorsee: See, aus dem durch Verlanden ein Moor entstanden ist.

 

Wollgrastorf: Torf mit hohem Anteil des Scheidigen Wollgrases (Eriophorum vaginatum). Gehört zum Hochmoor.

 

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Klimaatlas von Baden-Württemberg, Kissingen 1953.

 

Karten: Topogr. Karten 1:25000 Nr. 8218 (Gottmadingen), 8219 (Singen), 8318 (Gailingen), 8319 (Öhningen) und entsprechende Blätter d. Deutschen Grundkarte 1 5000. Landeskarte der Schweiz 1:25000 Nr. 1012 (Singen), 1032 (Diessenhofen), 1033 (Steckborn), 1052 (Andelfingen), 1053 (Frauenfeld).

 

Verzeichnis der Abbildungen zum Erläuterungsheft für die Moorkarte Blatt Singen 1:50000

 

1.         Geologische Übersicht

 

2.         Übersichtskärtchen mit Gruppeneinteilung der Vorkommen

 

3.         Übersichtskärtchen mit Natur- und Landschaftsschutzgebieten sowie naturräumlicher Gliederung

 

4.         Klimadiagramm Diessenhofen (im Text)

 

5.         Klimadiagramm Lohn (im Text)

Erklärung der Signaturen für die Abb. 6, 6a, 8, 10, 12 und 14—19

 

6.         Typologische Übersicht wichtiger Moorprofile (Deutscher Blattanteil)

 

6a.       Moorprofile aus dem Nußbaumer Seengebiet (2.22c—e; Schweizer Blattanteil)

 

7.         Übersichtskarte des Weiterdinger Moores (2.11b) mit Zeichenerklärung für die übrigen Übersichtskarten

 

8.         Profil A—A durch das Weiterdinger Moor

 

9.         Übersichtskarte des Moores bei Heiliggrab in der Flur Mark (2.11c)

 

10.       Profil A—A durch das Moor bei Heiliggrab

 

11.       Übersichtskarte des Moores bei Überlingen am Ried in der Flur Salfert (2.15l)

 

12.       Profil A—A durch das Moor bei Überlingen am Ried

 

13.       Übersichtskarte des Murbacher Riedes (2.16c)

 

14.       Profil A—A durch das Murbacher Ried

 

15.       NW-SE-Profil durch das Grassee-Moor (2.16j)

 

16.       NW-SE-Profil durch das Moor im Spieß-Wald (2.16k)

 

17.       NW-SE-Profil durch das Moor im Seewadel (2.16l)

 

18.       E-W-Profil durch das Bannholz-Moor (2.17h)

 

19.       N-S-Profil durch das Bannholz-Moor