4.25.137 Lauterach

Verordnung des Landratsamts Alb-Donau-Kreis über das

Landschaftsschutzgebiet "Lauterach" vom 8. Juni 2005

 

Aufgrund von §§ 22 und 58 Abs. 3 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der

Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzge-

setz für Baden-Württemberg -NatSchG) in der Fassung vom 29. März 1995 (Gesetz-

blatt [GBl.] Seite 385), zuletzt geändert durch das Gesetz zur Änderung des Natur-

schutzgesetzes vom 19. November 2002 (GBl. Seite 424), das Gesetz zur Änderung

von Vorschriften über die Umweltverträglichkeitsprüfung und anderer Gesetze vom

19. November 2002 (GBl. Seite 428), das Gesetz zur Reform der Verwaltungsstruktur,

zur Justizreform und zur Erweiterung des kommunalen Handlungsspielraums (Verwal-

tungsstruktur-Reformgesetz - VRG) vom 1. Juli 2004 (GBL. Seite 469) und das Ge-

setz zur Neuregelung des kommunalen Abgaberechts und zur Änderung des Natur-

schutzgesetzes vom 17. März 2005 (GBl. Seite 206), wird verordnet:

§ 1

Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinde Lauterach, Alb-

Donau-Kreis, werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzge-

biet führt die Bezeichnung "Lauterach".

Ein Teil des Landschaftsschutzgebiets ist Europäisches Vogelschutzgebiet (vgl. Richt-

linie 79/409/EWG vom 2. April 1979 über die Erhaltung der wild lebenden Vogelarten

Vogelschutzrichtlinie) mit der Bezeichnung Nr. 7723-401 "Große Lauter auf der

Schwäbischen Alb".

Ein Teil des Landschaftsschutzgebiets ist vom Land Baden-Württemberg mit der Be-

zeichnung Nr. 7622-341 "Großes Lautertal und Landgericht" und Nr. 7823-341 "Donau

zwischen Munderkingen und Riedlingen" zur Aufnahme in die Liste der Gebiete von

gemeinschaftlicher Bedeutung benannt worden. Es sind Teile eines Gebiets von ge-

meinschaftlicher Bedeutung im Sinne der Richtlinie 92/43/EWG des Rates zur Erhal-

tung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (Flora-

Fauna-Habitat-Richtlinie, kurz: FFH-Richtlinie) vom 21. Mai 1992.

§ 2

Schutzgegenstand

1       Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rund 491,4 ha.

         Es erstreckt sich auf die Gemarkung Lauterach.

2       Folgende Landschaftsteile sind erfasst:

2.1    Landschaftsteil Nr.1: Großes Lautertal - Wolfstal - Hochberg (rund 467 ha)

Der Verlauf der Grenze des Landschaftsschutzgebiets wird mit seiner äußeren

Grenze, an der L 231 beim Wanderparkplatz im Waldgebiet "Brand" begin-

         nend, im Uhrzeigersinn beschrieben.

Entlang dem westlichen Rand der L 231 verläuft die Grenze durch die Gewan-

ne "Kreuzhalde", "Felbenäcker' und "Brettle" nach Süden bis zur K 7339. Von

dort weiter entlang dem südlichen Rand des Waldgebiets "Brühl", der Nordsei-

te des Wegs Nr. 176/2, der Westseite der Gemeindeverbindungsstraße Laute-

rach-Neuburg, dem südlichen Rand des Waldgebiets "Täle" und nördlich der

Bettelhöhle durch das Waldgebiet "Haldeneschle" und an dessen westlichem

Rand zur Gemeindeverbindungsstraße Talheim-Lauterach. Entlang dem südli-

chen Rand der Gemeindeverbindungsstraße, der Nordseite des Höllwegs, der

Südseite des nördlichen Feldrains im Flurstück Nr. 1202, der Westseite des

Rechtensteiner Wegs und der Südgrenze der Flurstücke Nr. 1189 und 1295

verläuft die Grenze dann bis zum nordwestlichen Ortsrand von Talheim.

Von dort verläuft die Grenze entlang der Südseite der Flurstücke Nr. 1294 und

Nr. 1295, der Westseite des Flurstücks Nr. 1300, der Ostseite des Wegs

Nr. 1297 und durch das Flurstück Nr. 1298 nach Westen bis zur Grubjau-

chensteige. Entlang der Ostseite der Grubjauchensteige verläuft die Grenze

Richtung Reichenstein und entlang der der Nordseite des Flurstücks Nr. 1165

zum westlichen Rand des Waldgebiets "Hochberg". Von dort verläuft die Gren-

ze entlang der Ostseite des Buchwaldwegs, dem südlichen Rand der Waldge-

biete "Mühlhalde" und "Wasserhalde" sowie der nördlichen Grenze der flä-

chenhaften Naturdenkmale "Kreuzberg mit Winterlinde" und "Felsental mit

Märzenbechern" zur K 7339 am südlichen Ortsrand von Reichenstein.

Immer entlang dem südlichen Rand der Waldgebiete "Lau", "Locherwald" und

"Unterer Lindenbühl" sowie entlang der Hangoberkante im Gewann "Linde-

nesch" verläuft die Grenze nach Westen bis zur Gemeindegrenze zu Ehingen.

Von dort verläuft die Grenze immer entlang der Gemeindegrenze nach Norden

bis in das Waldgebiet "Rotenau". Entlang des Hauptforstwegs und der Schon-

waldgrenze verläuft die Grenze an der nördlichen Hangkante des Großen

Lautertals durch das Waldgebiet "Rotenau" nach Osten und an der westlichen

Hangkante des Wolftales durch das Waldgebiet "Rechtensteiner Hölzle" nach

Norden bis zur Gemeindegrenze zu Ehingen. Entlang der Gemeindegrenze

dann weiter nach Norden bis in das Gewann "Wolfstal".

Von dort verläuft die Grenze an der östlichen Hangkante des Wolfstals und

nördlich des Großen Lautertals entlang der Schonwaldgrenze und entlang von

Hauptforstwegen durch die Waldgebiete "Kaltenbuch", "Edelmannshalde", „Al-

ter Hau", "Schmaler Stich", "Brühl" und "Brand" bis zum Ausgangspunkt der

Beschreibung an der L 231.

Ausgenommen vom Landschaftsschutzgebiet sind innerhalb des beschriebe-

nen Landschaftsteils die Ortslage von Lauterach mit den angrenzenden Ge-

wannen "Ehinger Berg", "Brettle", "Vordere Gabel", "Hintere Gabel", "Untere

Zehntscheueräcker", "Wiesen" und "Am Hochberg", der Sportplatz an der Gro-

ßen Lauter sowie die Gebäude im Bereich der Laufenmühle.

Ebenfalls ausgenommen sind die flächenhaften Naturdenkmale "Magerhang

mit 2 Winterlinden und einer Wildbirne" im Gewann "Bühl", "Märzenbe-

cherhang" im Gewann "Haldeneschle", ,"Magerer Hang" im Gewann „Am

Hochberg", "Quellsumpf' im Gewann "Eichhölzle", "Lauterlauf mit Wasserfall

und Tuffsteinbruch" im Gewann "Turmwiesen"/"Steinbruch".

2.2    Landschaftsteil Nr. 2: Hangbereich des Donautals bei Talheim (rund 11 ha)

Der Verlauf der Grenze des Landschaftsschutzgebiets wird mit seiner äußeren

Grenze, an der Einmündung des Wegs Nr. 1284 in den Rechtensteiner Weg

im Gewann ,"Beim Brühlhölzle" beginnend, im Uhrzeigersinn beschrieben.

Die Grenze verläuft am südlichen Rand des Rechtensteiner Wegs nach Osten

bis zum Weiherweg Flurstück Nr. 1283 und entlang dessen Ostseite und der

Nordseite des Wegs Nr. 1275 nach Süden bis ins Gewann „Aufäcker". Entlang

dem südlichen Rand des Bahngleises Nr. 1219 verläuft die Grenze weiter bis

zur Gemeindegrenze nach Rechtenstein und immer entlang der Gemeinde-

grenze bis in das Gewann "Bodenäcker". Von dort entlang dem östlichen Rand

des Waldgebiets "Brühlhölzle" zum Ausgangspunkt der Beschreibung am

Rechtensteiner Weg.

2.3    Landschaftsteil Nr. 3: Donautal mit Hangbereich östlich von Neuburg (rund 13 ha)

Der Verlauf der Grenze des Landschaftsschutzgebiets wird mit seiner äußeren

Grenze, am östlichen Ortsrand von Neuburg an der Nordostecke des Flur-

stücks Nr. 463 beginnend, im Uhrzeigersinn beschrieben.

Die Grenze verläuft nach Norden über den Weg Nr. 479 und durch das Flur-

stück Nr. 461 bis zum Weg Nr. 460/1. Entlang dessen Südseite, der Ostseite

des Wegs Nr. 475/1, der Nordseite des Feldgehölzes auf Flurstück Nr. 531,

der Westseite des Wegs Nr. 475/1 sowie der Südseite des Wegs Nr. 478 ver-

läuft die Grenze bis zur Gemeindegrenze zu Untermarchtal. Dann weiter nach

Süden entlang der Gemeindegrenze bis zur Südseite des Flurstücks Nr. 502/1

im Gewann "Ebene". An den Südgrenzen der westlich angrenzenden

Grundstücke verläuft die Grenze dann weiter nach Westen bis zum Bahnüber-

gang.

Von dort dann entlang der Westseite des Wegs Nr. 470 nach Norden und ent-

lang der Südseite des Flurstücks Nr. 466 und der Ostseite des Flurstücks

Nr. 463 zum Ausgangspunkt der Beschreibung.

2.4    Landschaftsteil Nr. 4: Umgebungsbereich "Urdonautal" (rund 0,4 ha)

         Dieser Landschaftsteil umfasst im Gewann "Schlichte" das Flurstück Nr. 686.

3       Soweit das Vogelschutzgebiet Nr. 7723-401 "Große Lauter auf der schwäbi-

schen Alb" und die vom Land Baden-Württemberg zur Aufnahme in die Liste

der Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung benannten FFH-Gebiete

Nr. 7622-341 "Großes Lautertal und Landgericht" und Nr. 7823-341 "Donau

zwischen Munderkingen und Riedlingen" innerhalb des Landschaftsschutzge-

biets liegen, sind der Schutzzweck auch die Erhaltung der Tier- und Pflanzen-

bestände und ihrer Lebensräume sowie solcher Arten und Lebensräume, die

der Vogelschutzrichtlinie (79/409/EWG) und der FFH-Richtlinie (92/43/EWG) in

         besonderem Maße entsprechen.

Im Vogelschutzgebiet Nr. 7723-401 kommen folgende Arten vor:

Arten: Uhu, Wanderfalke, Berglaubsänger

Im benannten FFH-Gebiet Nr. 7622-341 kommen folgende Arten und Lebens-

raumtypen vor:

Arten: Gemeine Flussmuschel, Bachneunauge, Groppe, Mopsfledermaus,

Bechsteinfledermaus, Frauenschuh, Spanische Flagge

Lebensraumtypen: Fließgewässer mit flutender Wasservegetation, Wachol-

derheiden, Kalk-Pionierrasen, Kalk-Magerrasen, Feuchte Hochstaudenfluren,

Magere Flachland-Mähwiesen, Kalktuffquellen, Kalkschutthalden, Kalkfelsen

mit Felsspaltenvegetation, Waldmeister-Buchenwald, Orchideen-

Buchenwälder, Schlucht- und Hangmischwälder, Auenwälder mit Erle, Esche,

Weide

Im benannten FFH-Gebiet Nr. 7823-341 kommen folgende Arten und Lebens-

raumtypen vor:

Arten: Bachneunauge, Huchen, Rapfen, Streber, Groppe, Kammmolch, Gelb-

bauchunke, Mopsfledermaus, Großes Mausohr, Grünes Besenmoos

Lebensraumtypen: Natürliche nährstoffreiche Seen, Fließgewässer mit fluten-

der Wasservegetation, Kalk-Pionierrasen, Kalk-Magerrasen (orchideenreiche

Bestände), Feuchte Hochstaudenfluren, Magere Flachland-Mähwiesen, Kalk-

schutthalden, Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation, Höhlen, Hainsimsen-

Buchenwald, Waldmeister-Buchenwald, Orchideen-Buchenwälder, Schlucht-

und Hangmischwälder, Auenwälder mit Erle, Esche, Weide

4       Die Fläche des Landschaftsschutzgebiets ist in einer Flurkarte im Maßstab

1: 5.000 vom 8. Juni 2005 und in einer Übersichtskarte im Maßstab 1: 25.000

vom 8. Juni 2005 mit grüner Farbe eingetragen. Diese Karten sind Bestandteil

der Verordnung.

Die Verordnung mit Karten wird beim Landratsamt Alb-Donau-Kreis in Ulm und

beim Bürgermeisteramt in Lauterach zur kostenlosen Einsicht durch jeder-

mann während der Dienststunden niedergelegt.

5       Eine ausführliche Beschreibung des Landschaftsschutzgebiets bietet die Wür-

digung für das Landschaftsschutzgebiet "Lauterach" vom 8. Juni 2005.

§ 3

Schutzzweck

Für die als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesenen Flächen auf dem Gebiet der Ge-

meinde Lauterach ergibt sich folgender Schutzzweck:

Landschaftsteil Nr.1 : Großes Lautertal - Wolfstal - Hochberg

1       die durch markante Landschaftsformen, das reich strukturierte Landschaftsbild

und den ausgewogenen Naturhaushalt bedingte Vielfalt, Eigenart und Schön-

heit des Großen Lautertals mit Wolfstal und des Hochbergs sowie der angren-

zenden Alblandschaft zu erhalten,

2       die typischen, landschaftsbildprägenden und ökologisch wertvollen Kulturland-

schaftselemente wie Feldhecken, Feldgehölze, Ufergehölze, Röhrichte, Hoch-

staudenfluren Streuobstwiesen, Einzelbäume, Baumgruppen, Feldraine und

Magerrasen zu erhalten,

3       unverbaute und landschaftsästhetisch wertvolle Teile des Großen Lautertals

mit Wolfstal und des Hochbergs sowie der angrenzenden Alblandschaft als

lokal, regional und überregional bedeutsamen Erholungsraum zu erhalten,

Landschaftsteil Nr. 2: Hangbereich des Donautals bei Talheim

Landschaftsteil Nr. 3: Donautal mit Hangbereich östlich von Neuburg

Landschaftsteil Nr. 4: Umgebungsbereich „Urdonautal"

1       die durch markante Landschaftsformen, das reich strukturierte Landschaftsbild

und den ausgewogenen Naturhaushalt bedingte Vielfalt, Eigenart und Schönheit

des Donautals, der nördlich angrenzenden Hangbereiche und des Umgebungs-

bereichs "Urdonautal" zu erhalten,

2       die typischen, landschaftsbildprägenden und ökologisch wertvollen Kulturland-

         schaftselemente wie Feldhecken, Feldgehölze, Streuobstwiesen, Einzelbäume,

         Baumgruppen, Feldraine und Magerrasen zu erhalten,

3       unverbaute und landschaftsästhetisch wertvolle Teile des Donautals, der nörd-

         lich angrenzenden Hangbereiche und des Umgebungsbereich "Urdonautal" als

         lokal, regional und überregional bedeutsamen Erholungsraum zu erhalten,

4       den Teil eines gemeindeübergreifenden charakteristischen Ausschnitts des süd-

         lichen Albrandes mit besonders markant ausgeprägten Landschaftsformen,

         kleinräumigen Nutzungsverteilungen und hoher Biotopvielfalt zu erhalten.

§ 4

Verbote

Handlungen, die den Charakter des Landschaftsschutzgebietes verändern oder dem

Schutzzweck entgegenstehen, sind verboten. Dies gilt besonders, wenn dadurch

1       der Naturhaushalt geschädigt wird,

2       die Naturgüter nicht mehr ausreichend und nachhaltig genutzt werden können,

3       das Landschaftsbild erheblich nachteilig geändert oder die natürliche Eigenart

         der Landschaft auf andere Weise erheblich beeinträchtigt wird oder

4       der Naturgenuss oder der besondere Erholungswert der Landschaft erheblich

         beeinträchtigt wird.

Außerdem wird zum Schutze der Natur die Große Lauter bei einem Pegel unter 75 cm

(gemessen am Pegel Lauterach) für das Befahren mit Wasserfahrzeugen aller Art

ganzjährig gesperrt.

§ 5

Erlaubnisvorbehalt

1       Handlungen, die den Charakter des Gebiets verändern oder dem besonderen

         Schutzzweck entgegenstehen können, bedürfen der Erlaubnis der unteren Na-

         turschutzbehörde.

         Wenn die Handlung Auswirkungen auf ein Vogelschutzgebiet oder ein vom

         Land Baden-Württemberg benanntes FFH-Gebiet haben kann, ist gegebenen-

         falls auch eine Verträglichkeitsprüfung beziehungsweise eine Ausnahme nach

         § 26 c NatSchG erforderlich.

2       Der Erlaubnis bedarf es insbesondere, um

2.1    bauliche Anlagen nach der Landesbauordnung - in der jeweils geltenden Fas-

         sung - zu errichten oder dem Errichten gleichgestellte Maßnahmen durchzufüh-

         ren.

         Dies gilt auch für Feldhäuschen, Geschirrhütten, Fahrsilos, Dunglegen mit Bo-

         denplatte und andere Anlagen, auch wenn diese nicht baurechtlich oder was-

         serrechtlich genehmigt werden müssen.

         Fahrsilos des Typs "Traunsteiner Silo" mit maximal 1,5 m Wandhöhe und be-

         grünten Erdwällen können ohne Erlaubnis errichtet werden.

         Im Landschaftsschutzgebiet ist es grundsätzlich möglich, neue landwirtschaftli-

         che Betriebsaussiedlungen zu errichten beziehungsweise landwirtschaftliche

         Anwesen zu erweitern.

2.2    Einfriedigungen zu errichten, auch wenn diese baurechtlich nicht genehmigt

         werden müssen.

         Weidezäune und forstliche Kulturzäune, die einem land- oder forstwirtschaftli-

         chen Betrieb dienen und das Landschaftsbild nicht beeinträchtigen, sind erlaub-

         nisfrei.

2.3    ober- oder unterirdische Leitungen aller Art zu verlegen oder zu ändern.

2.4    Steine, Kies, Sand, Lehm oder andere Bodenbestandteile abzubauen, zu ent-

         nehmen oder einzubringen oder die Bodengestalt auf andere Weise zu ändern,

         insbesondere durch Auffüllungen oder Abgrabungen.

         Erlaubnisfrei sind Auffüllungen zur Bodenverbesserung auf Ackerflächen bis zu

         maximal 20 cm Auffüllhöhe, wenn die Auffüllung innerhalb der genehmigungs-

         freien Flächenbegrenzung nach der Landesbauordnung beziehungsweise dem

         Naturschutzgesetz -in der jeweils geltenden Fassung - liegt. Beim In-Kraft-

         Treten dieser Landschaftsschutzgebietsverordnung sind nach § 50 Abs. 1 in

         Verbindung mit Ziff. 67 des Anhangs zu § 50 Abs. 1 der Landesbauordnung - in

         der Fassung vom 8. August 1995 - Auffüllungen mit nicht mehr als 300 m² Flä-

         che genehmigungsfrei.

2.5    Gegenstände zu lagern, wenn sie nicht für die zulässige Nutzung des Grund-

         stückes erforderlich sind. Erlaubnisfrei ist das vorübergehende Lagern, zum

         Beispiel von Siloballen und aufbereiteten Holzsortimenten (zum Beispiel Lang-,

         Kurz- und Schichtholz), auf landwirtschaftlich genutzten Flächen außerhalb

         wertvoller Biotope.

2.6    Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen oder zu ver-

         ändern.

2.7    Spiel-, Sport- oder Motorsportanlagen, Freizeitflächen oder Freizeiteinrichtun-

         gen, wie zum Beispiel Grillstellen oder Spielgeräte, anzulegen oder zu verän-

         dern.

2.8    Start- und Landeplätze, Gelände für Fluggeräte aller Art, wie zum Beispiel Hän-

         gegleiter, Gleitflugzeuge, Gleitfallschirme, Flugmodelle anzulegen oder zu ver-

         ändern.

2.9    Motorbetriebene Sportgeräte aller Art zu betreiben.

2.10 Wohnwagen, Wohnmobile oder andere Kraftfahrzeuge sowie Verkaufsstände

         außerhalb der zugelassenen Plätze auf- oder abzustellen oder mehrtägig zu

         zelten.

2.11 außerhalb von zugelassenen Feuer- und Grillstellen Feuer zu machen oder zu

         grillen.

         Das Entzünden von Feuer im Rahmen der ordnungsgemäßen Land- und Forst-

         wirtschaft ist erlaubnisfrei.

2.12 fließende oder stehende Gewässer, wie zum Beispiel Fischteiche, anzulegen,

         zu beseitigen oder zu verändern sowie Entwässerungsmaßnahmen oder andere

         Maßnahmen durchzuführen, die den Wasserhaushalt des Gebietes verändern.

         Bestehende Drainagen dürfen in Stand gehalten beziehungsweise in Stand ge-

         setzt werden.

2.13 Wasser aus Tümpeln und Wassergräben zu entnehmen.

2.14 die Große Lauter bei einem Pegel von 75cm und mehr (gemessen am Pegel

         Lauterach) während der Nistplatzsuche und Vogelbrutzeit in der Zeit

         vom 1. März bis 30. Juni mit Wasserfahrzeugen aller Art zu befahren.

         während des gesamten Jahres bei einem Pegel von 75cm und mehr (gemessen

         am Pegel Lauterach) Bootsveranstaltungen und organisierte Touren durchzu-

         führen.

2.15 in der Großen Lauter Boote, Flöße oder andere schwimmende Anlagen zu ver-

         ankern oder Stege zu errichten.

2.16 neu aufzuforsten.

2.17 wesentliche Landschaftsbestandteile wie Feldhecken, Feldgehölze, Streuobst-

         wiesen, Obsthochstämme, Einzelbäume, Baumgruppen, Feldraine und Mager-

         rasen zu zerstören oder erheblich oder nachhaltig zu beeinträchtigen.

Der ordnungsgemäße Pflegeschnitt von Obstbäumen sowie der Ersatz einzel-

ner Obsthochstämme durch Neupflanzung ist erlaubnisfrei. Bei Feldhecken,

Feldgehölzen und Gebüschen ist das abschnittsweise Auf-den-Stock-Setzen

sowie das Entnehmen einzelner Bäume erlaubnisfrei.

2.18 das Gebiet außerhalb klassifizierter Straßen mit Kraftfahrzeugen oder Krafträ-

         dern zu befahren. Fahrzeuge, die zur Bewirtschaftung und zulässigen Nutzung

         des Grundstückes notwendig sind, sind hiervon ausgenommen.

2.19 Plakate, Bild- oder Schrifttafeln, Werbeanlagen aufzustellen oder anzubringen.

2.20 Freizeitaktivitäten durchzuführen, wenn sie die natürliche Vegetation oder

         Oberbodenschicht beeinträchtigen können.

2.21 Kleingärten anzulegen oder die Bodennutzung auf andere Weise wesentlich zu

         ändern.

2.22 nicht genutztes, aber offen gehaltenes Grünland (Dauerbrache) umzubrechen.

         Erlaubnisfrei ist die Rückführung von Dauerbrachen, die durch zeitlich begrenz-

         te Stilllegung von Ackerflächen im Rahmen der EU-Agrarreform oder anderer

         Agrar-Verordnungen entstanden sind.

3       Handlungen sind zu erlauben, wenn sie keine der in § 4 genannten Wirkungen

         zur Folge haben.

         Die Erlaubnis kann mit Auflagen sowie befristet oder widerruflich erteilt werden,

         wenn dadurch erreicht werden kann, dass die Wirkungen der Handlungen ab-

         gewendet werden können oder dem Schutzzweck nur unwesentlich entgegen-

         stehen.

4       Die Erlaubnis wird durch eine nach anderen Vorschriften notwendige Gestat-

         tung ersetzt, wenn diese im Einvernehmen mit der Naturschutzbehörde erteilt

         wird.

§ 6

Zulässige Handlungen

1       Die Verbote und Erlaubnisvorbehalte der §§ 4 und 5 gelten nicht für die im Sin-

         ne des Naturschutzgesetzes:

1.1    ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung nach den jeweils geltenden

         rechtlichen Bestimmungen. Zu einer ordnungsgemäßen landwirtschaftlichen

         Bodennutzung gehört es insbesondere nicht:

         a)     die Bodengestalt durch Auffüllungen, Abgrabungen oder einer anderen

                   Art und Weise zu verändern,

         b)      nicht genutztes, aber offen gehaltenes Grünland (Dauerbrache) umzu-

                   brechen,

                   Ausgenommen ist die Rückführung von Dauerbrachen, die durch zeitlich

                   begrenzte Stilllegung von Ackerflächen im Rahmen der EU-Agrarreform

                   oder anderer Agrar-Verordnungen entstanden sind.

         c)      wesentliche Landschaftsbestandteile wie Feldhecken, Feldgehölze,

                   Streuobstwiesen, Obsthochstämme, Einzelbäume, Baumgruppen, Feld-

                   raine und Magerrasen zu zerstören oder erheblich oder nachhaltig zu be-

                   einträchtigen.

                   Der ordnungsgemäße Pflegeschnitt von Obstbäumen sowie der Ersatz

                   einzelner Obsthochstämme durch Neupflanzung ist erlaubnisfrei. Bei

                   Feldhecken, Feldgehölzen und Gebüschen sind das abschnittsweise Auf-

                   den-Stock-Setzen sowie das Entnehmen einzelner Bäume erlaubnisfrei.

1.2    ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Bodennutzung gemäß Landeswaldgesetz.

         Bauliche Maßnahmen nach § 49 und 50 Landesbauordnung sind hiervon nicht

         umfasst.

1.3    ordnungsgemäße Ausübung der Jagd und Fischerei.

2       Die Verbote und Erlaubnisvorbehalte der §§ 4 und 5 gelten ferner nicht:

2.1    für behördliche angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

2.2    für Pflegemaßnahmen, die von der unteren Naturschutzbehörde oder einer von

         ihr beauftragten Stelle oder im Wald mit dem Einvernehmen der Landesforst-

         verwaltung zugelassen werden.

2.3    für die Unterhaltung und Instandsetzung Rechtmäßigerweise bestehender Ein-

         richtungen wie Straßen und Wegen, Betriebsanlagen der öffentlichen Wasser-

         versorgung, sonstigen Versorgungs- und Entsorgungsanlagen, Fernmeldeanla-

         gen sowie Schutzzäunen an Verkehrswegen.

§ 7

Befreiung

Die untere Naturschutzbehörde kann Antragsteller nach § 63 NatSchG von den Vor-

schriften dieser Verordnung befreien.

§ 8      

Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr.2 NatSchG verhält sich, wer im Land-

schaftsschutzgebiet:

1       vorsätzlich oder fahrlässig Handlungen vornimmt, die nach § 4 dieser Verord-

         nung verboten sind.

2       ohne Erlaubnis Handlungen vornimmt, die nach § 5 dieser Verordnung durch

         die untere Naturschutzbehörde erlaubt werden müssen.

§ 9

Rechtsvorschriften

Die Vorschriften der Verordnung der Forstdirektion Tübingen über den Schonwald

"Lautertal-Wolfstal' vom 16. Juli 2001 bleiben unberührt.

§ 10

In-Kraft- Treten

1       Diese Verordnung tritt am Tag nach ihrer Verkündung im Mitteilungsblatt der

         Gemeinde Lauterach, in Kraft.

2       Gleichzeitig treten außer Kraft:

2.1    das Landschaftsschutzgebiet "Weideplatz Ehinger Steige", (Verordnung vom

         9. September 1938)

2.2    das Landschaftsschutzgebiet "Weideplatz Eichbühl", (Verordnung vom 9. Sep-

         tember 1938)

2.3    das Landschaftsschutzgebiet "Wolfstal", (Verordnung vom 11. August 1960,

         neu verkündet am 28. September 1971) auf dem Gebiet der Gemeinde Lauterach

2.4    das Landschaftsschutzgebiet "Weideplatz am Heckenberg", (Verordnung vom

         9. September 1938) auf dem Gebiet der Gemeinde Lauterach

2.5    das Landschaftsschutzgebiet "Weideplatz am Michelsberg ", (Verordnung vom

         9. September 1938) auf dem Flurstück Nr. 463, Gemarkung Lauterach

 

Ulm, 8. Juni 2005

Landratsamt Alb-Donau-Kreis

untere Naturschutzbehörde

Dr. Wolfgang Schürle

Landrat

 

Verkündungshinweis:

Gemäß § 60 a NatSchG ist eine Verletzung der in § 59 NatSchG genannten Verfah-

rens- und Formvorschriften nur beachtlich, wenn sie innerhalb eines Jahres nach Er-

lass der Verordnung schriftlich dem Landratsamt Alb-Donau-Kreis geltend gemacht

wird. Der Sachverhalt, der die Verletzung begründen soll, ist darzulegen.