Angaben zum Projekt
Projekt-Nr:KN-2005-26
Projekttitel:Aufwertung der biologischen Wertigkeit von Waldbächen
Bewilligungsdatum:01.07.2005
Projektstatus:beendet
Standort der Maßnahme:Allensbach
Angaben zum Antragsteller
Antragsteller Nr. 1
Name: Bund f. Umwelt und Naturschutz Deutschland eV
PLZ, Ort: 78315 Radolfzell
Beschreibung des Projektes
Kurzbeschreibung:

Bei diesem innovativen Projekt wird eine Maßnahmenkonzeption zur Reduzierung von Fichtenbeständen an Waldbächen im nördlichen Gemarkungsgebiet der Gemeinde Allensbach entwickelt mit dem Ziel der Aufwertung der biologischen Wertigkeit der Waldbäche sowie der Erhaltung und Ausweitung wertvoller Lebensräume für die beiden heimischen Quelljungferarten, zweier gefährdeter Libellenarten. Grundlage ist der Gewässerentwicklungsplan unter Berücksichtigung von Wassertieren. Die Realisierung der Maßnahmen (z.B. Forsteinrichtung) erfolgt über die Forstverwaltung sowie die Waldeigentümer und ist nicht Gegenstand dieses Projekts.

Die "Verfichtung" der Bachoberläufe und Quellen hat auf die am Grund der Gewässer lebenden Tiere (Makrozoobenthos, Quelljungferarten) unterschiedliche, negative Auswirkungen:

- Lichtmangel mit negativen Auswirkungen auf Algenaufwuchsfresser

- Fehlen von Falllaub führt zu Beeinträchtigung der Schredder und Detritusfresser

- veränderter Temperaturhaushalt sowie Zuspülung des Lückensystems

- Beeinträchtigung der Kompensationsflüge und Fortpflanzung der Insekten durch Flugbarrieren

- strukturelle Verarmung und das Fehlen bestimmter Mikrohabitate

- Versauerung durch Nadeleintrag.

Die Larven der beiden Quelljungferarten ernähren sich räuberisch von kleinen Wassertieren. Größere Larvenstadien erbeuten oft Bachflohkrebse (siehe Foto), die in Bächen vor allem für die Zerkleinerung von Falllaub zuständig sind. Nadeln von Fichten sind hart und schwer abbaubar, so dass viele Wasserorganismen, zu denen auch die Beutetiere der Libellenlarven zählen, in Bächen mit reinen Nadelholzbeständen deutlich abnehmen (vgl. Hering et al., 1993). Die Gestreifte Quelljungfer findet man vor allem an Bachläufen im Laubwald und nur ausnahmsweise werden Larven in Bachabschnitten mit Fichten-Monokulturen verdriftet. Besonders problematisch sind große Fichtenbestände im Stadium von Kulturen, als Stangenholz oder im jungen Baumholz, da sie neben der Beeinträchtigung der Larvalstadien den Flugraum der Quelljungfern einengen und dadurch die Zugänglichkeit für die Eiablage der adulten Libellen erschweren. Zu den Gefährdungsursachen s.a. Grundlagenwerk "Die Libellen Baden-Württembergs", Bd. 2 (2000).

Mit der geplanten Untersuchung werden diese Indikatororganismen erfasst und damit die Beeinträchtigungen vom Makrozoobenthos und den räuberisch lebenden Larven der Quelljungfern dokumentiert. Durch die Einbeziehung des Makrozoobenthos und der Quelljungferarten sind die Maßnahmenempfehlungen gut begründet und wesentlich konkreter als die allgemeiner gefassten Ziele und Maßnahmen der Forsteinrichtung und Gewässerentwicklungsplanung.

Handlungsfelder:
  • Naturschutz i.e.S.
  • Forstwirtschaft
PLENUM-Ziele:
  • Erhaltung und Entwicklung naturnaher repräsentativer Waldbestände
  • Erhaltung und Entwicklung von vernetzenden landschaftlichen Strukturen
  • Schonende Behandlung und naturnahe Entwicklung der Fließgewässer und ihrer Auebereiche und Taleinhänge
  • Sicherung und naturnahe Entwicklung der wichtigsten Stillgewässer und Riede sowie Extensivierung ihrer Wassereinzugsgebiete
  • Sicherung und Verbesserung der biologischen Vielfalt und Erhaltung der landschaftlichen Eigenart im Projektgebiet
  • Weiterentwicklung der umweltpädagogischen Angebote und Öffentlichkeitsarbeit / Information der Bevölkerung, der Landnutzer, der Besucher und der Verbraucher über das PLENUM-Projekt
  • Weiterentwicklung und Vernetzung bestehender Aktivitäten im Natur- und Umweltschutz
Ergebnisse:

Projektabschluß Ende Januar

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