Angaben zum Projekt
Projekt-Nr:KN-2012-04
Projekttitel:Biologische Vielfalt im Ackerbau durch Wildpflanzen
Bewilligungsdatum:24.05.2012
Projektstatus:beendet
Standort der Maßnahme:Aach, Stadt; Allensbach; Bodman-Ludwigshafen; Büsingen am Hochrhein; Eigeltingen; Engen, Stadt; Gaienhofen; Gailingen am Hochrhein; Gottmadingen; Hilzingen; Hohenfels; Konstanz, Universitätsstadt; Moos; Mühlhausen-Ehingen; Mühlingen; Öhningen; Orsingen-Nenzingen; Radolfzell am Bodensee, Stadt; Reichenau; Rielasingen-Worblingen; Singen (Hohentwiel), Stadt; Steißlingen; Stockach, Stadt; Tengen, Stadt; Volkertshausen
Angaben zum Antragsteller
Antragsteller Nr. 1
Name: Badische Jäger Kreisverein Konstanz e.V
PLZ, Ort: 78345 Moos
Beschreibung des Projektes
Kurzbeschreibung:

Problem: Aufgrund der weiter zunehmenden Zahl von Biogasanlagen - insbesondere im Landkreis Konstanz - wächst der Flächendruck durch den Energiepflanzenanbau immer stärker. Die deutliche Zunahme von Mais steht trotz seiner Effizienzvorteile massiv in der Kritik in der öffentlichen Diskussion mit grundsätzlicher Infragestellung des Energiepflanzen-anbaus bzw. der Biogasnutzung an sich. Die Argumentation bezieht sich dabei auf den Verlust bzw. die Reduktion der Artenvielfalt in der ackerbaulich genutzten Kulturlandschaft, ein monotoneres Landschaftsbild bzw. seine Nicht-Wahrnehmbarkeit durch hoch wachsenden Mais und weitere, jagdliche und imkerliche Beeinträchtigungen durch Energiepflanzenanbau.

Idee: Durch die Nutzung von Wildpflanzen als Energiepflanzen kann die mit Mais angebaute Fläche reduziert werden und die landbauliche Fruchtfolge ergänzt und erweitert werden. Der Wildpflanzenanbau nutzt das Alleinstellungsmerkmal der Biogastechnologie, Pflanzenmischungen vom Acker zur Biogasproduktion verwerten zu können. Bei allen anderen ackerbaulichen Nutzungen sind Reinkulturen für den ökonomischen Erfolg zwingende Voraussetzung. Es entstehen (wieder) Ackerflächen, die eine hohe Biodiversität aufweisen und zusätzlich sehr positive Auswirkungen auf wichtige Schutzgüter (Boden, Wasserhaushalt) zeitigen. Die Mischungen sind mehrjährig.

Erste Erfahrungen liegen von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (Veitshöchheim, u. a. Frau Dr. Vollrath, Frau Werner, Herr Kuhn) aus verschiedenen Regionen Deutschlands vor. Auch erste Landwirte aus dem westlichen Bodenseegebiet haben gute Erfahrungen mit der Wildpflanzenmischung gemacht.

Es ist inzwischen ein landesweites Interesse festzustellen. Die Projektpartner erhalten Rückfragen von Landwirten, Imkern, Naturschützern, Jagdverbänden und auch aus der Verwaltung.

Ziele:

? Erhöhung der Artenvielfalt auf den Ackerflächen unserer von der Landwirtschaft geprägten Kulturlandschaft : Schaffung von neuen Lebensgrundlagen für Insekten (einschl. Honigbienen), Vögel und Wildtiere

? Darstellung von Erfahrungswerten für den Einsatz der Wildpflanzenmischung beim Anbau (z. B. Erträge) und der Nutzung in Biogasanlagen

? Bereicherung des Landschaftsbildes

Um die Ziele und Ergebnisse in die Öffentlichkeit zu transportieren, ist eine breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit geplant.

Angestrebte Ergebnisse:

? Die Feststellung in wie weit die Wildpflanzenmischung von Wildtieren angenommen wird.

? Aussagen zum Nutzen der Testflächen für Insekten, Vögel und Wildtiere im Positiven (Schutz, Lebensraum) wie im Negativen (Wildschäden)

? Erfassung der Trockenmasseerträge der Wildpflanzenmischung auf unseren Standorten (im Vergleich zum Mais)

? Aussagen zu Aussaat, Ernte, Silierbarkeit und zur Lagerung der Mischung (im Vergleich zum Mais).

Projektbeteiligte:

- Landesjagdverband Baden-Württemberg e. V., Dr. Jauch

- Landratsamt Konstanz, Landwirtschaftsamt

- Landratsamt Konstanz, Untere Naturschutzbehörde

- Fachverband Biogas e. V.

- Badischer Landwirtschaftlicher Hauptverband (BLHV)

- Saaten Zeller

Erwartete direkte und indirekte Naturschutzwirkungen:

? Erhöhung der Artenvielfalt auf den Ackerflächen unserer von der Landwirtschaft geprägten Kulturlandschaft : Schaffung von neuen Lebensgrundlagen für Insekten (einschl. Honigbienen), Vögel und Wildtiere

Handlungsfelder:
  • Landwirtschaft
  • Information/Landwirtschaft
  • Naturschutz i.e.S.
  • Naturschutz/Landwirtschaft
PLENUM-Ziele:
  • Erhaltung und Entwicklung von naturverträglich genutzten landwirtschaftlichen Flächen
  • Erhaltung und Entwicklung von vernetzenden landschaftlichen Strukturen
  • Sicherung und Verbesserung der biologischen Vielfalt und Erhaltung der landschaftlichen Eigenart im Projektgebiet
  • Unterstützung einer land- und forstwirtschaftlichen Nutzung, die die PLENUM-Naturschutzziele fördert
Ergebnisse:

Mit dem 109 kg Wildpflanzensaatgut der Firma Zeller konnten weitere 11 ha Flächen von 5 Landwirten am westlichen Bodensee angesät werden. Das Projekt wird fachlich begleitet und unterstützt von: Landesjagdverband B-W, Landratsamt Konstanz, Fachverband Biogas, BLHV und Saaten Zeller.

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Bild: