2.109 Altrhein Neuburgweier

 

Würdigung

 

 

Südlich von Karlsruhe, zwischen dem Waldgebiet Kastenwört und der Ortschaft Neuburgweier, erstreckt sich eine Auenlandschaft, die im wesentlichen vom Rhein im Westen und dem inneren Hochwasserdamm im Osten begrenzt wird.

Landschaftlich ist es zwischen den beiden großen Auwaldgebieten Niederwald und Bremengrund im Süden und Kastenwört im Norden eingebunden.

Im Osten vermittelt es zur Randsenke, die im westlichen von den Schluten und Rinnen des Federbaches eingenommen wird.

Vom Süden her kommend, beschrieb der Rhein vor der TULLA'schen Rheinbegradigung einen ersten großen Mäander, der auf der Höhe von Neuburgweier begann und sich in einer weiten S-Schleife bis nach Berg und Maximiliansau hinüberzog.

Bereits 1810 erfolgte hier der Durchstich, so daß beide Hälften zu „Altrheinen" wurden; sie waren aber noch bis in unser Jahrhundert mit dem Hauptstrom verbunden.

Heutzutage trennt der Haupthochwasserdamm den „Altrhein Neuburgweier" vom Rhein.

Bei Hochwasser steigt dennoch sein Wasserspiegel, da das Druckwasser des Rheins zufließt.

Der größte Teil des Altrheins fiel der Kiesbaggerei in den 60er und 70er Jahren zum Opfer.

Im Schutzgebiet hat sich ein Mosaik auentypischer Lebensgemeinschaften aus Wasserpflanzengesellschaften, Röhrichten und Wäldern erhalten können, die durch den Hochwasserdamm zweigeteilt werden.

Im Rheinvorland finden sich noch intakte Überflutungsauen mit Silberweiden entlang der Gewässerufer sowie einige kleinere Eichen-Ulmen-Waldbestände auf dem höhergelegenen Rücken.

Meist wurden auch hier Pappelforste begründet.

Zahlreiche Straucharten ergänzen den Struktur- und Artenreichtum dieser Hartholzaue.

Hier lebt eine Vielzahl auentypischer Vogelarten (u. a. Pirol, Nachtigall, diverse Spechte).

An den Ufern der anschließenden Altrheingewässer wachsen dichte Röhrichtzonen und Großseggenriede, die sowohl einer Vielzahl von Wasservögeln (z. B. Haubentaucher, Graureiher, verschiedene Entenarten) als auch typische Schilfbewohnern Nahrungs-, Brut- und Zufluchtmöglichkeiten bieten.

Dieser engere Bereich des „Altrhein Neuburgweier" ist umgeben von einer noch kleinfächig strukturierten Niederungslandschaft mit Äckern, Wiesen, Streuobstwiesen, Hecken, feuchten Schluten und Senken.

Die Hochwasserdämme ergänzen das Mosaik mit ihren trockenen Standorten.

Als Besonderheit ist die alte Tongrube „Schmierig" am Ortsrand von Neuburgweier zu nennen, die mit einem dichten Schilf- und Rohrkolbenröhricht bestanden ist und ein hervorragendes Refugium für Amphibien und Vögel bietet.

Teilbereiche der betroffenen Auwälder wurden von der Staatlichen Forstverwaltung als Schonwälder unter Schutz gestellt.

Die jagdliche und fischereiliche Nutzung ist nur eingeschränkt möglich.

Es wird versucht, den Freizeitbetrieb zugunsten einer der Rheinauenlandschaft angepaßten Naturerholung zu lenken, wofür die Verordnung die gesetzlichen Grundlagen geschaffen hat.